Wie nach jedem Spieltag der deutschen Bundesliga lassen wir die Geschehnisse für euch Revue passieren und fassen die interessantestes Fakten, Daten und Ereignisse für... Der 15. Spieltag in Deutschland: Bayern und Leipzig setzen sich ab

BundesligaWie nach jedem Spieltag der deutschen Bundesliga lassen wir die Geschehnisse für euch Revue passieren und fassen die interessantestes Fakten, Daten und Ereignisse für euch zusammen!

Leipzig wieder in der Spur

Einen Leipziger Leistungseinbruch hat nach der ersten Saisonniederlage am letzten Wochenende gegen Ingolstadt wohl niemand ernsthaft erwartet. Trotzdem war die mehr als souveräne Reaktion mit dem 2:0-Erfolg im Spitzenspiel gegen Hertha BSC doch auf eine gewisse Art und Weise beeindruckend. Vor allem wenn man bedenkt, wie jung die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl noch ist.

RB war zu jedem Zeitpunkt der Partie Herr der Lage und ließ die Berliner mit ihrem intensiven Gegenpressing und dem schnellen Umschalten nie ins Spiel finden. Die folgerichtige Bilanz am Ende: 16:3 Schüsse, 9:1 Ecken und 61 Prozent Ballbesitz –natürlich zu Gunsten der Sachsen. Keeper Peter Gulasci musste nicht ein einziges Mal eingreifen. Zusätzlich gewannen die Leipziger 57 Prozent ihrer Zweikämpfe und liefen ganze 6,5 Kilometer mehr als ihr Gegner.

Für das 1:0 sorgte der zuletzt so gescholtene Timo Werner, der damit seine Mannschaft bereits zum vierten Mal in dieser Saison in Führung schoss – das gelang in der Bundesliga bislang noch niemandem so häufig wie dem 20-Jährigen. Das 2:0 erzielte Innenverteidiger Willi Orban per Kopf.

Hertha war mit diesem Ergebnis noch gut bedient und verlor bereits das zweite Spiel in Folge. Um die Leipziger Überlegenheit nochmals deutlich zu machen: Nur Jens Hegeler hatte bei den Berlinern mehr Ballkontakte als Keeper Rune Jarstein. RB hingegen scheint bestens gerüstet für das Topspiel am Mittwoch gegen den FC Bayern.

Hoffenheim bleibt auch gegen Dortmund ungeschlagen

Im Mittelpunkt eines der besten Spiele der laufenden Saison standen erneut einige fragliche Schiedsrichter-Entscheidungen. Der Unparteiische Benjamin Brand sah sich nach einigen Pfiffen zu Ungunsten von Borussia Dortmund teils heftiger Kritik aus dem schwarzgelben Lager ausgesetzt. Aber der Reihe nach.

Hoffenheim ging bereits früh durch Mark Uth in Führung und war auch kurz darauf die spielbestimmende Mannschaft. Etwas überraschend gelang Mario Götze mit seinem ersten Bundesliga-Treffer für den BVB in dieser Saison der rasche Ausgleich. Assistiert wurde der deutsche Nationalspieler dabei von dem überragenden Ousmane Dembele.

Die Kraichgauer ließen sich davon aber relativ wenig beeinflussen und bleiben bei ihrer mutigen, offensiven Herangehensweise, was durch die erneute Führung des wiedermal starken Sandro Wagner belohnt wurde. Dieser hätte jedoch nicht zählen dürfen, da Wagner sich per Schubser gegen Sven Bender den nötigen Raum verschaffte. Kurz vor der Pause sah Dortmunds Superstar Marco Reus zudem die gelbrote Karte  – jedoch zu Unrecht: in dem angeblich gelbwürdigen Zweikampf war vielmehr der Dortmunder das Opfer eines Fouls. Reus flog damit zum ersten Mal in seiner Karriere vom Platz.

Damit lag der BVB zur Pause in Rückstand und musste das restliche Spiel mit zehn Mann zu Ende bringen. Die Westfalen gaben sich jedoch nie auf und so gelang ihnen nach einem Pfostentreffer von Wagner im direkten Gegenzug der Ausgleich durch Pierre-Emerick Aubameyang. Das hundertste Pflichtspieltor des Gabuners für den BVB wurde erneut von Dembele vorbereitet. Danach drückte die TSG auf den Siegtreffer, es blieb jedoch beim gerechten Remis.

Der Ton in Leverkusen wird rauer

Das Leverkusener Publikum ist nicht gerade als besonders heißblütig bekannt. Das hat Vor – und Nachteile: Spiele wird das Publikum, wie man so schön sagt, Bayer wohl nie gewinnen. Jedoch herrscht in Krisen-Zeiten meist eine bedächtige Ruhe und Geduld mit der Mannschaft vor.

Das scheint nun vorbei zu sein. Nach einer katastrophalen Leistung in der ersten Halbzeit gegen den FC Ingolstadt gab es die ersten lauten Pfiffe, die zum ersten Mal nach dem Ingolstädter Führungstreffer durch Alfredo Morales, der eine Maßflanke von Markus Suttner verwerten konnte, durchs Rund der BayArena hallten. Die Leverkusener ergaben sich auch danach komplett ihrem Schicksal, ein Aufbäumen war nie zu erkennen. Ingolstadt hingegen ging fast schon fahrlässig mit den zahlreichen Chancen um.

