Aus österreichischer Sicht war sicherlich das Trainerduell zwischen Peter Stöger und Ralph Hasenhüttl das Highlight der vergangenen Bundesligarunde. Ein fulminanter Auftakt sorgte dafür, dass... Özcan hält das Unentschieden fest | Kein Sieger im Duell zwischen Stöger und Hasenhüttl
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Ramazan Özcan - FC Ingolstadt_abseits.atAus österreichischer Sicht war sicherlich das Trainerduell zwischen Peter Stöger und Ralph Hasenhüttl das Highlight der vergangenen Bundesligarunde. Ein fulminanter Auftakt sorgte dafür, dass es nach 21 Minuten bereits 1:1 stand, in weiterer Folge sollte kein Treffer mehr fallen. Dies war vor allem Ingolstadt-Keeper Ramazan Özcan zu verdanken, der in der 82. Minute gegen Yuya Osako dank eines enorm starken Reflexes das Unentschieden festhielt. Nach der Partie warnte Peter Stöger von der überzogenen Erwartungshaltung der Kölner Medien und Fans.

Stärkste Heimserie seit 27 Jahren

Peter Stögers Mannschaft prolongierte erfolgreich die starke Heimserie. Seit 14 Heimspielen sind die Kölner vor eigenem Publikum ungeschlagen, wobei es bei fünf Siegen und neun Unentschieden viele Punkteteilungen gab. Es ist 27 Jahre her, dass die Kölner so viele Heimspiele ohne Niederlage überstanden. Die beiden Mannschaften liegen nach der siebten Runde nun punktegleich auf den Plätzen 7 und 8. Ralph Hasenhüttl darf auf die bisher geholten 11 Punkte stolz sein, denn in den vergangenen sechs Jahren gab es mit Eintracht Frankfurt nur eine Mannschaft (2012), die als Aufsteiger besser in die Saison startete. FC-Köln-Stürmer Anthony Modeste brachte seine Mannschaft bereits in der 10. Minute in Führung und erzielte dabei sein drittes Tor per Kopf in dieser Saison, womit er heuer in Sachen Kopfballtoren vorläufig den Bestwert hält. Der Ausgleich fiel durch Ingolstadt-Verteidiger Joel Matip, der sein erstes Bundesliga-Tor seit März 2006 (!) erzielte – damals spielte er noch beim FC Köln und traf bei der 3:4-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Hier könnt ihr euch die beiden Treffer ansehen:

Ramazan Özcan weiterhin in Bestform

Während beim 1. FC Köln Philipp Hosiner das gesamte Spiel von der Ersatzbank aus verfolgte, auch weil Peter Stöger nur einen Wechsel vornahm, kamen bei den Gästen mit Özcan, Suttner und Hinterseer gleich drei Österreicher von Beginn an zum Zug. Ramazan Özcan erhielt vom kicker mit der Note 2,5 die beste Bewertung aller Ingolstädter. Nur der Kölner Außenverteidiger Marcel Risse bekam mit der Note 2 eine bessere Bewertung. Beim Gegentreffer wird sich Özcan keine Vorwürfe anhören müssen, da er in dieser Situation machtlos war. Der Keeper überzeugte ansonsten mit einer starken Strafraumbeherrschung, machte immer einen sicheren Eindruck und rettete seiner Mannschaft mit einer Heldentat in der 82. Minute einen Punkt. Insgesamt hielt er drei gegnerische Torschüsse und holte jeweils zwei Eckbälle und zwei Flanken sicher herunter. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben dem österreichischen Nationalspieler die Note 2,5.

Markus Suttner gewinnt 72,7% seiner Zweikämpfe

Auch Linksverteidiger Markus Suttner zeigte, so wie die gesamte Hintermannschaft der Gäste, eine tadellose Leistung, obwohl er mit Marcel Risse den stärksten Gegenspieler der Kölner auf seinem Flügel vorfand. Zu Beginn machte ihm der gegnerische Außenverteidiger einige Male das Leben schwer, doch Suttner kam immer besser in die Partie und egalisierte Risse im Laufe der Partie. Er schaltete sich zudem einige Male in die Offensive ein, wo er auch mit gefährlichen Standardsituationen aufzeigte. Eine sehr starke Zweikampfleistung und ein großes Laufpensum runden das gute Bild ab. Suttner gewann nämlich acht seiner elf Duelle (72,7%) und lief 10,9 Kilometer. Er kam auf 38 Ballkontakte und spielte 21 Pässe, von denen 71% bei seinen Mitspielern landeten. Er selbst schoss dreimal aufs gegnerische Tor, schlug eine Flanke und bereitete drei Torversuche seiner Mitspieler vor. Suttner klärte den Ball dreimal aus dem eigenen Strafraum und fing einen gegnerischen Pass ab. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben dem Österreicher die Note 3.

Lukas Hinterseer kam kaum zur Geltung

Lukas Hinterseer hatte aufgrund der doch defensiven Ausrichtung seiner Mannschaft im Sturmzentrum einen schweren Stand. Er kam bis zu seiner Auswechslung in der 78. Minute zu keiner einzigen Torchance. Zwei Torschuss-Assists sollten seine einzige Ausbeute bleiben. Er stellte sich zwar immerhin in den Dienst seiner Mannschaft, arbeitete viel und präsentierte sich zweikampfstark. Der Stürmer gewann 12 seiner 21 Duelle (57,1%), was für seine Position zweifelsohne eine tolle Quote ist. Auch die absolvierten 10,6 Kilometer können sich sehen lassen, wenn man bedenkt, dass er zwölf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit vom Platz musste. Spielerisch gelang allerdings nicht viel, der Stürmer wurde nur selten von seinen Mispielern in Szene gesetzt und fand kaum brauchbare Situationen vor. Auch hier waren sich der kicker und sportal.de einig und bewerteten Hinterseer mit einer 4,5.

Peter Stöger warnt vor zu großer Erwartungshaltung

Nach dem Schlusspfiff warnte Köln-Trainer Peter Stöger vor der überzogenen Erwartungshaltung, die sich in Köln breitmacht. Ein Platz im guten Mittelfeld scheint für die Medien nicht mehr gut genug zu sein und nach ein paar glanzlosen Auftritten werden einzelne Spieler als Fehleinkäufe abgestempelt. Stöger betonte, dass man mit einem Gehaltsetat von 30 Millionen nicht mit den Liga-Favoriten über eine Saison lang mithalten wird, wenn diesen die dreifache Summe zur Verfügung steht. Der österreichische Trainer-Export strebt eine langsamere, aber nachhaltige Entwicklung an. Stöger meint, dass man nicht vergessen darf, wo der Verein noch vor wenigen Jahren stand. Damals in der 2. Liga hätten die Fans und Medien den heutigen Istzustand mit Handkuss genommen.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger