Am 25. Spieltag konnten sich zwei heimische Akteure mit ihren Siegtreffern besonders ins Rampenlicht spielen. Diese Runde hatte es allgemein in sich, denn es... 2. Deutsche Bundesliga: Der Legionärs-Check vom 25. Spieltag
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_Michael LiendlAm 25. Spieltag konnten sich zwei heimische Akteure mit ihren Siegtreffern besonders ins Rampenlicht spielen. Diese Runde hatte es allgemein in sich, denn es gab ein Zweitligadebüt zu feiern und eine kuriose Ein- und Auswechslung desselben Spielers. Im Folgenden ist dies und mehr zu finden.

Liendl kam, traf und siegte

Am Freitagabend standen drei Begegnungen an. Eintracht Braunschweig konnte zu Hause Heidenheim knapp mit 3:2 besiegen. Bei den Gästen saß Martin Rasner das gesamte Spiel über auf der Ersatzbank.

Arminia Bielefeld, bei denen letzte Woche Trainer Jürgen Kramny entlassen wurde, gewann das Heimspiel gegen Kaiserslautern mit 2:0. Manuel Prietl wurde bei den Gastgebern nach gut einer Stunde eingewechselt. Er kam dabei für den offensiven Staude und interpretierte seine Rolle etwas defensiver. Prietl fiel einzig durch seine harte Gangart auf, weshalb er nach bereits 20 Minuten wieder ausgewechselt wurde. Die Gefahr einer Gelb-Roten-Karte war dem Trainer wohl zu hoch. Die Roten Teufel begannen mit Philipp Mwene als Rechtsverteidiger. Stipe Vucur saß 90 Minuten lang auf der Reservebank. Bei einer schwachen Leistung der Lauterer Hintermannschaft konnte Mwene als einer der Aktivposten hervorragen. Er gewann die meisten Zweikämpfe seines Teams und versuchte sich durch Flanken auch in die Offensive miteinzuschalten. Beim Gegentor zum 0:1 attackierte er etwas zögerlich und ließ den Bielefelder gewähren. Aus dessen Zuspiel resultierte schlussendlich der Treffer.

Beim dritten Freitagskick konnte Michael Liendl dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Er wurde zur Hälfte für den schwachen Lacazette eingewechselt und agierte in zentraler Mittelfeldposition im 3-4-3 System der Löwen. Liendl bereitete dabei das 1:0 durch eine scharfe Flanke vor und krönte seine Leistung mit einem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0. Er versenkte dabei einen Elfmeter ganz souverän im Eck. Dies war zugleich sein elfter in Folge getroffener Elfmeter. Es fiel außerdem auf, dass das gesamte Spiel der Münchner in Hälfte zwei über ihn lief. Er war an so gut wie jeder Offensivaktion beteiligt und spielte starke 40 Pässe in 45 Minuten Spielzeit. Im Team der Runde findet man Liendl ebenfalls. Einziger Wehmutstropfen für den Österreicher dürften die Aussagen seines Trainers sein. Als Pereira von Journalisten befragt wurde, ob der Österreicher ein Kandidat für die Startelf sei, meinte der Trainer, dass dies zurzeit schwierig ist, da Liendl zu wenig läuft und zu wenig Zweikämpfe bestreitet. Das Verhältnis zwischen Trainer und Liendl entwickelt sich allmählich zu einer regelrechten Posse und man darf auf den nächsten Akt nach der Länderspielpause gespannt sein.

Bei den Gästen hingegen gab Jörg Siebenhandl sein Zweitligadebüt, als er in der Halbzeit für den verletzten Wulnikowski ins Spiel kam. Die etatmäßige Nummer Eins zog sich einen Anriss des Kreuzbandes zu und fällt für die restliche Saison aus. Dies könnte nun die Chance für den Österreicher sein sich in den Fokus des Trainers zu spielen. Beim Match gegen die Löwen agierte er bereits sehr abgeklärt und war seiner Mannschaft ein sicherer Rückhalt. Bei den Gegentoren hatte er keine Abwehrmöglichkeit. Nach der Länderspielpause wird wohl der nächste Österreicher zu seinen fixen Einsätzen in Liga zwei kommen.

Fürther Erfolgslauf hält an

Am Samstag musste Hannover zum Nordderby nach Hamburg reisen. Bei den Gästen saß Samuel Radlinger wie gewohnt auf der Bank und Martin Harnik startete als Solospitze. Die sichtlich verunsicherten Hannoveraner kamen dabei nicht über ein 0:0 hinaus. Harnik war die meiste Zeit über auf sich allein gestellt und erhielt wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld. Das Spielgeschehen lief allgemein etwas am Österreicher vorbei. Dennoch hatte er kurz vor Schluss den Matchball am Fuß, als er freistehend vor Torhüter Heerwagen den Ball auf die Tribüne hämmerte. Interessant ist auch, dass bei Hannover der Trainer gewechselt wurde. Stendel raus und Breitenreiter rein heißt es bei den Hannoveranern. Ob sich der Trainerwechsel auch auf das Spielsystem beziehungsweise auf das Auftreten von Harnik auswirkt, wird die Zukunft zeigen.

Im zweiten Samstagsspiel konnte Fürth zu Hause den Tabellenführer aus Stuttgart besiegen. Robert Zulj wurde rechtzeitig zum Ligaspiel fit und startete gewohnt als offensivster Mittelfeldspieler im 3-4-1-2 System von Trainer Radoki. Der Österreicher konnte bei diesem Spiel nicht so gefährlich werden, spielte aber mehrere intelligente Pässe in die Sturmspitze. Einer dieser Bälle wurde beinahe von Berisha durch ein Tor veredelt. Zulj war dennoch sehr stark ans Spielgeschehen gebunden, was seine Werte bezüglich Ballbesitzphasen beweisen. Er passte außerdem die meisten Bälle seines Teams und versuchte durch zwei Torabschlüsse Gefahr auszustrahlen. Bei einem insgesamt starken Spiel der Fürther war Zulj ein wichtiger Eckpfeiler auf dem Weg zum Erfolg. Christian Derflinger saß nur auf der Bank und Lukas Gugganig schaffte es nicht in den Kader. Bei den Gästen saß Florian Klein ebenfalls nur auf der Bank und wartet nun schon seit November auf einen Einsatz in der Liga. Dieser Fakt hat ihm wohl auch seinen Platz im Nationalteam gekostet.

Kein Österreicher-Sonntag in Liga 2

Bochum empfing Aue und kam dabei nicht über ein 1:1 hinaus. Der Trainer der Bochumer, Gertjan Verbeek, sagte, sehr zum Bedauern der Fans des VfL, dass das Saisonaus von Kevin Stöger wohl besiegelt ist. Der andere Österreicher im Dress der Bochumer, Dominik Wydra, bekam vom Trainer erneut das Vertrauen geschenkt und startete im defensiven Mittelfeld im 4-2-3-1 System. Er agierte gegen die angriffslustigen Auer sehr zweikampfstark und lenkte gemeinsam mit Losilla das Spiel der Bochumer. Sein persönlicher Höhepunkt war bestimmt seine schöne Torvorlage zum Ausgleich. Er eroberte dabei den Ball mit einem robusten Körpereinsatz und brachte die Kugel von der Seite in Richtung Wurtz, der den Ball über die Linie wuchtete. Es war übrigens die erste Torvorlage von ihm in dieser Saison.

Düsseldorf gewann am Sonntag klar in Karlsruhe. Bei den Gastgebern standen Ylli Sallahi und Jimmy Hoffer aufgrund ihrer Verletzungen nicht im Kader. Positiv dabei ist anzumerken, dass Ersterer bereits wieder ins Training eingestiegen ist und nach der Länderspielpause wohl wieder eine Option für den Kader wird. Christian Gartner saß bei Düsseldorf das gesamte Spiel über auf der Ersatzbank.

Die Österreicher im Dress der Sandhäuser mussten in Dresden eine bittere 0:2 Niederlage hinnehmen. Marco Knaller hütete das Tor des SV und war bei beiden Gegentreffern machtlos. Ansonsten verlebte er einen relativ ruhigen Nachmittag, da Dresden bei den meisten seiner Versuche das Tor nicht traf. Er agierte gewohnt ruhig und zeigte an diesem Wochenende auch in der Strafraumbeherrschung, dass er ein verlässlicher Schlussmann ist. Stefan Kulovits fand das gesamte Spiel über nicht richtig in die Partie und war vom Spielgeschehen etwas isoliert. Er versuchte seinem Kollegen im zentralen Mittelfeld den Rücken frei zu halten und hatte daher nur wenige Ballaktionen. Aufgrund seines guten Stellungsspiels konnte er aber einige Angriffe der Dresdner früh abfangen und somit die Bälle gewinnen. Dennoch nicht seine stärkste Leistung in diesem Frühjahr und er wurde nach einer guten Stunde ausgewechselt.

Österreicher-Duell am Montag und Fazit

Das Topspiel der Runde fand am Montagabend an der Alten Försterei statt. Union Berlin konnte dabei die Männer aus Nürnberg knapp mit 1:0 besiegen. Bei den Eisernen stand Christian Trimmel in der Startelf und überzeugte einmal mehr auf ganzer Linie. Defensiv lieferte er sich packende Duelle mit dem Nürnberger Kempe, welche der Österreicher meist für sich entscheiden konnte. Auch sonst stand der ehemalige Rapidler gewohnt sicher und versuchte sich immer wieder in die Offensive einzuschalten. Bereits in der ersten Viertelstunde tauchte er im Strafraum der Franken auf und wurde von Salli zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter ließ diese strittige Szene jedoch weiterlaufen und so brauchte es mehr als 80 Minuten, bis das entscheidende Tor fiel. Trimmel leitete durch einen intelligenten Pass über außen den Angriff der Berliner ein, welchen Philipp Hosiner gekonnt abschloss und so die Einheimischen jubeln ließ. Der nach knapp 75 Minuten ins Spiel gebrachte Stürmer bewegte sich perfekt in den Rücken der Nürnberger Hintermannschaft und schloss gekonnt ins lange Eck ab. Ein wichtiges Erfolgserlebnis für den von Verletzungen geplagten Österreicher. Michael Gspurning und Emanuel Pogatetz kamen nicht ins Spiel und sahen den Heimsieg ihrer Mannschaft von der Ersatzbank aus. Georg Margreitter durfte bei den Gästen von Beginn an ran und stand wie gewohnt dicht am Mann. Er gewann viele Zweikämpfe und war im Abwehrspiel sehr bemüht. Bei Standards konnte er heute nicht sonderlich gefährlich werden. Eine solide Leistung des Innenverteidigers, der kaum Torchancen der Berliner zuließ.

Liendl und Hosiner erwiesen sich an diesem Wochenende als Topjoker und schossen ihre Teams zum Sieg. Trimmel zeigte erneut eine starke Performance und darf mit seiner Union von der Bundesliga träumen. Siebenhandl feierte sein Zweitligadebüt und zeigte dabei, ebenso wie Knaller, eine fehlerlose Leistung. Mwene, Zulj, Margreitter und Wydra lieferten engagierte Leistungen ab, wobei bei letzterem doch noch deutlich Luft nach oben besteht. Kulovits und Harnik hatten bei ihren Spielen einen schweren Stand und konnten nicht ihr volles Potential ausschöpfen. Prietl durfte um die 20 Minuten spielen, wurde aber nach seiner Einwechslung wieder ausgewechselt. Gartner, Gspurning, Sahin-Radlinger, Pogatetz, Rasner, Klein, Derflinger und Vucur verfolgten die Spiele ihrer Mannschaften von der Ersatzbank aus. Stöger, Hoffer, Sallahi und Gugganig standen aus unterschiedlichen Gründen nicht im Kader ihrer Mannschaften.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

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Thomas Schützenhöfer