Erst vor wenigen Wochen gewann Alhaji Kamara seinen ersten Titel: Mit dem IFK Norrköping gewann der 21-Jährige völlig überraschend den Meistertitel in Schweden. Das... Ein Meistertitel als Karriereende und Lebensrettung: Der erste und letzte Titel für Alhaji Kamara
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Schweden Flagge_abseits.atErst vor wenigen Wochen gewann Alhaji Kamara seinen ersten Titel: Mit dem IFK Norrköping gewann der 21-Jährige völlig überraschend den Meistertitel in Schweden. Das Kuriose: Dieser Meistertitel beendete nur kurze Zeit später abrupt die Karriere des Top-Talents – und rettete womöglich gleichzeitig das Leben des Afrikaners.

Nachdem der in Freetown, Sierra Leone geborene Alhaji Kamara schon im Nachwuchs von Norrköping alles in Grund und Boden schoss, kam er vor zwei Jahren in die erste Mannschaft und erzielte dort in 47 Spielen 19 Tore. Für die kommende Saison 2016 wurde dem jungen Stürmer der große Durchbruch vorausgesagt – die Champions-League-Qualifikation sollte den seit 3 ½ Jahren in Schweden ansässigen Offensivspieler in neue Sphären katapultieren. Kamara galt zuletzt als eines der größten Talente der Allsvenskan, Schwedens höchster Spielklasse.

Vor jeder Saison in der höchsten Spielklasse Schwedens müssen alle Spieler ein Belastungs-EKG über sich ergehen lassen. Routine. „Alles sauber“, hieß es stets, als man Kamara wieder vom Fahrrad ließ. Beim obligatorischen Check fand man keine Hinweise auf gesundheitliche Probleme. Dadurch, dass Norrköping aber Meister wurde, bat die UEFA die Spieler der Schweden zuletzt zu einem genaueren Check.

Und da kam der Schock: Bei Alhaji Kamara wurde ein Herzfehler diagnostiziert, der dem sierra-leonischen Internationalen ernste Probleme bereiten könnte. Man sprach sogar in einem offiziellen Statement durch den Verein vom Worst Case – Kamara würde Gefahr laufen, eines Tages auf dem Spielfeld oder dem Trainingsplatz umzukippen, wenn er seinem Körper weiterhin Belastungen aussetzen würde. Die Gefahr eines plötzlichen Herztods sei sehr hoch. In den nächsten Wochen wird sich Kamara weiteren Untersuchungen unterziehen, um festzustellen, ob eine Operation das Problem verringern oder gar lösen könnte. Die Fußballerkarriere des Alhaji Kamara ist aber im Alter von 21 Jahren vorüber und wird wohl auch nicht mehr neu starten.

Das Paradoxe an der Situation: Wäre IFK Norrköping nicht Meister geworden, hätte Alhaji Kamara den strengeren Test wohl nie absolviert und wäre von den Schweden weiterhin als „Gesunder“ vom EKG-Rad geschickt worden. Erst die Tatsache, dass sein Klub sich für die Qualifikation zur Champions League anmelden durfte, rettete womöglich das Leben des Talents.

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen