In diesem Spiel treffen zwei der positiven Überraschungen der Hinrunde aufeinander. Wer kann die gute Form bestätigen? Die Ausgangslage Obwohl die Euphorie rund um... Das Topspiel in Deutschland: RB Leipzig vs. Eintracht Frankfurt
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_Ralph Hasenhüttl - FC IngolstadtIn diesem Spiel treffen zwei der positiven Überraschungen der Hinrunde aufeinander. Wer kann die gute Form bestätigen?

Die Ausgangslage

Obwohl die Euphorie rund um RB Leipzig mit der deutlichen 0:3-Niederlage bei Bayern München einen ordentlichen Dämpfer erhielt, sind sich die meisten Experten darüber einig, dass die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl auch in Rückrunde auf einem ähnlichen Niveau agieren kann, wie in der Hinserie.

In der ersten Saisonhälfte zeichnete Leipzig eine enorm hohe Laufbereitschaft, das diszipliniert ausgeführte situative Pressing sowie das Vermögen, zwischen schnellem Umschalten und Ballbesitzspiel zu wechseln.

All diese Faktoren brachten den Sachsen 36 Punkte und den zweiten Platz hinter den Bayern ein. Auf den ersten Verfolger Hertha BSC hat Leipzig bereits sechs Punkte, auf Borussia Dortmund gar schon neun Punkte Vorsprung.

Trainer Hasenhüttl äußerte sich vor dem Rückrunden-Auftakt über die Aussichten seiner Mannschaften folgendermaßen: „Wir sind nicht so vermessen zu denken, wir könnten ganz locker so weitermarschieren. Wir sind die jüngste Mannschaft der Liga und die mit der wenigsten Erfahrung“, betont der RB-Trainer im SPIEGEL. „Und es wird eher schwieriger als einfacher. Die Mannschaften kennen uns jetzt. Aber wir haben keine Angst.“

Eintracht-Trainer Niko Kovac ist sich der Stärke des Gegners jedenfalls bewusst: „Es ist für mich keine Überraschung, wie Leipzig dasteht. Wir müssen auf jeden Fall hellwach sein. Keiner weiß so richtig wo er steht nach der Winterpause. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir Leipzig Paroli bieten und auch Punkten können.“.

Nachdem Frankfurt in der letzten Saison den Abstieg erst in der Relegation gegen Nürnberg abwenden konnte, stehen die Hessen mit Platz vier nach der Hinrunde überraschend gut da. Einer der Erfolgsgeheimnisse ist die starke Defensive sowie die Einsatzbereitschaft, die jedoch oftmals die Grenzen der Legalität überschreitet.

Von den letzten vier Spielen konnte Frankfurt nur eines gewinnen, verlor aber mit dem 0:1 in Wolfsburg auch nur eine Partie. Die letzte Begegnung vor der Winterpause gewann die Eintracht gegen Mainz 05 klar und deutlich mit 3:0.

Die Frankfurter sind mit ihrer Spielweise fast prädestiniert dazu, den spielstarken Leipzigern den Schneid abzukaufen. RB bewies aber bereits in der Hinrunde, dass sie sich auch von aggressivem Spiel nicht beeindrucken lässt.

Zahlen und Statistiken

RB Leipzig hat nach 16 Spieltagen 36 Punkte auf dem Konto – von den 26 Mannschaften zuvor mit 36 oder mehr Zählern zu diesem Zeitpunkt (auch umgerechnet) landeten am Saisonende alle mindestens auf Rang vier.

29 Punkte nach 16 Spieltagen sind Frankfurts beste Ausbeute im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel.

Leipzig gewann sechs der sieben Heimspiele, gab zu Hause nur beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach Punkte ab.

Beide Teams sind äußerst defensivstark. Frankfurt kassierte erst 12 Tore – Klubrekord  nach 16 Spielen – und stellt nach den Bayern die beste Verteidigung der Bundesliga. Gegner Leipzig kommt mit 15 Gegentoren gleich dahinter auf Platz drei.

Schwächen haben die Frankfurter vor allem in der Offensive. Mit 22 erzielten Toren liegen sie nur im Mittelfeld der Bundesliga. Trainer Kovac ließ in der Winterpause intensiv am Angriffspiel arbeiten. Eines muss der Eintracht aber jetzt schon zu Gute gehalten werden: Mit nur 11,6 Schüssen pro Spiel liegt man in dieser Statistik im hinteren Mittelfeld, zeichnet sich in der Offensive also durch eine gewisse Effizienz aus. Leipzig rangiert in Sachen Toren mit 31 Treffern ligaweit auf Platz drei. Mit 13,6 abgegebenen Schüsse pro Spiel belegt RB den vierten Platz.

Die Eintracht ist mit 47 Gelben und drei Roten Karten die unfairste Mannschaft der Liga. Bei den Verwarnungen distanziert Frankfurt die zweitplatzieren Hamburger gleich um ganze zehn Karten. Leipzig findet sich mit 30 Gelben Karten und einem Platzverweis im Mittelfeld der Fairness-Tabelle wieder.

Personal & Schlüsselspieler

Schwer zu kompensieren dürfte der für Leipzig der Ausfall von Top-Scorer Emil Forsberg sein, der nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Bayern eine Drei-Spiele-Sperre absitzen muss. Ähnlich schmerzen könnte die mögliche verletzungsbedingte Abwesenheit von Naby Keita. Falls beide Schlüsselspieler ausfallen sollten, wäre das eine erhebliche Schwächung. Um so mehr würden in diesem Fall Spieler wie Timo Werner und Marcel Sabitzer in den Fokus rücken; auch Oliver Burke könnte zumindest einen ähnlichen Part spielen wie Forsberg. Der Schotte arbeitete in der Winterpause intensiv an seinem Spiel gegen den Ball, hat aber laut Hasenhüttl „noch ein paar Fehler in seinem Spiel, die gegen einen stärkeren Gegner gefährlich werden könnten.“. Daher wird es wohl auf Dominik Kaiser hinaus laufen. Dafür ist Routine Marvin Compper wieder einsatzbereit.

Auch Gäste-Trainer Kovac plagen vor dem Spiel einige Personalsorgen. Mit Marco Fabian und Szabolcs Huszti fallen zwei wichtige Spieler im Mittelfeld aus. Wie der Kroate diese Verluste auffangen will, dazu wollte er sich in der Pressekonferenz nicht äußern. Spekuliert wird darüber, dass für Huszti der bislang so starke Makoto Hasebe ins defensive Mittelfeld rutscht und dafür Michael Hector den Part des Japaners in der Verteidigung übernimmt. Anstelle von Fabian könnten Ante Rebic oder das Talent Aymen Barkok in die Startelf rücken

So könnten sie spielen:

RB Leipzig: Gulasci – Bernado, Compper, Orban, Halstenberg – Demme, Keita – Sabitzer, Kaiser – Werner, Poulsen.

Eintracht Frankfurt: Hradecky – Hector, Abraham, Vallejo – Chandler, Hasebe, Mascarell, Oczipka – Rebic, Gacinovic – Meier

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