In den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und... Was wurde aus den Gastarbeitern? (4) – SK Sturm Graz
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SK Sturm Graz - Wappen mit FarbenIn den letzten 15 Jahren spielten zahlreiche erfolgreiche, weniger erfolgreiche und kultige Legionäre in der höchsten österreichischen Spielklasse. Wir werfen einen Blick zurück und schauen uns an, was aus einigen der Gastarbeiter wurde, an die sich heute vielleicht kaum jemand erinnert. Wir beginnen mit Beispielen aus der jüngeren Vergangenheit und arbeiten uns zurück bis in die 90er.

Heute schauen wir uns die Legionäre aus der Geschichte der „Blackies“, des SK Sturm Graz an.

Giorgi Popkhadze

Nur ein Jahr kickte der Georgier Giorgi Popkhadze in der linken Außenverteidigung des SK Sturm Graz. Danach ging der heute 28-Jährige auf eine längere Nationaltournee. Es verschlug Popkhadze zuerst nach Aserbaidschan, dann nach Polen, kurz in seine georgische Heimat und schließlich wieder nach Polen. Momentan spielt er bereits zum zweiten Mal bei Jagiellonia Bialystok.

Gordon Schildenfeld

Mit Sturm wurde Gordon Schildenfeld Meister, von Graz aus brachte er es zum kroatischen Nationalspieler – und auch die späteren Vereine des Innenverteidigers können sich sehen lassen. Sturm verkaufte Schildenfeld, mittlerweile 30 Jahre alt, um eine Million Euro an Eintracht Frankfurt, das ein Jahr später von Dinamo Moskau das Doppelte für den Kroaten erhielt. In Moskau konnte sich Schildenfeld aber nicht durchsetzen und so wurde er an PAOK Saloniki verliehen und ein halbes Jahr später für zwei weitere Saisonen an Panathinaikos Athen, wo er auch heute noch leihweise unter Vertrag steht und Stammspieler ist. Der Vertrag des 23-fachen Nationalspielers läuft im Sommer aus.

Grzegorz Szamotulski

Zwei Jahre lang war der Pole Grzegorz Szamotulski Stammtorhüter in Graz. In den nächsten drei Jahren hütete der gebürtige Danziger schottische, englische, israelische , slowakische und schließlich wieder polnische Tore. Dundee United, Preston North End, MS Ashdod, Hibernian Edinburgh und Dunajska Streda waren seine weiteren Auslandsstationen, ehe er seine Karriere in Polen ausklingen ließ. Bei seinen letzten vier polnischen Vereinen war er aber nie Stammtorhüter – so viele Spiele wie in Graz bestritt Szamotulski im Ausland nirgendwo anders.

Mitja Mörec

Als Talent wechselte der Slowene Mitja Mörec nach Graz und galt aufgrund seiner offensichtlichen Qualitäten als kommender Klasseabwehrchef. Nach fünf Jahren standen bei Sturm aber nur 55 Bundesligaspiele auf seiner Habenseite und so verließ Mörec die Steiermark im Sommer 2007. Seine weiteren Vereine: Maccabi Herzliya in Israel, ZSKA Sofia und Slavia Sofia in Bulgarien, Panaitolikos in Griechenland, Lyngby in Dänemark, ADO Den Haag in Holland, kurzfristig wieder sein Stammverein Mura in Slowenien und schließlich noch der kasachische Klub Kaisar und der aserbaidschanische Verein Ravan. Im Jänner kehrte der heute 32-jährige Mörec Europa den Rücken und wechselte zu Vietnam, wo er für Hoang Anh Gia Lai spielte.

