Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 27. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015 | Abschlussfreudige Admira bei Knallers letztem Spiel
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Walter Knaller - Admira Wacker MödlingNeben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

FC Red Bull Salzburg – FK Austria Wien 3:1

Im ersten Spiel unter Andreas Ogris musste sich die Wiener Austria auswärts Red Bull Salzburg mit 1:3 geschlagen geben. Die Veilchen zeigten dabei eher einfache Abläufe. Das Bemühen war ihnen nicht abzuerkennen, dennoch zeigten sie teils arge taktische Mängel. Aufgrund des sehr hohen Ballfokus‘ legten sie unnötige Distanz zurück, hatten kaum Zugriff. Das nutzten die Salzburger vor allem in den hohen Zonen aus. Markant im Spiel gegen den Ball war zudem die Rolle der Flügelspieler.

Die Austria spielte im Pressing in einer 4-3-2-1-Formation, die dadurch gebildet wurde, dass die beiden Achter aus dem ursprünglichen 4-1-4-1 nach vorne rückten und sich die Flügelspieler fallen ließen. Marco Meilinger und Daniel Royer hatten dementsprechend viele Defensivaktionen im Mittelfeld- und Abwehrdrittel. Andererseits nutzte die Austria auch die technische Stärken der beiden im offensiven Umschaltspiel. Royer bestritt zum Beispiel elf Dribblings (acht davon erfolgreich), legte zwei Torschüsse vor und schloss selbst dreimal ab.

SK Rapid Wien – Wolfsberger AC 4:1

Erster Verfolger von Red Bull Salzburg bleibt der SK Rapid Wien. Die Hütteldorfer schlugen am Samstag gegen den Wolfsberger AC deutlich mit 4:1. Richtungsweisend dafür war die große Effizienz im Abschluss. In der ersten Halbzeit hatten sie nur zwei Schüsse auf das gegnerische Tor, beide zappelten jedoch im Netz. Die Gäste ließen diese Genauigkeit vermissen, auch weil sie erneut auf ihren Stammstürmer Tadej Trdina verzichten mussten.

Anstelle des Slowenen spielte Jacobo als Solostürmer. Der Spanier erzielte per Elfmeter zwar das einzige Tor für die Kärntner, er ist jedoch ein spielgestalterischer Akteur. Dies zeigte sich auch in diesem Spiel. Jacobo bewegte sich, wie die obige Heatmap zeigt, nämlich hauptsächlich horizontal – meist nach rechts. Insgesamt hatte er 60 Ballaktionen, was für einen Stürmer ein hoher Wert ist – noch dazu wenn man bedenkt, dass der WAC eine Kontermannschaft ist. Nur drei Spieler hatten teamintern mehr Ballaktionen. Dementsprechend ist die Heatmap des WAC am meisten dort rot, wo sich Jacobo bewegte.

Admira Wacker Mödling – SV Scholz Grödig 2:3

In der Südstadt sahen die Zuseher eine überaus kuriose Partie. Die Admira führte nach 24 Minuten bereits 2:0 und war sogar fast die gesamte Spielzeit über einen Mann mehr. Dennoch verlor man gegen den SV Grödig mit 2:3. Dabei war die Leistung keinesfalls außerordentlich schlecht und man konnte erneut sehen, dass den Maria Enzersdorfern ein Fortschritt gegenüber der Herbstsaison gelungen ist.

Ein Kernproblem der Admira damals war, dass sie kaum brauchbare Torchancen herausspielten und in weiterer Folge die Chancenauswertung dementsprechend niedrig war. Die Abschlussquote war hoch, jedoch wurden viele Schüsse aus schlechten Positionen abgegeben – zum Beispiel aus der Distanz oder von den Seiten. Gegen Grödig konnte man den Spieß umdrehen. Insgesamt verbuchte die Admira 22 Abschlüsse – die meisten aus der zentralen Zone vor dem Tor. Die Salzburger hingegen hatten nur drei Abschlüsse innerhalb des Strafraums, jedoch gingen zwei davon ins Netz. Das dritte Gegentor war ein sehenswerter Heber vom Strafraumeck und besiegelte das Ende der Trainer-Ära von Walter Knaller bei der Admira.

SV Josko Ried – SK Sturm Graz 1:2

Im Sonntagsspiel der 27. Runde setzte sich der SK Sturm Graz bei der SV Ried durch und bestätigte damit seine gute Form. Es nämlich der fünfte Sieg in den letzten sechs Partien. In der Tabelle konnte man damit den Vorsprung auf Platz fünf ausbauen und hat damit sehr gute Chancen auf einen internationalen Startplatz für die nächste Saison. Dabei mussten die Steirer im Zentrum auf Simon Piesinger verzichten, der dominante Spieler in den letzten Wochen.

Auf der Doppelsechs hat Sturm-Trainer Franco Foda jedoch neben dem gesperrten Shootingstar – zwei weitere gute Optionen in Anel Hadzic und Daniel Offenbacher. Beide gelten zwar als offensivausgerichtete Akteure, zeigten aber einmal mehr, dass man ihren Qualitäten damit nicht gerecht wird. Sie tragen mit ihren offensivausgerichteten Fähigkeiten nämlich auch zur defensiven Stabilität bei und agieren flexibel. In diesem Spiel gab es jedoch eine weitestgehend klare Aufgabenverteilung: Hadzic agierte als Pendler, währen Offenbacher meist tiefer blieb und sich horizontal bewegte.

Alexander Semeliker, abseits.at

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Alexander Semeliker

@axlsem