In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 4. Spieltag 2014/15 (1) – Baumgartlinger gelingt Sensation gegen Dortmund, Wimmer weiterhin staubtrocken

Julian Baumgartlinger (FSV Mainz 05)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks blicken wir zunächst nach Mainz, wo Julian Baumgartlinger und seiner Mannschaft ein tolles Erfolgserlebnis gegen Borussia Dortmund gelang. Anschließend betrachten wir die Leistung von Kevin Wimmer gegen Borussia Mönchengladbach – die Mannschaft von Coach Peter Stöger musste in der laufenden Saison weiterhin keinen Gegentreffer hinnehmen.

1. FSV Mainz 05 – Borussia Dortmund   2:0

Borussia Dortmund holte zuletzt gegen den 1. FSV Mainz 05 aus den vergangenen acht Partien 22 von 24 möglichen Punkten. Nach viereinhalb Jahren endete diese Serie mit einer 2:0-Auswärtsniederlage, die keinesfalls unverdient war. Die Gäste hatten zwar erwartungsgemäß mehr vom Spiel, wurde aber nur selten konkret, da die kampfstarken Mainzer nicht viele Chancen zuließen, selbst aber sehr effizient waren. In den zweiten 45 Minuten schossen die Mainzer nämlich nur zweimal aufs gegnerische Tor, wobei beide Schussversuche erfolgreich ausfielen.

Julian Baumgartlinger begann neben Johannes Geis auf der Doppelsechs und knüpfte an die starken Leistungen der vergangenen Pflichtspiele an. Er bewältigte mit 12,32 Kilometern  mannschaftsintern die mit Abstand größte Laufdistanz, ging aggressiv in seine Zweikämpfe und gewann 12 seiner 21 Duelle für sich (57,1%). Insbesondere während der intensiven ersten Hälfte reagierten die beiden defensiven Mittelfeldspieler der Mainzer gut auf das aggressive Pressing der Dortmunder, indem sich besonders Geis weit zurückfallen ließ und so die Dortmunder Mannschaft auseinanderzog. Auch Baumgartlinger präsentierte sich in dieser Phase pressingresistent, machte kaum Abspielfehler und es gelang ihm immer wieder auch Konstruktives für das Spiel nach vorne beizusteuern. Der österreichische Nationalspieler kam auf 52 Ballkontakte und spielte 38 Pässe, von denen 79% bei seinen Mannschaftskollegen landeten. Lediglich die beiden Außenverteidiger Junior Diaz (59) und Daniel Brosinski (53) berührten öfters das Spielgerät. Alles in allem eine sehr abgebrühte Leistung des Mittelfeldmotors. Baumgartlinger hinterließ einen souveränen und ruhigen Eindruck gegen diesen starken Gegner und bekam sowohl vom kicker, als auch von sportal.de die Note 2,5.

 

 1. FC Köln – Borussia Mönchengladbach   0:0

Kollege Tobias Robl analysierte für uns bereits gestern Vormittag diese Partie, wir wollen uns jetzt noch die Leistung von Kevin Wimmer im Detail ansehen. In erster Linie sticht ins Auge, dass die Kölner nach vier Spieltagen immer noch ohne Gegentor dastehen. Der 21-jährige Keeper Timo Horn schrieb damit Bundesliga-Geschichte, denn keinem anderer Torhüter gelang es bis jetzt die ersten 360 Minuten einer neuen Saison ohne Gegentreffer zu überstehen. Der Schlussmann weiß jedoch, dass er sich auch bei seinen Kollegen bedanken muss: „Die Vorderleute haben mir aber auch viel abgenommen, bis auf eine Chance gegen Paderborn gab es nicht viele Aktionen, bei denen ich mich auszeichnen konnte“.

Dieses Kompliment gilt natürlich auch für Kevin Wimmer, der sich in der höchsten deutschen Spielklasse weiterhin keine Blöße gibt und zusammen mit Dominic Maroh einen sehr soliden Eindruck hinterlässt. Die Abwehrkette ist perfekt aufeinander abgestimmt und durch die eher vorsichtige Ausrichtung der gesamten Mannschaft, die jedoch auch zulasten der Offensive geht, lässt die Truppe von Peter Stöger nur sehr wenige Chancen zu. Seine Zweikampfwerte lesen sich mit sechs von zwölf gewonnen Duellen zwar nicht gut, allerdings verlor er kein entscheidendes Duell und behielt am eigenen Sechzehner stets die Oberhand. Wimmer fing drei gegnerische Pässe ab, machte drei Tacklings und überzeugte mit einem starken Stellungsspiel. Er rückte intelligent aus der Viererkette heraus und ließ den gegnerischen Stürmern kaum Zeit zur Ballannahme. Wie in den Runden zuvor machte er einen hochkonzentrierten Eindruck und ließ sich in der Defensive nichts zu Schulden kommen. Seine weiten Pässe könnten eventuell noch etwa präziser kommen, denn von 14 weiten Zuspielen landeten nur vier bei seinen Mannschaftskollegen. Dies ändert aber nur wenig an seiner ansonsten starken Leistung – der kicker bewertete den Innenverteidiger mit einer 2,5, sportal.de gab ihm eine 3.

Nach vier Spieltagen liegt Kevin Wimmer nun mit einem Notendurchschnitt von 2,63 zusammen mit vier weiteren Spielern an zwölfter Stelle und ist damit in diesem Ranking momentan recht deutlich der beste ÖFB-Legionär. Der zweitbeste Österreicher in dieser Wertung, Zlatko Junuzovic, teilt sich mit einem glatten 3er-Schnitt den 34.-57. Rang.

kicker-Schnitt

Quelle: kicker.de

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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