Beide Mannschaften blieben bis lang hinter den Erwartungen zurück und stehen in diesem Spiel bereits gehörig unter Druck. Beste Voraussetzungen für ein spannendes Samstagabend-Spiel.... Das Topspiel in Deutschland: Bayern München vs. Bayer Leverkusen
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David Alaba - Bayern München_abseits.atBeide Mannschaften blieben bis lang hinter den Erwartungen zurück und stehen in diesem Spiel bereits gehörig unter Druck. Beste Voraussetzungen für ein spannendes Samstagabend-Spiel.

So langsam fängt es in München an zu rumoren. Nach sportlich zuletzt doch eher souveränen Jahren – zumindest in der Bundesliga – läuft es in dieser Saison aktuell nicht rund.

In den letzten drei Spielen gegen Hoffenheim, in Dortmund und unter der Woche in der Champions League beim krassen Außenseiter Rostov gab es keinen Sieg – und nur einen Punkt. Vor allem die Niederlage beim schwarz-gelben Erzrivalen sitzt tief, während die 3:2- Pleite beim letztjährigen russischen Vizemeister einfach nur peinlich war.

Die sofort sichtbaren Kernprobleme sind aktuell, vereinfacht ausgedrückt, die wackelige Defensive, sowie das unkreative und schlecht strukturierte Offensivspiel. Während der beiden letzten Niederlagen gelang es den Bayern nicht, den gewohnt erstickenden Druck auf den Gegner aufzubauen und sich in Folge dessen klare Torchancen herauszuarbeiten.

Die alleinige Schuld an der derzeitigen Misere bei dem neuen Trainer Carlo Ancelotti zu suchen, ist unfair und greift natürlich viel zu kurz. Einige Leistungsträger der letzten Jahre befinden sich beispielweise momentan in einem Formtief. Ob Thomas Müller, David Alaba oder Jerome Boateng, der von Karl-Heinz Rummenigge nach dem Rostov-Spiel deutlich kritisiert wurde – alle kommen aktuell nicht an ihr gewohntes Leistungsniveau heran.

Nichtsdestotrotz scheint auch Ancelotti noch keine vernünftigen Lösungen für die mannigfaltigen Probleme gefunden zu haben. Teilweise wirkt das Spiel der Münchner so, als würde kein wirklicher Plan vorherrschen.

Auch Gegner Leverkusen befindet sich sportlich im Moment in einer eher tristen Lage. Nach mehr als durchwachsenen Leistungen steht Leverkusen mit 16 Punkten nur auf Platz neun der Tabelle.

Trainer Roger Schmitt ist bereits seit drei Jahren im Amt – und seit drei Jahren wird zu diesem Zeitpunkt über die gleichen Probleme gesprochen: Fehlende Konstanz, Probleme gegen Mannschaften, die sich von Bayers intendierten Chaos im Spiel nicht anstecken lassen und der fehlende Plan B in der Spielanlage.

Immerhin qualifizierte sich Leverkusen unter Woche mit einem 1:1 bei ZSKA Moskau vorzeitig für das Achtelfinale der Champions League. Sonderlich zufrieden zeigte sich Sportdirektor Rudi Völler mit dem bisherigen Saisonverlauf naturgemäß trotzdem nicht. Vielmehr legte er ich diversen Statements bereits den Fokus auf die Rückrunde. Die Aufholjagd in selbiger gehört nämlich ebenfalls zu den Schmidt`schen Traditionen bei Bayer.

Datenvergleich

Was bei Bayer Leverkusen besonders heraussticht sind die individuellen Fehler in der Defensive. Mit bereits zwölf Patzern steht die Werkself in dieser Statistik auf Platz zwei – hinter dem Hamburger SV. Fünf dieser Fehler führten bereits direkt zu einem Tor. Zum Vergleich: Gegner Bayern München kommt in dieser Statistik auf vier Fehler, woraus für den Gegner bisher kein Treffer resultierte.

Während der FC Bayern die zweikampfstärkste Mannschaft der Bundesliga ist (54 Prozent gewonnene Zweikämpfe), liegt Bayer mit 45 Prozent nur im Mittelfeld. Die Münchner verursachen dabei auch die wenigstens Fouls in der Liga. Leverkusen steht hier, mit großem Abstand auf die Bayern, auf Platz vier.

Die Bayern lassen zudem die wenigstens Schüsse zu (7,2 pro Spiel). Bayer liegt auch hier unter den Top fünf – mit 9,8 Schüssen pro Spiel. Leverkusen macht bundesligaweit die zweitmeisten Tacklings, die Bayern sind in diesem Ranking Letzter.

Die Münchner sind aber in Sachen Passquote weiterhin Liga-Primus (87 Prozent), Leverkusen liegt mit 78 Prozent auf Platz sieben. Auch in puncto Ballbesitz liegen die Rheinländer deutlich hinter den Bayern (55 Prozent vs. 65 Prozent). Hierzu muss aber erwähnt werden, dass Leverkusens Spiel eher auf das Spiel ohne Ball und die aktive Balleroberung, sowie dem folgenden schnellen Umschalten ausgelegt ist, während Bayern vorwiegend über die Spielkontrolle und das Spiel mit Ball kommt.

Personal & Schlüsselspieler

Es klang bereits an, dass sich einige Akteure der Münchner derzeit nicht in Bestform befinden. Auch die in die Jahre gekommene Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribery erreicht aufgrund von Verletzungen oder Formschwankungen aktuell nicht ihr Toplevel. Die geplanten Alternativen zu „Robbery“ Kingsley Coman und Douglas Costa, können diese Lücken entweder aufgrund von Verletzungen (Coman) oder Formkrise (Costa) nicht nachhaltig schließen. Neben Manuel Neuer und dem ewigen Philipp Lahm, ist der junge Joshua Kimmich einer der wenigen Lichtblicke der bisherigen Saison. Neuzugang Renato Sanches hat seine Position im Team bisher noch nicht gefunden.

Fehlen gegen Leverkusen werden wohl Jerome Boateng und eben Coman.

Die bisherigen Topspieler bei Leverkusen heißen Hakan Calhanoglu, Benjamin Henrichs und Julian Brandt. Nach eher schwachem Saisonstart hat sich Letztere zuletzt mit starken Leistungen wieder in den Vordergrund gespielt. Der zum Außenverteidiger umgeschulte Henrichs gehört ebenfalls zu den Positiv-Erscheinungen. Die Neuzugänge Aleksandar Dragovic, Julian Baumgartlinger oder Kevin Volland konnten bislang durch die Bank weg nicht überzeugen; vor allem Volland gehört bisher zu den Enttäuschungen. Keeper Bernd Leno spielt zudem ebenfalls eine eher durchwachsene Saison.

Weiterhin  fehlen wird Karim Bellarabi, der wohl noch bis zur Rückrunde ausfallen wird.

So könnten sie spielen:

Bayern München: Neuer – Lahm, Martinez, Hummels, Alaba – Xabi Alonso – Thiago, Kimmich – Müller, Ribery – Lewandowski

Bayer Leverkusen: Leno – Henrichs, Tah, Toprak, Wendell – Kampl, Aranguiz – Calhanoglu, Brandt –Chicharito, Volland

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