Die Bundesligasaison 2014/15 ist Geschichte und es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer der einzelnen Vereine? Wer waren... Saisonrückblick: Die Fabelsaison von Damir Canadis bestens geordneten Altachern
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SC Rheindorf Altach - Wappen mit FarbenDie Bundesligasaison 2014/15 ist Geschichte und es ist Zeit Bilanz zu ziehen. Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer der einzelnen Vereine? Wer waren die großen Stars, wer die größten Hoffnungsträger der Zukunft. Zudem werten wir im Zuge dieser zehnteiligen Serie noch einmal die Scorerwertung der Effizienz aus und beschreiben, welche Spieler die meisten Tore, Assists und Assist-Assists für ihre Vereine beisteuerten.

Den Endstand und eine Erklärung zur Scorerwertung der Effizienz könnt ihr hier nachlesen.

Heute analysieren wir den Tabellendritten der Saison 2014/15, den SC Rheindorf Altach.

Statistiken und Hard Facts

Torjäger: Hannes Aigner (12), Louis Ngwat-Mahop (8), Ismael Tajouri, Ivan Kovacec, Patrick Seeger, Felix Roth (je 4), Andreas Lienhart, Boris Prokopic, Philipp Netzer (je 3)

Assistgeber: Hannes Aigner (7), Ismael Tajouri, Andreas Lienhart (je 5), Ivan Kovacec (4), Louis Ngwat-Mahop, Patrick Seeger (je 3)

Einfädler (Toreinleitungen): Andreas Lienhart (6), Patrick Salomon (5), Hannes Aigner, Louis Ngwat-Mahop, Boris Prokopic (je 4), Patrick Seeger, Felix Roth (je 3)

Scorerwertung der Effizienz – Top-10

46,82 – Hannes Aigner (12 Tore/7 Assists/4 Assist-Assist)
24,63 – Louis Ngwat-Mahop (8/3/4)
24,57 – Ismael Tajouri (4/5/1)
23,60 – Andreas Lienhart (3/5/6)
20,01 – Ivan Kovacec (4/4/2)
16,08 – Patrick Seeger (4/3/3)
15,96 – Felix Roth (4/2/3)
12,55 – Boris Prokopic (3/1/4)
9,95 – Philipp Netzer (3/2/2)
9,55 – Emanuel Schreiner (2/1/2)

Der Star

Ohne Routinier Hannes Aigner wäre die Fabelsaison des SCR Altach nicht möglich gewesen. In seinem dritten Jahr in Altach erzielte der 34-Jährige zwölf Tore und war an der Entstehung zahlreicher weiterer Treffer beteiligt. Aigner gelang es nun, in sieben aufeinanderfolgenden Saisonen jeweils mindestens zehn Saisontreffer zu erzielen. Der Tiroler wird auch in der neuen Saison der Leader und Torgarant für die Vorarlberger sein.

Die Gewinner

Der wohl größte Altacher Gewinner der Saison 2014/15 war Rechtsverteidiger Andreas Lienhart, der 29-jährig seine klar beste Saison als Profi ablieferte. Der ehemalige U17- und U19-Teamspieler hat bei den Altachern noch bis 2017 Vertrag und könnte bei Bestätigung seiner Leistungen auch im „fortgeschrittenen“ Fußballeralter noch einmal für größere Klubs interessant werden. Eine sensationelle Rückrunde spielte auch Torhüter Andreas Lukse, der sich unverhofft nach dem Ausfall von Martin Kobras als extrem sicherer Rückhalt für sein Team erwies und einige Punkte festhielt. Auch Austria-Leihgabe Ismael Tajouri drängte sich mit guten Leistungen auf und wird demnach in der kommenden Saison wieder in Wien-Favoriten spielen.

Die Stagnierenden

Über den Status des Ergänzungsspielers kam Patrick Seeger auch 2014/15 nicht hinaus. An seine starke Saison 2011/12 konnte der 28-Jährige nie wieder anknüpfen. Auch der Deutsche Felix Roth verbuchte keine klare Verbesserung zur Vorsaison. Zwar wurde der Vertrag des 27-Jährigen noch einmal verlängert und drei von vier Treffern des Offensivspielers waren enorm wichtig für die Altacher, aber zwischendurch hatte Roth immer wieder mit Leerläufen zu kämpfen. Ein paar wenige Top-Partien spielte Boris Prokopic, der aber ebenso wenig Konstanz in seine Leistungen brachte und deshalb trotz seines großen Potentials weiterhin keine unverzichtbare Kraft in Canadis Elf ist.

Die Verlierer

Eine der größten Enttäuschungen war der 26-jährige Darko Bodul, der im Winter aus Dänemark kam, aber über weite Strecken wie ein Fremdkörper im Spiel der Altacher wirkte. In zwölf Bundesligaspielen gelang dem Angreifer nur ein Tor. Niederschmetternd fällt auch das Urteil über den Spanier Martí Riverola aus, der einst im Nachwuchs von Barcelona spielte, letztes Jahr noch für Mallorca kickte und bei Bologna unter Vertrag stand. Der leichtfüßige Spanier brachte es in Altach gerademal auf fünf Pflichtspieleinsätze und konnte nie überzeugen.

Der Unkonventionelle

Wirklich unkonventionell spielte niemand in der geradlinigen, gut geordneten Altacher Mannschaft. Am ehesten ist noch Linksaußen Ivan Kovacec zu nennen, der in seiner ersten Bundesligasaison gelegentlich für Überraschungsmomente sorgte.

Ausblick auf die Saison 2015/16

Die „verflixte zweite Saison“ steht den Altachern nun bevor. Eine solch sensationelle Spielzeit wie 2014/15 wird der Canadi-Elf mit Sicherheit nicht mehr gelingen. Aber die Vorarlberger arbeiten vernünftig, investieren in ihre Infrastruktur, dürfen sich auf ihr erstes Europacup-Abenteuer freuen. Der dritte Platz war der größte Erfolg der Vereinsgeschichte und dennoch muss das Ziel in der neuen Saison lauten, einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erreichen und nicht in Abstiegsgefahr zu gelangen. Angesichts der gewachsenen Ordnung im System Canadi und dem durchaus brauchbaren Spielermaterial sollte dies aber möglich sein. Eine Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase wäre eine gewaltige Sensation, ist jedoch sehr unwahrscheinlich.

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen