Am kommenden Samstag startet die Frühjahrssaison in der tipico Bundesliga. abseits.at nimmt daher jede Mannschaft unter die Lupe, wirft einen Blick auf die Probleme... Frühjahrsvorschau: Findet Fodas Sturm endlich eine spielerische Linie?
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SK Sturm Graz - Wappen mit Farben_abseits.atAm kommenden Samstag startet die Frühjahrssaison in der tipico Bundesliga. abseits.at nimmt daher jede Mannschaft unter die Lupe, wirft einen Blick auf die Probleme im Herbst, das Transferfenster, die Spielweise, die Schlüsselspieler und die Form. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem SK Sturm Graz.

Der SK Sturm Graz befindet sich vor dem Beginn der Frühjahrssaison wohl genau dort, wo ihn der gemeine österreichische Fußballfan einordnen würde. Hinter Red Bull Salzburg und den beiden Wiener Vereinen runden die Steirer das Bild der „Top 4“ ab. Der Abstand zum Rest der Liga ist jedoch kleiner als jener zu den besten drei. Ein Indiz dafür, dass die eigentlich guten Voraussetzungen, die die Grazer haben, nicht annähernd optimal umgesetzt werden.

Die Probleme im Herbst

Betrachtet man die Ergebnisse, dann fällt auf, dass Sturm in den letzten Jahren nie einen vergleichbaren „Lauf“, wie die genannten drei Teams hinlegen konnte. Auch im Herbst konnten die Grazer nie mehr als zwei Spiele am Stück gewinnen – etwas, das man nur bei den Abstiegskandidaten Grödig, Ried und WAC sowie dem Sechsten aus Altach wiederfindet. Die Gegentorstatistik liest sich mit deren 24– nur Salzburg hat einen besseren Wert (23) – zwar gut, jedoch führen nur 26 eigene Treffer zu einem gerade noch positiven Torverhältnis. Ein weiteres Indiz dafür, dass Sturm den Rivalen – Salzburg (44 Tore), Austria (34), Rapid (40) – merkbar hinterherhinkt.

Die Spielweise

Dieser Faden zieht sich auch weiter, wenn man die Spielweisen vergleicht. Während es bei den ersten drei Teams der Tabelle durchgängige Spielphilosophien gibt, lässt das Verhalten der Blackies auf dem Rasen nicht darauf schließen. Eine flexible Spielanlage zu haben ist keineswegs negativ aufzufassen, jedoch fällt bei Sturm auf, dass sich diese Flexibilität vor allem in individuellen Komponenten wiederspiegelt. In der Offensive sind das die meist überlegenen Fähigkeiten in Eins-gegen-Eins-Duellen. In der Defensive hatte man mit Michael Madl und Lukas Spendlhofer ein Innenverteidigerduo, das über ein breites Fähigkeitsprofil verfügt.

Das Transferfenster

Der SK Sturm gehörte zu den aktivsten Vereinen was Spielertransfers angeht. Nicht nur die Anzahl an Transfers, sondern vor allem die Qualität der Personalien könnte ein entscheidender Faktor im Frühjahr sein. Mit Michael Madl verloren die Grazer nicht nur ihren Kapitän, sondern einen der besten Innenverteidiger der Liga in den letzten Jahren. Mit Anastasios Avlonitis dürften man sich jedoch einen durchaus guten Ersatzmann gesichert haben, der zwar nicht dermaßen beweglich wie Madl zu sein scheint, aber vor allem im Stellungsspiel überlegt wirkt.

Interessanter wird, wie Franco Foda im Zentrum reagiert. Neben dem Abgang von Anel Hadzic gilt es hier nämlich auch den verletzungsbedingten Ausfall von Simon Piesinger zu kompensieren. Mit James Jeggo verpflichtete man jemanden, der bislang nur in der statischeren A-League kickte. Daher könnte Daniel Offenbacher stärker in den Fokus rücken. Interessant wird auch, wieviel Spielzeit Talent Sandi Lovric bekommen wird. Mit Danijel Klaric kehrte zudem ein Leihspieler zurück, der Josip Tadic als zweiter Backup für die Stürmerposition ersetzen dürfte.

Die Schlüsselspieler

Roman Kienast: Obwohl er von vielen Fans verhöhnt wird, so ist Roman Kienast nicht nur aufgrund seiner regelmäßigen Tore ein wichtiger Spieler. Der 31-Jährige zeigte nämlich, dass er ein durchaus brauchbarer Kombinationsstürmer sein kann. Dabei ragt er nicht mit seinem Passspiel heraus, sondern durch äußerst kluges Positionieren.

Wilson Kamavuaka: Nachdem mit Hadzic, Piesinger und Madl drei Stammspieler im defensiven Zentrum nicht mehr zur Verfügung stehen, dürfte Kamavuaka dort eine entscheidende Rolle einnehmen. Schon im gesamten Vorjahr zeigte er, dass er flexibel zwischen Innenverteidiger- und Sechserposition hin- und hergeschoben werden und dennoch konstante Leistungen zeigen kann.

Die Spieler unter Druck

Tanju Kayhan: Obwohl er zum damaligen Zeitpunkt ohne Arbeitgeber war und er während des laufenden Spielbetriebs kam, so hätte der 26-Jährige das Zeug, mehr zu sein als Notnagel: auf beiden Seiten der Viererkette einsetzbar, athletisch und auch taktisch kein besonders schlechter Kicker. Dennoch konnte sich Kayhan in Sturms heftig rotierenden Außenverteidiger-Karussell nicht durchsetzen. Geht es so weiter, wie im Herbst, wird Sturm die Option auf den ehemalige Nachwuchsteamspieler wohl nicht ziehen.

Bright Edomwonyi: Der 21-Jährige bringt eigentlich alles mit, was ein Stürmer für das bestehende Sturm-System benötigt. Man kann ihn sowohl als Kombinations- als auch als Konterstürmer einbinden und er zeigte während seiner Zeit in Hartberg, dass er auch aus Einzelaktionen zu Toren kommen kann. In der Vorbereitung traf er siebenmal – Zeit, das auch in der Bundesliga zu zeigen.

Die Testspiele

5:1 gegen SC Kalsdorf – Tore: Edomwonyi (2), Lykogiannis, Gruber, Potzmann

3:0 gegen SV Allerheiligen – Tore: Edomwonyi (3), Seidl

1:3 gegen 1899 Hoffenheim – Tor: Seidl

1:0 gegen SC Wiener Neustadt – Tor: Dobras

1:4 gegen FC Aarau – Tor: Schoissengeyr

4:1 gegen BSC Young Boys – Tore: Edomwonyi (2), Madl, Klem

1:2 gegen FC Thun – Tor: Klem

2:3 gegen RNK Split – Tore: Kienast, Klaric

0:1 gegen Steaua Bukarest

Alexander Semeliker, abseits.at

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Alexander Semeliker

@axlsem