Jetzt ist es also schon wieder passiert. Der SK Rapid Wien hat nach einem gelungenen Auftritt im Europapokal im darauffolgenden Bundesligaspiel verloren. Es kommt... Unser täglich Brot: Österreichische Klubs im Anschluss an Europacupspiele
Pin It

Europa Kontinent_abseits.atJetzt ist es also schon wieder passiert. Der SK Rapid Wien hat nach einem gelungenen Auftritt im Europapokal im darauffolgenden Bundesligaspiel verloren. Es kommt einem so vor, als sei dies ein charakteristisches Merkmal der Grünen in dieser Saison. Wurde in der Europa League so gut wie jedes Spiel gewonnen, stehen in der Hinrunde der Bundesliga nun schon acht Niederlagen zu Buche. Es scheint also schwierig zu sein, sich nach Auftritten auf der großen Fußballbühne wieder im Nichts des österreichischen Ligaalltags wiederzufinden. Aber ist das tatsächlich der Fall? Die Antwort ist: Nicht wirklich. Ein Blick auf die Bundesligaergebnisse unmittelbar nach Europapokalspielen in der Europa League und Champions League seit der Saison 2009/10 (insgesamt 100 Spiele – Qualifikationsspiele exkludiert) lässt kein klares Muster erkennen. Der Anteil der Siege nach einem Europapokalauftritt beträgt für alle Vereine etwa 50%.

Abbildung1

Offensichtliche Erklärungen für drei oder null Punkte lassen sich dabei nicht erkennen. Die Ergebnisse logistischer Regressionsmodelle (0: Sieg, 1: kein Sieg) zeigen, dass es etwa keinen Unterschied macht ob man im Europapokal gewonnen oder verloren hat, auswärts oder zu Hause gespielt hat, sich mit einem besonders attraktiven Gegner aus den Top-4-Ligen Europas duelliert hat oder auf nationaler Ebene gegen eine sogenannte Top-4-Mannschaft (Red Bull, Rapid, Austria oder Sturm) antreten musste.

Abbildung2

Kann es vielleicht sein, dass es schwierig ist sich nach einem Auftritt auf der großen Bühne des europäischen Fußballs für die spärlich besuchten Spiele der österreichischen Bundesliga zu motivieren? Auch nicht. Insgesamt scheint die österreichische Fußballwelt, in Anlehnung an Hubert Gorbach, somit nicht too small zu sein. Prinzipiell gilt: Je größer der Unterschied in der Anzahl der Zuschauer zwischen Spielen im Europapokal und in der Liga, desto höher die Wahrscheinlichkeit ein post-Europacup Bundesligaspiel nicht zu gewinnen. Der Effekt ist jedoch weit davon entfernt statistisch signifikant zu sein.

Zumindest darf man als Fan nach einem missglückten Auftritt auf der europäischen Bühne, auf Tore in der Liga hoffen. Auch wenn die Gefahr einer europäischen und nationalen Doppelnull gegeben ist. Sie lauert in der rechten unteren Ecke. Die Größe der Kreise und Stärke der Kreisränder repräsentiert die Häufigkeit des Ereignisses in den Daten. Kein Tor nach einer Niederlage kann also schon mal vorkommen. Am häufigsten passierte das übrigens den Salzburger Bullen, die in neun Europapokalspielen ohne Torerfolg auch im darauf folgenden Bundesligaspiel nicht einnetzen konnten.

Abbildung3

Wenn du nun also wissen willst, ob deine Mannschaft nach einem nervenaufreibenden Europacup-Fight in der Amsterdam Arena drei Punkte in Grödig einfahren wird: Just flip a coin!

Roman Senninger, abseits.at

Pin It

Roman Senninger