Wir präsentieren euch das wichtigste vom 29. Spieltag der deutschen Bundesliga – mit besonderem Blick auf die Leistung der österreichischen Legionäre. RESPEKT, Borussia Dortmund!... Österreicher prägen Nordderby: Kainz als Bremens Held
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_Florian Kainz

Wir präsentieren euch das wichtigste vom 29. Spieltag der deutschen Bundesliga – mit besonderem Blick auf die Leistung der österreichischen Legionäre.

RESPEKT, Borussia Dortmund!

Nach den traumatischen Erlebnissen unter der Woche, als die Spieler von Borussia Dortmund vor dem Champions League Spiel gegen Monaco Opfer eines gezielten Bombenanschlags wurden, war den meisten BVB-Spielern wohl immer noch nicht nach Tagesgeschäft zumute. Was auch mehr als verständlich ist. Jeder Arbeitgeber hätte seinen Angestellten nach so einem schlimmen Ereignis mal mindestens einige Woche freigegeben, um abzuschalten, im Kreise der Familie wieder zur inneren Ruhe zu finden.

Im Geschäft Fußball sind solche regenerativen Pausen offensichtlich weder in der Bundesliga noch in der Champions League möglich. The Show Must Go On. Die Begegnung gegen Eintracht Frankfurt war bereits die zweite innerhalb von vier Tagen – und das nach einem Mordanschlag.

Wie die Mannschaft sportlich mit dieser schwierigen Situation umgeht, ist wirklich bemerkenswert. Zeigte die Borussia bereits in der zweiten Halbzeit gegen Monaco eine starke Leistung, konnte nun auch das Spiel gegen die Eintracht souverän mit 3:1 gewonnen werden. Somit bleibt der BVB auch im 35. Bundesligaheimspiel ungeschlagen.  Ein klein wenig Balsam auf die Seele dürfte dabei das Comeback von Marco Reus gewesen sein, der sich nach einer Verletzungspause von sechs Wochen gleich mit einem wunderbaren Ferserltor zurückmeldete. Die weiteren Tore für Dortmund erzielten Sokratis und Pierre-Emerick Aubameyang, für Frankfurt traf Marco Fabian zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Im Anschluss an die Begegnung wurde es dann nochmal besonders emotional, als die BVB-Spieler geschlossen zur Südkurve marschierten und dabei ein Trikot des bei dem Anschlag verletzten Marc Bartra präsentierten. Kapitän Marcel Schmelzer meinte nach dem Spiel, dass in solchen Momenten die Erinnerungen wieder hochkommen würden; Torhüter Roman Bürki bekannte, immer noch unter Schlafproblemen zu leiden. The Show Must Go On… schon am Mittwoch in Monaco.

Rassiges Nordderby

Und dann kam Florian Kainz. Nach dem der Österreicher bereits in den letzten Wochen eine ansteigende Form präsentierte, wurde er mit seinem Tor zum 2:1 im Nordderby gegen den Hamburger SV zum Held von Bremen. Eingeleitet wurde der Treffer von Zlatko Junuzovic, der den Pass auf Vorlagengeber Max Kruse spielte. In der ersten Halbzeit scheiterte Junuzovic zudem mit einem tollen Freistoß an die Latte.

Gerade in der ersten Hälfte erspielte sich Bremen einige gute Chancen. In Führung gingen aber die Hamburger durch Michael Gregoritsch. Nach einer Flanke von Aaron Hunt köpfte Gregoritsch im Stile eines echten Torjägers ein. Danach tauchte Gregoritsch aber ab und wurde in der 63. Minute ausgewechselt. In derselben Minute wurde übrigens Matchwinner Kainz eingewechselt. Kurz vor der Pause traf der überragende Max Kruse zum vollkommen verdienten Ausgleich. Auch Florian Grillitsch zeigte in dieser Begegnung erneut eine gute Leistung. Der Mittelfeldspieler war überall auf dem Platz zu finden und führte bis zu seiner Auswechslung, für ihn kam Kainz in die Partie, 25 Zweikämpfe.

Der Sieg für Bremen war letztendlich absolut verdient. Die Grün-Weißen hatten mehr Ballbesitz, verloren um einiges weniger den Ball, hatten eine bessere Passquote und mehr als doppelt so viele Torschüsse. Werder verabschiedet sich damit endgültig aus dem Abstiegskampf und klopft nun heftig an die Tür, die zur Europa League führt.

Spektakulärer Abstiegskampf

Der Hamburger SV steckt nach der Niederlage gegen Bremen und den gleichzeitigen Siegen von Augsburg, Mainz (1:0 gegen Hertha) und Wolfsburg nun hingegen wieder etwas tiefer im Abstiegssumpf.

