Im Viertelfinale des österreichischen Cups schlägt die Admira im zweiten Duell innerhalb von wenigen Tagen auswärts die Austria mit 2:1 und zieht in die... Analyse: Admira besiegt die Austria und zieht ins Cup-Halbfinale ein
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_Damir Buric - Admira WackerIm Viertelfinale des österreichischen Cups schlägt die Admira im zweiten Duell innerhalb von wenigen Tagen auswärts die Austria mit 2:1 und zieht in die nächste Runde ein. Die Austria zeigte sich zwar verbessert im Vergleich zum letzten Duell, jedoch schlug sich die Überlegenheit letztlich nicht im Resultat nieder und so muss der Rekordcupsieger vorzeitig die Segel streichen.

Blitzstart der Admira, Austria wird kalt erwischt

Bei der Austria gab es nach der Niederlage am vergangenen Samstag gegen die Admira insgesamt drei Umstellungen. So rückten Tajouri und Friesenbichler in die Mannschaft, während Pires etwas überraschend den Dänen Larsen auf der Position des rechten Verteidigers ersetzte. Die Admira hingegen lief beinahe mit derselben Elf auf, einzig Sax musste verletzungsbedingt passen. Die Charakteristik des Spiels veränderte sich im Vergleich zum letzten Duell auch nicht wesentlich. Die Austria nahm von der ersten Minute an das Heft in die Hand und rückte gleich zu Beginn mit der gesamten Mannschaft weit auf und war sichtlich motiviert, Revanche für die Niederlage am Samstag zu nehmen. Das Positionsspiel wirkte am Anfang auch etwas verbessert und man setzte ebenfalls wieder auf das gewohnte Gegenpressing, um die gefährlichen Konter des Gegners nach eigenem Ballverlust frühzeitig zu unterbinden. Der Zwischenlinienraum wurde auch stärker besetzt und man versuchte diesmal die eigene Formation nicht so zu strecken, sondern engere Abstände zueinander einzuhalten, damit die Ballzirkulation stabiler wird und man sich nicht so leicht isolieren lässt.

Die Gäste aus der Südstadt vertrauten nach dem letzten Sieg gegen die Austria erneut auf ihre 4-1-4-1 Formation, die situativ auch mal zum 5-4-1 mutierte. Man bildete erneut einen engmaschigen Block in der eigenen Hälfte, mit kurzen Abständen zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen und Spielern und versuchte nach Ballgewinnen mit wenigen Kontakten (speziell über den starken Knasmüllner) rasch nach vorne zu kommen. Einer dieser Ballgewinne ermöglichte auch relativ rasch den Führungstreffer der Admira. Nach einem schweren Fehlpass von Rotpuller, kam man nahe am gegnerischen Strafraum an den Ball und trug den Angriff wunderbar über Starkl und Zwierschitz vor, der von Knasmüllner letztlich zur frühen Führung abgeschlossen wurde. Für die Austria kam es sogar noch dicker. Nach einem langen Ball stellten sich die beiden Innenverteidiger der Violetten nicht gut an und Monschein netzte bereits nach 15 Minuten zum 0:2 für die Gäste ein.

Austria geschockt und etwas ungeduldig

Die Gastgeber wirkten aufgrund des ungünstigen Spielverlaufs sichtlich angeschlagen  und verunsichert. Man brauchte auch einige Minuten um diesen Schock erstmal zu verarbeiten und wurde aber langsam auch immer ungeduldiger. So versuchte man schneller und direkter vor das gegnerische Tor zu kommen und schlug ungewohnt viele Flanken bereits aus dem Halbfeld heraus, statt in Ruhe zu versuchen den Gegner weiter zu bespielen und in Bewegung zu bringen. Dadurch orientierten sich die Spieler bereits ziemlich früh in Richtung Strafraum und sorgten für eine zu flache Staffelung in der Offensive, weshalb auch das Gegenpressing nach Ballverlust nicht griff und die Admira oft problemlos die erste Linie des Gegners nach Ballgewinn mit kurzen Kontakten überspielen konnte. Die Gäste verzichteten jedoch aufgrund des Spielstandes auf den Ballbesitz und nutzten diese Probleme der Austria nicht konsequenter aus, sondern man verließ sich ab Minute 20 weitestgehend auf die eigene starke Defensive und stellte den Offensivbetrieb nahezu ein. Diese Lethargie wurde dann auch bestraft, als die Austria nach einem Treffer von Friesenbichler auf 1:2 verkürzen konnte.

Einbahnstraßenfußball in Halbzeit 2

Die violetten Gastgeber kamen gut und druckvoll aus der Kabine und bekamen wohl einige Anpassungen für ihr Spiel mit auf den Weg. So wurde augenscheinlich die schlechte Staffelung in der Offensive etwas entschärft und man versuchte geduldiger den Ball zu zirkulieren und sich auch zu keinen voreiligen Flanken aus dem Halbfeld hinreißen zu lassen. Das wirkte sich auch gleich positiv auf das violette Spiel aus und man kam nach der Pause zu einigen gefährlichen Situationen, die man jedoch liegen ließ. Die Admira konnte sich aus der Umklammerung der Austria überhaupt nicht mehr befreien und auch für keine Entlastung der Defensive sorgen. Jedoch machte man es dem Gegner dank der eigenen starken Defensive so schwer wie nur irgend möglich.

Die Austria musste immer wieder mühsam den Ball von einer Seite zur anderen tragen und es blieb ihr meist nur die Hoffnung auf Flügeldurchbrüche nach gewonnenen Dribblings, da das Zentrum der Admira dank der mannorientierten Raumdeckung schwer zu öffnen war und der Mechanismus der herausstechenden Innenverteidiger und gleichzeitigem Fallenlassen des Sechsers Lackner meist reibungslos funktionierte. Dadurch wurde die Austria sobald es über das Zentrum ging sofort in Zweikämpfe verwickelt und musste den Ball ohne Raumgewinn wieder retour spielen. Man blieb zwar optisch dominant und feldüberlegen, konnte jedoch in der Phase nicht genügend qualitativ hochwertige Torchancen herausspielen, da auch oft der letzte Pass zu ungenau kam. So verstrichen die Minuten und die Admira machte immer weniger den Anschein, als würde sie sich den Sieg noch wegnehmen lassen. Im Gegenteil, mit der einzigen Gelegenheit in  der 2. Halbzeit vergab man kurz vor Schluss sogar noch die endgültige Entscheidung. Diese Nachlässigkeit rächte sich aber nicht mehr und so fuhr die Admira einen erneuten Auswärtssieg bei der Austria ein und zog damit ins Cup-Halbfinale ein.

Fazit

Die Admira mutiert langsam zum Angstgegner der Austria und schafft das Kunststück zum dritten Mal in der Saison die Veilchen im Happel-Stadion zu schlagen. Man profitierte einerseits vom günstigen Spielverlauf und der eigenen Kaltschnäuzigkeit, andererseits leistete die Defensive über weite Strecken einen guten Job und machten es dem Gegner so schwer wie möglich. Für die Austria stellt diese Niederlage hingegen einen ordentlichen Dämpfer dar. Man zeigte sich zwar im Vergleich zum Duell am letzten Wochenende verbessert, jedoch machte man sich durch die schlechte Defensivarbeit zu Beginn das Leben selber schwer und konnte danach  trotz Überlegenheit das Ruder nicht mehr herumreißen. Damit ist wohl auch die letzte Chance auf einen Titelgewinn für die Veilchen endgültig dahin.

Dalibor Babic, abseits.at

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Dalibor Babic