In Hälfte zwei musste erst der Platzverweis von Charles Aranguiz als Erweckungserlebnis herhalten. Bayer schien nun etwas präsenter und gewillt, das intensive Spiel des Gegners anzunehmen. Der Ausgleich durch Admir Mehmedi fiel trotzdem etwas überraschend.

Ingolstadt ließ sich davon auch gar nicht irritieren und kam folgerichtig noch zum hochverdienten 2:1 (Almog Cohen). Nach dem Schlusspfiff erschallte ein regelrechtes Pfeifkonzert von den Rängen unter das sich auch einige „Roger-Raus“ – Rufe mischten. Der adressierte Trainer Roger Schmidt hat nun unter der Woche zum Jahresabschluss im Rhein-Derby gegen Köln wohl ein echtes Endspiel vor der Brust. Gegner Ingolstadt verlässt nach einer erneut sehr starken Leistung unter dem neuen Trainer Maik Walpurgis die direkten Abstiegsplätze.

Short Notes

Dreifacher Latza bei Mainzer Sieg: Eigentlich ist Danny Latza eher im defensiven Umfeld zu Hause. Das hielt den etatmäßigen Sechser jedoch nicht davon ab, beim Mainzer 3:1-Erfolg über den Hamburger SV alle drei Treffer zu markieren. Damit drehte er praktisch im Alleingang eine Partie, in der zur Überraschung aller der HSV durch Bobby Wood in Führung ging. Der leichte Aufwärtstrend der Hanseaten ist nun erstmal gestoppt, während Mainz weiter im gesicherten Mittelfeld rangiert.

Augsburger Heimerfolg gegen Gladbach: Im ersten Heimspiel nach der etwas mysteriös anmutenden Trennung von Trainer Dirk Schuster gewann der FC Augsburg mit 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Beide Teams lieferten sich einen nicht schön anzuschauenden Abnutzungskampf im Mittelfeld, wobei die Oberschwaben letztendlich einfach die glücklichere zweier schwacher Mannschaften war. Das Tor des Tages erzielte ausgerechnet der Ex-Gladbacher Martin Hinteregger. Die Fohlen stecken zunächst im Abstiegskampf fest – Augsburg konnte sich dagegen etwas Luft verschaffen.

Wolfsburg mit Lebenszeichen: Nach der Trennung von Manager Klaus Allofs unter der Woche zeigte der VfL beim 1:0 über Eintracht Frankfurt eine erhebliche Leistungssteigerung im Vergleich zu den vorangegangen Partien. Die Wölfe, bei denen Julian Draxler in der Startelf stand, spielten mit viel Einsatz, hatten am Ende aber viel Glück, da der Frankfurter Alex Meier einen Foulelfmeter nicht verwandeln konnte. Das Tor des Tages für die Wolfsburger erzielte Innenverteidiger Jeffrey Bruma.

Hart erkämpfter Arbeitssieg der Bayern: Am Ende reichte offensiv einfallslos agierenden Münchnern ein Sonntagsschuss vom sonst eher blassen Douglas Costa zum 1:0-Auswärtssieg beim SV Darmstadt. Obwohl die Lilien eine ihrer besten Saisonleistungen zeigten und ihn allen Bereichen mehr investierten als der haushohe Favorit, steht am Ende dennoch die siebte Niederlage in Folge. Der Rekordmeister hingegen geht nun als Tabellenführer in das Spitzenspiel gegen RB Leipzig. Hier muss man sich aber gewaltig steigern.

Zahlen und Fakten zu den restlichen Partien

Schalke 04 1:1 SC Freiburg

Der SC Freiburg blieb erstmals in dieser Saison drei Spiele in Folge ungeschlagen (ein Sieg, zwei Remis). Schalke hingegen ist seit drei Bundesliga-Spielen sieglos und holte daraus nur einen Punkt.

Yevhen Konoplyanka erzielte sein erstes Bundesliga-Tor. Florian Niederlechner erzielte sein drittes Saisontor; erstmals punktete der SC, wenn er traf (zuvor Niederlagen in Hoffenheim und gegen Leipzig).

Freiburg markierte 14 seiner nunmehr 19 Saisontreffer nach der Pause. Das sind mehr als 73 Prozent.

Schalke spielte mit seiner jüngsten Startelf (Durchschnittsalter 23,5 Jahre) seit zweieinhalb Jahren.

SV Werder Bremen 1:1 1. FC Köln

Mit 24 Punkten und einer Tordifferenz von plus sechs weist der FC nach 15 Spieltagen seine beste Bilanz seit der Saison 1996/97 auf, damals war Peter Neururer Trainer.

Werder Bremen ist seit vier Spielen ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis) – das ist die längste Serie seit Frühjahr 2015.

Erstmals seit dem 19. März (1:1 gegen Mainz) endete ein Bremer Heimspiel remis.

Wie gegen Dortmund traf Artjoms Rudnevs in der 28. Minute zum 1:0 – in zwei Spielen in Folge war er zuletzt Anfang 2014 für Hannover erfolgreich.

Serge Gnabry erzielte sein erstes Heimtor für Werder und sein erstes Weitschusstor in der Bundesliga.

Comeback des Spieltages

Danny Latza: Nach einer langen und enervierenden Verletzungsodyssee stand der für Mainz so wichtige defensive Mittelfeldspieler erst zum zweiten Mal in dieser Saison in der Startelf. Beweisen brauchte Latza seinen Wert für die Rheinhessen eigentlich nicht mehr, was den ehemaligen Friseurabenteurer aber nicht davon abhielt, gegen den HSV gleich dreimal zu treffen. Welcome back, Danny!

Ral, abseits.at