In dieser Serie sollen jede Runde parallel zu den üblichen Spielanalysen ein paar Tore hinsichtlich der Entstehung, individueller Fehler oder taktischer Feinheiten genau untersucht... Toranalyse zur 7. Runde der tipico Bundesliga | Perlak, Spendlhofer (ET)
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Taktikboard schwarz_abseits.atIn dieser Serie sollen jede Runde parallel zu den üblichen Spielanalysen ein paar Tore hinsichtlich der Entstehung, individueller Fehler oder taktischer Feinheiten genau untersucht und analysiert werden. In der Toranalyse zur 7. Runde nimmt abseits.at die Treffer von Michael Perlak (Mattersburg) und Lukas Spendlhofer (Eigentor/Sturm) unter die Lupe.

SK Rapid Wien – SV Mattersburg 0:1, Michael Perlak (39. Minute)

Der SK Rapid musste nach dem knappen Ausscheiden im Playoff der Champions League am Samstag den nächsten Rückschlag hinnehmen. Vor heimischem Publikum verloren die Hütteldorfer erstmals seit 18 Bundesligaspielen wieder. Der SV Mattersburg hingegen konnte mit dem überzeugenden 4:2-Sieg erstmals seit dem Wiederaufstieg auswärts punkten. Dabei nahmen drei Spieler Schlüsselrollen bei den Burgenländern ein: Karim Onisiwo, Jano und Michael Perlak. Letzterer leistete zwei Vorlagen und erzielte ein Tor, das wir im Folgenden analysieren.

Ein wichtiger Faktor dafür, dass die Mattersburger so dominant auftreten konnten, war ihre numerische Überzahl nach dem Ausschluss von Rapid-Goalie Richard Strebinger. So konnte der Rekordmeister kaum den nötigen Zugriff bekommen. In dieser Szene erkennt man das daran, dass der Passgeber viel Platz hat um sein Zuspiel vorzubereiten. Außerdem erkennt man die Absicherungs- und Balancemechanismen beim SVM. Perlak (gelb) positioniert sich zwischen den Linien, während die beiden übrigen Zentrumsspieler absichern, wodurch eine 4-2-3-1-Formation entsteht.

Ebenfalls zu sehen ist die kluge Positionierung von Perlak an den Grenzen der Zuordnungsbereiche der Gegenspieler. Rapids Linksverteidiger Stephan Auer (weiß) orientiert sich am breitstehenden Thorsten Röcher (schwarz) und der ballnahe Sechser richtet sich nach vorne. Markus Pink (blau) lässt sich fallen und zieht damit Christopher Dibon (rot) nach vorne, wodurch ein für Rapid empfindlicher Raum geöffnet wird. Perlak bewegt sich schon beim Pass auf Pink dorthin und wird von diesem mit dem ersten Ballkontakt gefunden.

SK Sturm Graz – Red Bull Salzburg 0:1, Lukas Spendlhofer (3. Minute/Eigentor)

Im Sonntagsspiel bekamen die Zuschauer ebenfalls viele Tore zu sehen: Red Bull Salzburg rehabilitierte sich nach dem blamablen Europacup-Aus mit einem 3:2-Auswärtssieg in Graz bei Sturm. Dabei wirkten sie nicht immer sicher, was insbesondere mit dem immer schwächer werdenden Pressing zusammenhing. Gerade beim ersten Tor, das bereits in der 3. Minute fiel, konnte man sehen, dass die Steirer am Ball kaum Möglichkeiten hatten.

Nach einem Ballverlust gehen die Salzburger hier sofort ins Gegenpressing. Beachtlich ist hier, dass der Impuls, umgehend nachzusetzen, bei allen Spielern gut erkennbar ist. Insbesondere Benno Schmitz (weiß) sei hier hervorgehoben. Dieser agierte nominell als Linksverteidiger, stellt durch sein Aufrücken hier aber ein 3-1-4-2 her, sodass Sturm quasi nur eine Möglichkeit hat: ein Pass auf Simon Piesinger (schwarz). Dieser muss jedoch schnell und präzise gespielt werden.

Der Pass auf Piesinger kommt zwar an, aber Valon Berisha (blau) ist sofort zur Stelle und attackiert ihn. Auch hier hat der Ballführende nur eine realistische Möglichkeit: ein Pass auf Thorsten Schick (rot). Dieser bewegt sich jedoch direkt in den Deckungsschatten von Schmitz, der damit zusätzlichen Druck auf Piesinger ausübt. Den offensichtlichen Pass antizipiert Berisha, erobert den Ball und spielt dann auf Yordy Reyna (gelb). Dieser setzt sich dann im Eins-gegen-Eins durch und spielt einen scharfen Ball zur Mitte, der dann über Umwege im Netz landet.

Alexander Semeliker, abseits.at

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Alexander Semeliker

@axlsem