Vor fast genau einem Monat wechselte Heinz Lindner in die deutsche Bundesliga zu Eintracht Frankfurt. Dort tritt der ehemalige Austria-Tormann in große Fußstapfen, da... Ein australischer Kelch ging an Heinz Lindner vorbei | Die Tormannsituation bei Eintracht Frankfurt
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Eintracht FrankfurtVor fast genau einem Monat wechselte Heinz Lindner in die deutsche Bundesliga zu Eintracht Frankfurt. Dort tritt der ehemalige Austria-Tormann in große Fußstapfen, da Kevin Trapp einer der stärksten Schlussmänner der Liga, das Tor hütete. An Trapp hätte es wohl kein Vorbeikommen gegeben, doch schon zum Zeitpunkt des Lindner-Wechsels ging das Gerücht um, dass der 25-Jährige einen Vertrag bei Paris Saint-Germain unterschreiben könnte. Vor etwa einer Woche wurde dies dann auch bestätigt, als er gegen eine Rekordablösesumme von 9,5 Millionen Euro in die französische Hauptstadt wechselte. Trapp soll in Paris als Nummer Eins in die neue Saison gehen und wird pro Jahr fünf Millionen Euro verdienen.

Konkurrent Nummer 1: Emil Balayev

Im Kader der Frankfurter stehen momentan zwei Keeper, gegen die sich Heinz Lindner durchsetzen sollte. Beide Konkurrenten sind unerfahren und stehen in der Hierarchie momentan hinter dem Österreicher. Emil Balayev ist ein 21-jähriger Goalie aus Aserbaidschan, der in Wolgograd geboren wurde und auch die russische Staatsbürgerschaft besitzt. Er ist seit der Rückrunde der Saison 2014/15 im Kader, bestritt bis jetzt aber kein einziges Pflichtspiel in Deutschland. Ausgebildet wurde der Schlussmann bei Neftçi Baku PFK, dem achtfachen aserbaidschanischen Meister. Doch selbst dort setzte er sich nicht wirklich durch. 2011 rutschte er in den Profikader, wurde dann jedoch schon bald zweimal innerhalb der Liga verliehen und kam erst ein halbes Jahr vor seinem Eintracht-Transfer zurück in den Kader. Bei seinem vorletzten Auftritt für seinen Stammverein sah er die rote Karte, insgesamt bestritt er nur elf Partien für Neftçi Baku. Beim Probetraining in Frankfurt hinterließ der ablösefreie Spieler dann jedoch einen guten Eindruck, sodass sich die Eintracht zu einer Verpflichtung entschied.  Balayev ist ein sehr athletischer Tormann, kommt schnell und dynamisch bei Eins-gegen-Eins-Situationen aus dem Tor heraus und verfügt über schnelle Reflexe auf der Linie. Seine größten Schwächen lassen sich in der Strafraumbeherrschung finden.

Konkurrent Nummer 2:

Die Nummer 3 in der momentanen Tormänner-Hierarchie dürfte Yannick Zummack sein. Der 19-jährige wurde von der Frankfurter U19-Mannschaft hochgezogen und mit einem Profivertrag ausgestattet. Auch er machte in den Trainingseinheiten mit den Profis einen guten Eindruck und soll für die Zukunft aufgebaut werden. Für den jungen Keeper dürfte die kommende Saison jedoch noch etwas zu früh kommen.

Der Kelch Matthew Ryan ging an Lindner vorbei

Aufgrund der aktuellen Situation sucht die Eintracht nach einem adäquaten Ersatz für den abgewanderten Kevin Trapp. Auch mit rot-weiß-roter Brille wird man sich eingestehen müssen, dass Heinz Lindner im Vergleich zu Trapp eine Schwächung darstellt, was auch den Verantwortlichen in der Rhein-Metropole bewusst ist. In den letzten Tagen kursierte das Gerücht, dass der australische Nationaltormann Matthew Ryan verpflichtet wird. Im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2014 stellten wir dem Goalie bereits ein gutes Zeugnis aus:

„Der Schlussmann verfügt über eine tolle Strafraumbeherrschung und scheut sich nicht davor bei Flanken den Fünfmeterraum zu verlassen. Er ist stark bei Eins-gegen-Eins-Situationen und kommt explosiv aus dem Tor heraus. Nach heruntergefangenen Flanken versucht er das Spiel mit weiten Auswürfen, beziehungsweise Ausschüssen schnell zu machen. Ryan ist ein Torhüter mit enormem Potential und sicherlich das große Highlight im australischen Kader.“

Der australische Keeper spielt seit 2013 beim FC Brügge und wurde in den vergangenen beiden Saisonen zum stärksten Torhüter der Liga gewählt. Schon im Jänner war der FC Liverpool an einer Verpflichtung des Schlussmanns interessiert und auch in der aktuellen Transferperiode erweckt der Tormann Begehrlichkeiten bei Top-Vereinen. Eintracht Frankfurt dürfte nun aber aus dem Rennen sein, da die Belgier etwa sieben Millionen Euro Ablöse für den Torhüter fordern und damit nahezu der gesamte Erlös vom Trapp-Transfer für die Verpflichtung des Australiers aufgewendet werden müsste.

Fazit

Auch wenn sich die Verpflichtung von Matthew Ryan zerschlagen haben dürfte, kann man davon ausgehen, dass Eintracht Frankfurt auf der Torhüterposition noch am Transfermarkt nachbessern wird. Momentan ist Heinz Lindner wohl die Nummer Eins bei den Hessen und es bleibt zu hoffen, dass ein neu verpflichteter Schlussmann keine vollkommen unmöglich zu überwindende Hürde für Heinz Lindner darstellt. Dass die Verpflichtung von Matthew Ryan an den hohen Ablöseforderungen scheiterte, ist sicher kein Nachteil für den 24-jährigen Österreicher.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger