Der Wolfsberger AC und die Wiener Austria bestreiten aufgrund des Europacupauftritts des WAC das Sonntagsspiel der ersten Bundesligarunde. Die Austria möchte sich für eine... Ligadebüt für Fink in Wolfsberg: Wie weit ist die umgekrempelte Austria?
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Thorsten Fink - FK Austria Wien 2_abseits.atDer Wolfsberger AC und die Wiener Austria bestreiten aufgrund des Europacupauftritts des WAC das Sonntagsspiel der ersten Bundesligarunde. Die Austria möchte sich für eine völlig verkorkste Saison rehabilitieren und wird mit zahlreichen Veränderungen an ihrer Startelf in die Saison gehen. Die Kärntner zeigten indes bereits, was sie draufhaben, als sie Soligorsk mit einem Gesamtscore von 3:0 aus der Europa-League-Qualifikation warfen.

In der abgelaufenen Saison war Didi Kühbauers WAC nicht gerade der Lieblingsgegner der Veilchen. Beim letzten Aufeinandertreffen in Wien gab es ein 1:1-Unentschieden, die anderen drei Saisonduelle gingen klar an die Wolfsberger: In Wien gab es einen 2:0-Sieg, zu Hause ein 1:0 und ein 4:0. Den letzten Austria-Sieg gegen den WAC gab’s im April 2014.

Zwei Verletzte nach dem Soligorsk-Spiel

Bis vor dem Spiel gegen Soligorsk hatte Kühbauer keinerlei Verletzungssorgen, jedoch wurde das 2:0 gegen den weißrussischen Klub zum Pyrrhussieg. Manuel Weber fiel mit einer Gehirnerschütterung aus und dürfte auch gegen die Austria fehlen, fix ausfallen wird Daniel Drescher mit einer Kapselverletzung. Die Austria muss auf die langzeitverletzten Jens Stryger Larsen und Ronivaldo verzichten. Die Einsätze von Vance Sikov und Mario Leitgeb sind fraglich.

WAC-Offensive zeigt gute Ansätze

Der WAC zeigte gegen Soligorsk eine beherzte Leistung und lediglich in der Defensivzentrale im Mittelfeld ein paar Umschaltschwierigkeiten. Vor allem die Schnittstelle zu Außenverteidiger Michael Berger war hier nicht 100%ig sattelfest. Dafür empfahl sich die Offensive: Schweden-Stürmer Hellquist erwies sich als umtriebig und schließlich auch erfolgreich, Silvio sorgte mit seiner physischen Art immer wieder für Aufruhr und Kontrolle in der Spitze und vor allem Thomas Zündel überraschte mit einer enorm starken Leistung am rechten Flügel. Eigentlich ist Zündel Außenverteidiger, aber beim WAC 2015/16 dürfte er fix als Rechtsaußen eingeplant sein.

Vieles neu bei der Austria

Bei der Austria sind fünf neue Spieler in der Startformation zu erwarten – es könnten aber sogar mehr sein. Die offenen Fragen betreffen das offensive Mittelfeld, den Angriff und die Innenverteidigung. Alexander Grünwald dürfte zumindest vorerst noch den Vorzug gegenüber dem neuen israelischen Dribblanski Roi Kehat bekommen. Aufgrund seines Trainingsvorsprungs ist Philipp Zulechner der heißeste Kandidat auf den Posten im Angriff, wobei er im Laufe der Saison wohl noch von Kvasina und Friesenbichler überholt werden wird. In der Innenverteidigung dürfte Stronati vorerst neben Windbichler eingeplant sein – Rotpuller muss wohl zunächst mit einem Platz auf der Bank vorliebnehmen. Beide Mannschaften werden in einem 4-2-3-1-System agieren, wobei die Doppelsechs der Wolfsberger defensiver ausgerichtet ist, als die der Austria. Angesichts des Aktionsradius‘ von Raphael Holzhauser wird das System der Wiener des Öfteren in ein 4-1-4-1 verschwimmen.

Die möglichen Aufstellungen

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Wolfsbergs Vorteil der Passivität

Die Austria bekommt es in der ersten Bundesligarunde mit einem äußerst kompakten und kampfstarken Gegner zu tun. Der WAC ist bereits ein wenig im Saft, hatte inklusive Cup als einziger Bundesligaklub bereits drei Pflichtspiele, ließ dabei dreimal die Null stehen und gewann alle Partien. Dass die Austria versuchen wird, das Spiel zu machen, könnte dem WAC noch zusätzlich in die Karten spielen: Vor allem die rechte Seite mit dem formstarken Zündel ist prädestiniert für Konter und Offensivfreigeist Silvio wird bei ebendiesen Attacken eine wichtige Rolle spielen, zumal er den Ball gut abschirmen kann. Philipp Hellquist, einer der am meisten unterschätzten Spieler der Liga, ist zudem immer für Tore und unerwartete Aktionen gut.

Wie weit ist die Austria? Wie wird das Wetter?

Bei der Austria bleibt speziell in den ersten Wochen und Monaten der Saison abzuwarten, wie gut die Automatismen in der stark umgekrempelten Mannschaft bereits greifen. Anlaufschwierigkeiten sind nicht unwahrscheinlich, auch wenn die Qualität der diesjährigen Austria-Mannschaft höher ist, als in der Vorsaison. Dem nicht genug, könnte heute auch der Faktor Zufall ein Wörtchen um den Ausgang des Spiels mitreden: Der Wetterbericht sagt starken Regen voraus, der Platz könnte tief und schwer zu bespielen sein. Betrachtet man Leistungswerte und grundlegende Ausrichtung beider Teams, so kommt man zu dem Schluss, dass dies dem WAC eher in die Karten spielen würde, als der Austria.

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • Aufsteller

    Die möglichen Aufstellungen sind sehr „interessant“. Hätte man sich näher mit der Materie beschäftigt, wäre klar, dass De Paula und Stronati keinen Platz in der 4er-Kette haben werden.