Ein wichtige Rolle beim Augsburger 2:1-Erfolg gegen Köln spielte Innenverteidiger Martin Hinteregger. Mit einem wuchtigen Kopfball erzielte er die 1:0-Führung und sorgte mit einer guten Passquote für einen stabilen Spielaufbau. Auch sein junger Abwehrpartner Kevin Danso zeigte sich nach zuletzt einigen wackligen Auftritten um einiges gefestigter. In der Offensive holte Danso den Elfmeter heraus, den Paul Verhaegh zum 2:0 verwandelte. Beide Verteidiger halfen dann tatkräftig dabei mit, den knappen Vorsprung trotz Unterzahl aufgrund von gleich zwei Platzverweisen ins Ziel zu bringen. Georg Teigl kam nicht zum Einsatz.

Markus Suttner hingegen erwischte beim 0:3 von Ingolstadt in Wolfsburg einen schlechten Tag. Erst kassierte er früh seine zehnte gelbe Karte, wodurch er im nächsten Spiel fehlen wird, dann sorgte er mit einem Eigentor für die 1:0-Führung der Wölfe. Auch am 0:2 war Suttner nicht ganz unschuldig, als er vor dem Treffer mit einem schlechten Einwurf Almog Cohen in die Bredouille brachte. Das schwierige Unterfangen, am Ende doch noch den Relegationsplatz zu erreichen, wird nach dieser Niederlage für Ingolstadt nochmals ein wenig unwahrscheinlicher.

Als unwahrscheinlich galt vor dem Sonntag auch ein Sieg von Darmstadt 98 gegen Schalke 04. Die Südhessen brauchten unbedingt drei Punkte, um den auch mathematisch sicheren Abstieg zu vermeiden. Und Darmstadt lieferte tatsächlich. Dank eines Treffers von Jerome Gondorf in der Nachspielzeit, siegten die Lilien im heimischen Jonathan Heimes Stadion am Böllenfalltor mit 2:1. Der in den letzten Wochen so starke Mario Vrancic brachte Darmstadt in Führung, den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte der Spanier Coke. Wie die gesamte Schalker Mannschaft lieferte auch Guido Burgstaller eine ganz schwache Vorstellung ab. Der Österreicher scheiterte zudem per Elfmeter am starken Keeper Michael Esser.

Die Elite

RB Leipzig kann nach einer starken Leistung und dem 4:0 über den SC Freiburg schon zumindest für die Champions League Qualifikation planen. Dass sich die Sachsen sogar die direkte Berechtigung für die Königsklasse noch nehmen lassen, wird immer unwahrscheinlicher. Marcel Sabitzer spielte eine unauffällige Partie, war aber als bester Zweikämpfer seiner Mannschaft mal wieder abseits der großen Offensivaktionen sehr wertvoll. Immerhin an einer Toraktion war Sabitzer aber beteiligt. Stefan Ilsanker wurde nur eingewechselt und konnte keinen großen Einfluss mehr auf das Spiel nehmen.

Carlo Ancelotti wird ja gerne die Fähigkeit zugeschrieben, seine Mannschaften in der entscheidenden Phase auf ihren Leistungshöhepunkt zu bringen. Ob dies durch Statistiken belegt werden kann, sollte vielleicht einmal überprüft werden. Momentan scheint sein FC Bayern nicht unbedingt im Zenit der Leistungsfähigkeit zu stehen. Erst die Niederlagen in Hoffenheim und zu Hause in der Champions League gegen Real Madrid, nun ein mageres 0:0 bei Bayer Leverkusen, das zudem über eine halbe Stunde in Unterzahl agierte.

Natürlich wird Robert Lewandowski derzeit schmerzlich vermisst und ist aufgrund seiner Weltklasse wohl einfach nicht adäquat zu ersetzen. Trotzdem müssen sich die Bayern-Verantwortlichen den Vorwurf gefallen lassen, für den Worst Case, eben eine Verletzung ihres Toptorjägers, personell nicht vorbereitet gewesen zu sein. David Alaba kam in dieser Partie mal wieder als Innenverteidiger zum Einsatz und erfüllte seine Aufgaben tadellos. Auf Seiten der aufopferungsvoll kämpfenden Leverkusener war Julian Baumgartlinger über weite Strecken ein Stabilitätsfaktor im Mittelfeld, auch wenn er sich den ein oder anderen unnötigen Ballverlust erlaubte. Aleksandar Dragovic kam aufgrund des Platzverweises von Tin Jedvaj in die Partie und machte seine Sache ordentlich. Nach den erratischen Auftritten Dragovic‘ in der jüngeren Vergangenheit, ist eine Partie, in der er nicht negativ auffiel, wohl schon als Erfolg zu werten.

Die TSG Hoffenheim unterstrich ihre Champions League Ambitionen mit einer starken Leistung beim 5:3-Heimerfolg über Borussia Mönchengladbach. In einer sehr unterhaltsamen Partie waren die Hoffenheimer die bessere Mannschaft und siegten letztendlich verdient, auch wenn man zwischenzeitlich ein 2:0 verspielte.

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