Nach dem 0:0 gegen die Tottenham Hotspurs durfte Jürgen Klopp am Donnerstag seine Heimpremiere mit FC Liverpool feiern und das gleich in der Euro... Jürgen Klopps Heim- und Europa-League-Debüt beim FC Liverpool
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Jürgen Klopp_abseits.atNach dem 0:0 gegen die Tottenham Hotspurs durfte Jürgen Klopp am Donnerstag seine Heimpremiere mit FC Liverpool feiern und das gleich in der Euro League gegen Rubin Kazan.

Liverpool startete gegen Rubin Kazan wie auch schon gegen die Spurs in einer 4-3-2-1 Formation, das wiederum aus einer 4-4-2 Grundordnung agierte.

Ähnlich wie gegen Tottenham presste Liverpool hoch und erzeugte durch das Gegenpressing viel Druck. Kompaktheit war in den ersten 20 Minuten größtenteils gegeben. Jedoch war zu erkennen, dass sich Liverpool beim Pressing in der Mitte des Spielfelds noch einige Abstimmungsprobleme hat, während dies an den Seitenlinien besser funktioniert.

Im Spielaufbau war zu beobachten wie sich einer der halbmittigen Sechser immer wieder neben die Innenverteidiger bewegte um zu dritt das Spiel aufzubauen, während die Außenverteidiger Moreno und Clyne sehr hoch standen. Besonders auf der rechten Seite funktionierte in Folge des Aufbauspiels das Kurzpassspiel in Dreiecksformation zwischen Milner, Clyne und Lallana hervorragend.

Eine weitere Option im Spielaufbau Liverpools waren die Verbindungen der Innenverteidiger zu den offensivsten Mittelfeldspielern. Lallana und vor allem Coutinho ließen sich immer wieder geschickt in die Halbräume zurück fallen und erhielten einige vertikale Zuspiele der Innenverteidiger. Durch kurze Dribblings und anschließende diagonale Bälle wurde so versucht das Mittelfeld zu überbrücken. Überhaupt wurde im Umschaltspiel oft versucht Coutinho und Lallana zu bespielen, die dann mit schnellen Dribblings Angriffe einleiteten.

Nach dieser anfänglich guten Phase schlichen sich die ersten Fehler im Pressing ein. Vor allem ein zu direktes und forsches Anlaufen war wie auch schon gegen Tottenham zu sehen. So kam es auch, dass Can nach Spielverlagerungen viel zu ungestüm in Liverpools Hälfte attackierte und Kazan somit viel Platz und Zeit hatte eine Flanke in den Strafraum zu schlagen, die technisch auf höchstem Niveau vollendet wurde.

Liverpool schien nicht verunsichert zu sein, jedoch fahrlässig in der Rückwärtsbewegung. Vor allem Can wirkte teilweise lustlos im Defensivverhalten und verzichtete gleich zwei Mal darauf mit seinem Gegenspieler mitzulaufen, was zwei hochkarätige Chancen für Kazan zur Folge hatte. In einer schwächeren Phase Liverpools hatten sie großes Glück, dass der eigentlich erfahrene Kapitän Kuzmin sich mit einem taktischen Foul weit weg vom eigenen Sechzehner Gelb-Rot holte und man direkt mit dem Freistoß durch Can zum Ausgleich kam.

In der Folge stellte Kazan auf ein 4-4-1 um und Klopp wechselte zur Halbzeit Lucas für Allen, der bereits Gelb hatte. Kazan brachte einen Defensivmann für einen ihrer Stürmer.

Liverpool schaffte es, sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen. Lallana ließ sich geschickt in die Halbräume und zwischen die zwei Linien von Kazan fallen und sorgte so auch für gefährliche Angriffe. Ebenso schafften die zwei Außenverteidiger Clyne und Moreno durch gut getimtes Hinterlaufen immer wieder Raum über die Seiten. Kazan schaffte es kaum sich zu befreien und hatte auch keine Ambitionen sich freizuspielen. Meistens wurde der Ball einfach nach vorn geschlagen.

Jürgen klopp hatte mit Benteke und Firmino noch zwei echte Kracher auf der Bank, die dann für Coutinho und Origi ins Spiel kamen. Benteke zeigte sofort große Straufraumpräsenz während Firmino durch gute Dribblings und gutes Passspiel Druck erzeugen konnte.

Liverpool kam insgesamt auf 35:6 Torschüsse, wovon allerdings letztendlich nur neun aufs Tor gingen und kein zweites Tor zum Sieg gelang.

Ähnlich wie gegen Tottenham überzeugte Liverpool in der Anfangsphase durch hohes, kompaktes Pressing. Jedoch waren wiedermal nach ca. 25 Minuten Probleme beim Timing und in der Abstimmung der Pressingbewegung zu beobachten.

In Überzahl wussten sie spielerisch zu überzeugen, der zweite Treffer konnte jedoch nicht erzielt werden, auch wenn er durchaus verdient gewesen wäre.

Man muss Liverpool Zeit geben um sich an diese Art des Fußballs zu gewöhnen und sie einzutrainieren. Es ist allerdings schon klar die Handschrift von Jürgen Klopp zu erkennen und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein bis die Mannschaft seine Spielidee mit hoher Qualität umsetzt.

Max Senft, abseits.at

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Max Senft