Amadou Rabihou

Der 30-jährige Kameruner mit österreichischem Pass absolvierte 98 Meisterschaftsspiele für Sturm und erzielte dabei 18 Tore. 2007 verließ Rabihou die Grazer und wechselte in Frankreichs zweite Liga, wo er bei Amiens floppte. Auch beim slowakischen Verein Dunajska Streda und im Ländle bei Austria Lustenau blieb Rabihou hinter den Erwartungen. 2010/11 spielte der Angreifer für Hereford United in Englands vierter Liga, 2011/12 für Waldhof Mannheim in Deutschlands vierter Leistungsklasse. Nachdem der Offensivspieler bei europäischen Erstligisten nicht mehr Fuß fassen konnte, suchte er sein Glück in den Vereinigten Arabischen Emiraten – ebenfalls in unteren Ligen. Seit Jänner 2014 ist Rabihou wieder vereinslos.

Francisco Rojas

Der Chilene Francisco Rojas war eine „Kartnig-Erfindung“ und kickte vier Jahre auf vielen verschiedenen Positionen für den SK Sturm. Der kleine Südamerikaner kam 2001 von Colo Colo und wechselte 2005 sofort wieder zurück in sein Heimatland. Union Española und La Serena waren die letzten Stationen des Defensivmannes, ehe er im Sommer 2012 seine Karriere beendete. Rojas erzielte für Sturm mehr Tore als in seiner gesamten weiteren Karriere zusammen.

David Mujiri

Er war einer der begnadetsten Fußballer des SK Sturm zwischen 2002 und 2005. Aber ein einfacher Charakter war der schussgewaltige Georgier David Mujiri nicht, wodurch er sich immer wieder selbst im Weg stand. Nach seiner Zeit in Graz spielte der 26-fache Nationalspieler in Russland für Krylia Sovetov Samara und Lok Moskau. Danach wechselte Mujiri zurück nach Georgien und nach einem halben Jahr weiter nach Japan, wo er bei Sanfreece Hiroshima zum Edeljoker gemacht wurde, nachdem sein körperlicher Zustand nicht der Beste war und Spiele über 90 Minuten seltener wurden. Sein letztes Jahr als Profi verbrachte der heute 37-Jährige bei Zestafoni. Im September 2012 bestritt Mujiri seine letzte Partie.

Alain Masudi

Ein anderer „Begnadeter“ spielt noch immer! Alain Masudi kam einst um eine achtstellige Schillingsumme aus Lausanne und spielte knapp zwei Jahre in Graz groß auf. Doch auch der Kongolese war kein einfacher Typ und verließ zu häufig unaufgefordert das Land, um seine Heimat zu besuchen. Den Großteil seiner späteren Karriere verbrachte Masudi in Israel, wo er auch heute noch spielt. Maccabi Ahi Nazareth ist bereits der achte israelische Klub des 37-Jährigen. Zwischendurch spielte er außerdem ein halbes Jahr in China.

Eddy Bosnar

Auch der Australier Eddy Bosnar ist noch immer aktiv. Momentan spielt der Scharfschütze für die Central Coast Mariners in der australischen Liga. Zuvor stand der 34-Jährige, der knapp drei Jahre für Sturm Graz auflief unter anderem beim südkoreanischen Klub Suwon Bluewings, bei den japanischen Vereinen JEF United und Shimizu S-Pulse, sowie in den Niederlanden bei Heracles Almelo unter Vertrag. Bei Rijeka und Dinamo Zagreb gab der kroatisch-stämmige Bosnar Kurzgastspiele, für den FC Everton – Bosnars ersten Verein nach seiner Graz-Zeit – bestritt er keine einzige Partie.

Andrés Fleurquin

Und zu guter Letzt: Auch einer der besten Legionärs-Sechser der letzten zwei Jahrzehnte ist noch aktiv! Andrés Fleurquin aus Uruguay ist mittlerweile 39 Jahre alt und spielte zwischen 2000 und 2001 für Sturm. Später spielte Fleurquin für Galatasaray Istanbul, Stade Rennes, Córdoba und stolze sechs Jahre in Cádiz, ehe er im Sommer 2010 zu seinem Stammverein Defensor Montevideo zurückkehrte. Stammspieler ist der Uruguayer zwar nicht mehr, aber in brenzligen Partien wirft man den 11-fachen Nationalspieler immer noch gerne in die Schlacht.

Daniel Mandl, abseits.at

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen