Peter Stöger sorgt weiterhin für positive Schlagzeilen in der deutschen Bundesliga. Nach dem achten Spieltag liegt der FC Köln am sensationellen fünften Platz und... Bester Saisonstart seit 19 Jahren: Peter Stögers Höhenflug mit dem FC Köln hält an
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Peter Stöger 2_abseits.atPeter Stöger sorgt weiterhin für positive Schlagzeilen in der deutschen Bundesliga. Nach dem achten Spieltag liegt der FC Köln am sensationellen fünften Platz und der österreichische Coach wird es nach dem 3:0-Auswärtssieg gegen den FC Schalke nicht einfacher haben, die hohe Erwartungshaltung in der Rheinmetropole im Zaum zu halten. Wir wollen den Auswärtssieg gegen den FC Schalke näher betrachten und uns anschließend die Stimmen der Akteure ansehen.

Stöger stoppt Schalke-Serie

Die Spieler des FC Schalke liefen mit breiter Brust ins Stadion ein, denn in den vergangenen sechs Pflichtspielen ging die Mannschaft stets als Gewinner vom Platz, womit der Vereinsrekord von 1963 eingestellt wurde. Zudem kassierte Schalke seit fünf Partien kein Gegentor! Es brauchte Peter Stöger um diese Serie zu stoppen, der seinerseits nun mit 14 Punkten aus acht Spielen den besten Saisonstart seit 19 Jahren hinlegte. Während Schalke im Vergleich zum EL-Spiel gegen Asteras Tripolis auf vier Positionen rotierte, nahm Stöger gegenüber der Partie gegen Ingolstadt nur einen Wechsel vor: Marcel Risse rückte von der rechten Außenverteidigerposition ins Mittelfeld vor und Simon Zoller machte Platz für Pawel Olkowski, der rechts hinten seine Arbeit gut machte. Philipp Hosiner musste abermals 90 Minuten mit der Ersatzbank vorliebnehmen.

Schalke findet kein Rezept

Nach einem guten Start der Gäste übernahmen die Hausherren das Kommando. Der FC Schalke fand jedoch kein Rezept die optischen Vorteile in klare Chancen umzumünzen. Stögers Mannschaft glänzte durch gute Organisation, ließ die Gäste anrennen und wartete geduldig auf Kontersituationen. Schalke fehlten die Mittel, um gegen die dicht gestaffelten Abwehrketten der Kölner zwingende Chancen herauszuspielen, es fehlte die notwendige Kreativität, der Spielaufbau wurde nur schleppend vorgetragen. Immer wieder wurde in die Breite gespielt, weil die Kölner durch viel Laufarbeit gefährliche vertikale Zuspiele im Keim erstickten. Es sah nach einem torlosen Unentschieden zur Pause aus, doch dann schlug Anthony Modeste nach einer dieser gefährlichen Konterattacken zu! Der Franzose erzielte heuer bereits zum vierten Mal einen Treffer zum 1:0, öfters als jeder andere Spieler in der deutschen Bundesliga.

Halbzeitführung spielt Gästen in die Karten

Die 1:0-Führung spielte Peter Stögers Mannschaft in die Karten, denn nun konnte sich sein Team noch weiter zurückziehen und auf weitere Kontermöglichkeiten lauern. Der 1. FC Köln hätte schon früher die Entscheidung herbeiführen können, denn die Hausherren sorgten mit ungenauen Abspielen immer wieder dafür, dass die Gäste Kontersituationen vorfanden, die zum Ärger des Trainers nicht sauber fertiggespielt wurden. Stöger verstärkte im Laufe der zweiten Halbzeit mit den Einwechslungen die Defensive, Schalke rannte unermüdlich an, doch die durchschlagskräftigen Ideen fehlten weiterhin. In der Schlussphase erwiesen sich die Gäste dann auch effektiv und erzielten durch Jungstar Yannick Gerhardt und den eingewechselten Simon Zoller zwei weitere Treffer, die wir für euch auf Video haben:

Die Stimmen zum Spiel

André Breitenreiter (Trainer Schalke 04): „Mich ärgert es nicht, wir haben in den vergangenen Wochen vieles richtig gemacht. Es ist ein letzter Entwicklungsschritt, die Ruhe zu behalten, wenn ein Gegner so tief steht. Dann haben wir Fehler gemacht und die Kölner zum Kontern eingeladen, sie haben das hervorragend ausgespielt. Aber die Jungs verlassen auch heute das Stadion mit erhobenem Kopf, die Fans haben das trotz des deutlichen Ergebnisses auch honoriert.“

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): „Wir haben einen riesigen Aufwand betrieben, um es den Schalkern schwer zu machen, mit guter Organisation und viel Laufarbeit. Im Offensiv-Spiel wollten wir Konter fahren. Vieles davon ist aufgegangen. Wenn man 3:0 auf Schalke gewinnt, dann hat man vieles richtig gemacht.“

Ralf Fährmann (Schalke 04): „Es ist hart, dass wir 3:0 verloren haben. Köln war sehr aggressiv und taktisch gut eingestellt. Die Enttäuschung ist jetzt natürlich groß, aber die Köpfe müssen oben bleiben. Man darf das auch nicht überbewerten.“

Roman Neustädter: (Schalke 04) „Köln hat es leider sehr gut gemacht. Wir haben uns vielleicht nicht sehr clever angestellt, unserem Spiel fehlte der entscheidende Pass. Sie standen mit zehn Mann hinten drin und haben die Räume verdammt eng gemacht. Wir haben es heute nicht geschafft, Lösungen zu finden.“

Kevin Vogt (1. FC Köln): „Wir wollten erstmal hinten sicher stehen und dann gefährlich kontern. Wir können sehr stolz sein“, sagte der FC-Profi, der seine Kollegen warnte: „Wir dürfen jetzt nicht abheben, sondern müssen nun von Spiel zu Spiel denken. Es ist noch nicht lange her, dass wir 2:6 gegen Frankfurt verloren haben.“

(Quelle: http://www.bundesliga.de)

Fazit

Peter Stöger hat seine Mannschaft hervorragend auf den Gegner eingestellt, auch wenn er vielleicht ein wenig vom dichten Spielplan des Kontrahenten profitierte, da Schalke in den letzten drei Wochen immerhin sieben Partien absolvieren musste. In Diskussionsforen des 1. FC Köln gibt es einige Fans, die die defensive und wohl auch destruktive Spielweise ihrer Mannschaft kritisieren, wobei man festhalten muss, dass sich diese in der Minderheit befinden. Den meisten Fans ist bewusst, dass Peter Stögers Taktik der mit Abstand effizienteste Weg ist, um mit dieser Mannschaft möglichst viele Punkte zu sammeln. Dazu sei noch angemerkt, dass die Spielweise der Kölner keinesfalls unattraktiv ist, denn es kann durchaus auch Freude bereiten einer in der Defensive perfekt eingestellten Mannschaft beim Spielen zuzusehen. Dazu hat sich das Team noch einmal im Umschaltspiel nach vorne verbessert, die Automatismen greifen, die Spieler setzen Peter Stögers Vorgaben am Platz sehr gut um. Auch Schalke-Trainer Breitenreiter sparte nicht mit Lob und sagte, dass sich die Kölner in den vergangenen zweieinhalb Jahren brutal weiterentwickelt haben, was ein großer Verdienst vom Management und Trainer wäre. Breitenreiter merkte an, dass der FC Köln mittlerweile eine Top-Mannschaft wäre, auch wenn dies Peter Stöger zurzeit nicht gerne hören wird. Wir gratulieren jedenfalls unserem Trainer-Export vom ganzen Herzen zu dieser Top-Leistung!

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger