Heute beginnt in Deutschlands 2. Bundesliga die Saison 2015/2016. Mit dabei sind unter anderem 19 Legionäre aus Österreich. Kein Land stellt mehr Gastarbeiter. abseits.at... Saisonstart in der 2. Bundesliga: Die Ausgangssituationen der ÖFB-Legionäre für 2015/16

BundesligaHeute beginnt in Deutschlands 2. Bundesliga die Saison 2015/2016. Mit dabei sind unter anderem 19 Legionäre aus Österreich. Kein Land stellt mehr Gastarbeiter. abseits.at wirft einen Blick auf diese 19 Spieler, die sich auf elf verschiedene Vereine aufteilen, ihre Einsatzchancen und die Ausgangslagen ihrer Klubs.

RB Leipzig

Die Leipziger sind der große Favorit auf den Meistertitel. Sie investierten am Transfermarkt ein Vielfaches aller anderen Klubs, holten dabei auch zwei neue Österreicher ins Boot. Zudem übernahm Ralf Rangnick das Trainerzepter, sodass es wohl die perfekte Umsetzung der anvisierten Spielweise geben wird.

Marcel Sabitzer: Eigentlich wollte der 21-Jährige nicht in die 2. Bundesliga, sondern sah sich bereit für höhere Aufgaben. Rangnick bestand jedoch auf eine Rückkehr nach der Leihsaison in Salzburg, wo Sabitzer einen großen Entwicklungssprung machte, nachdem er hauptsächlich als Stürmer eingesetzt wurde. In Leipzig ist der ÖFB-Teamspieler gesetzt, ob am Flügel oder im Angriff ist allerdings noch nicht klar.

Stefan Ilsanker: Bei Red Bull Salzburg war Ilsanker ein wichtiger Stabilisator und spielte sich in den ÖFB-Kader. Nachdem er im letzten Frühjahr von Adi Hütter vermehrt in der Innenverteidigung eingesetzt wurde, dürfte er in Leipzig wieder in seine Paraderolle als Sechser im 4-2-2-2 schlüpfen. Auch er scheint ein Fixpunkt sein.

Georg Teigl: Für viele überraschend etablierte sich Teigl in der letzten Saison als Stammspieler bei den roten Bullen, machte 30 Spiele. Für die kommende Saison wird er wohl wieder hauptsächlich für die Rolle rechts hinten eingeplant sein. Sein Konkurrent: Ken Gipson, 19-jähriges deutsch-amerikanisches Talent, das aus Stuttgart kam.

Stefan Hierländer: Immerhin 21 Einsätze schaffte Hierländer letzte Saison. Die Rolle als Ergänzungsspieler passt auch perfekt zum variabel einsetzbaren 24-Jährigen. Ob er sich auch gegen die gewachsene Konkurrenz durchsetzen kann, wird sich zeigen. Mit drei Toren war er immerhin der drittbeste Torschütze in der Vorbereitung.

1. FC Nürnberg

Für den 1. FC Nürnberg verlief die letzte Saison nach dem Bundesligaabstieg äußerst wechselhaft. Nach schwachem Herbst wurde man letztlich Neunter. Der Umbruch scheint jedoch nun vollzogen, dennoch war die Vorbereitung keinesfalls perfekt. Die Leistungen in den Vorbereitungsspielen waren bieder und wenig erfolgreich.

Alessandro Schöpf: Club-Trainer Rene Weiler steht für kombinationsorientierten und variablen Fußball. Schöpf dürfte, nachdem er bereits letzte Saison eine wichtige Rolle innehatte, demnach gesetzt sein. Der 21-Jährige, der mit seiner guten Technik, Übersicht und flexiblen Entscheidungsfindung punkten kann, könnte sich mit weiteren guten Leistungen sogar für die erste Liga empfehlen. Sollte der Aufstieg ohnehin nicht mit Nürnberg klappen.

Guido Burgstaller: Keine Eingewöhnungsprobleme hatte auch Burgstaller und überzeugte mit sechs Toren in 14 Spielen. Auch in der kommenden Saison wird der 26-Jährige am Flügel gesetzt sein, auch wenn er seine gute Scorerquote in den Testspielen nicht bestätigen konnte.

1860 München

Die Münchner Löwen waren der Chaos-Klub der letzten Saison und schafften den Klassenerhalt erst in den Relegationsspielen gegen Holstein Kiel dank eines Tors in der Nachspielzeit. Außersportlich geht es bei 1860 nach wie vor drunter und drüber, auf dem Rasen konnten sie in den Testspielen aber Ausrufenzeichen setzen. Gegen den FC Basel gewannen sie zum Beispiel mit 2:1.

Rubin Okotie: In der letzten Hinrunde war Okotie ligaweit einer der herausragenden Spieler, konnte seine Form – wohl auch verletzungsbedingt – im Frühjahr aber nicht halten. Für die kommende Spielzeit gilt er bei den Münchner aber erneut als wichtiger Leistungsträger. Trainer Torsten Fröhling lobte zudem seinen Einsatz im Training.

Fortuna Düsseldorf

Letzte Saison ging Fortuna Düsseldorf mit durchaus hohen Ansprüchen in die Saison, heuer ist dies etwas anders. Heuer möchte man lediglich eine gute Rolle spielen, ohne direkt auf die Aufstiegsplätze zu blicken. Mit Frank Kramer holte man einen neuen Trainer, der Zeit bekommen soll, um den Grundstein für den Aufstieg, das langfristige Ziel, zu legen.

Michael Liendl: Nach seinem ersten Jahr in der zweiten Liga hatte sich Liendl schnell einen Namen gemacht, im Frühjahr fiel er jedoch ab. Dass es mit der Fortuna parallel dazu auch bergab ging, zeigt, dass er ein wichtiger Teil des Spiels war. Mit Julian Koch holte man einen zweiten potenziellen Fixpunkt im Zentrum, was jedoch nicht heißen muss, dass Liendl zum Reservisten wird.

Christian Gartner: Der Burgenländer zeigte sehr gute Ansätze, verletzte sich dann aber schwer. Kramer setzte in den Testspielen meist auf ein 4-2-3-1, wo Gartners Fähigkeiten am besten als Achter zur Geltung kommen. Für ihn ist die Verpflichtung von Koch sicher entscheidender als für Liendl, der auf der Zehnerposition bzw. auf den Außenpositionen zum Zug kommen dürfte

1. FC Kaiserslautern

Knapp verpasste eine junge, aber gut besetzte Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern letzte Saison die Aufstiegsplätze, die auch heuer wieder realistisch scheinen. Nach den Abgängen von einigen Leistungsträger gelten die roten Teufel aber nicht als große Favoriten. Vom kleinen Umbruch am Betzenberg ist auch ein Österreicher betroffen.

Stipe Vucur: Mit Dominique Heintz (Köln) und Willi Orban (Leipzig) verlor Lautern sein Innenverteidigerduo. Neuer Abwehrchef soll mit Stipe Vucur ein Österreicher werden. Der ehemalige Innsbrucker überzeugte letzte Saison bei Absteiger Aue durch seine sachliche und verlässliche Spielweise. Der 23-Jährige holte zudem fünf Scorerpunkte.

1. FC Union Berlin

Die Eisernen aus der Hauptstadt gehen ambitioniert in die neue Saison, wollen mindestens Sechster werden. Nachdem die letzte Saison mehr oder weniger als Eingewöhnungszeit für Trainer Norbert Düwel galt, holte man sich bisher einige gestanden Zweitligaspieler ins Boot. So wurde vor allem die Kaderbreite gestärkt. In der Vorbereitung besiegte man unter anderem Crystal Palace mit 2:0, verlor aber gegen die Wiener Austria 0:1.

Christopher Trimmel: Auch Trimmel bekam Konkurrenz auf seiner Position. Mit Benjamin Kessel holte man von Braunschweig einen bundesligaerprobten Rechtsverteidiger. Trimmels Leistungen schwankten in der letzten Saison, da es aber keine Alternative gab, bestritt er fast alle Spiele.

Karlsruher SC

Der KSC war eines der Überraschungsteams der letzten Saison. Als Aufsteiger schafften sie den Sprung in die Bundesliga-Relegation, wo man äußerst unglücklich am Hamburger SV scheiterte. Dass die Truppe von Markus Kauczinski das wiederholen kann, scheint ausgeschlossen. Ein sicherer Mittelfeldplatz sollte für die Karlsruher aber realistisch sein.

Erwin Hoffer: Den Transfer des 28-Jährigen haben wir bereits genauer unter die Lupe genommen und erwähnt, dass er am besten in einem Zweistürmersystem zur Geltung kommt. In der Vorbereitung setzte Kauczinski anstelle des 4-2-3-1 der Vorsaison auf eben ein solches. Im 4-4-2 agierte Hoffer dabei neben Rouwen Hennings, dem Torschützenkönig der letzten Saison, und traf bei der Generalprobe gegen Malaga.

Ylli Sallahi: Im Winter stand Sallahi nach seinem Wechsel zum KSC am Sprung in die erste Elf, letztlich reichte es jedoch nur zu fünf Einsätzen. Die kommende Saison kann daher für den 21-Jährigen fast nur besser werden. Personell besserte man auf seiner Position nicht nach und dass seine Konkurrenten auf den Außenpositionen im Mittelfeld ihre Hochform halten können, scheint wie beim ganzen Team fraglich.

SpVgg Greuther Fürth

Die SpVgg Greuther Fürth verpasste letzte Saison ihr Ziel klar und wurde nur 14. – ein Punkt mehr als Absteiger Aue holte man. Dementsprechend schraubte man die Erwartungen bei den Kleeblättern zurück. Auf dem Transfermarkt gab es zudem viel Bewegung, weshalb zunächst das Einspielen und die perfekte Abstimmung im Vordergrund stehen dürften.

Robert Zulj: Auf einigen Positionen gibt es einen großen Konkurrenzkampf – unter anderem im offensiven Mittelfeld. Zulj kennt dies jedoch bereits aus der letzten Saison, als er sich durchsetzte. Überzeugen konnte er jedoch nicht. In den Härtetests gegen Celta Vigo und Athletic Bilbao stand er jeweils in der Startelf.

SC Paderborn

Der Aufstieg des SC Paderborn in die Bundesliga war ein kleines Wunder, der prompte Abstieg nicht. Dennoch zog man sich achtbar aus der Affäre, hatte bis zum Schluss die Möglichkeit auf den Klassenerhalt. Mit Andre Breitenreiter verlor man jedoch einen Hauptverantwortlichen für diese erfolgreiche Zeit. Auch einige Stammspieler gingen.

Dominik Wydra: Wydra ist der „jüngste“ Legionär in der zweiten Liga, denn er wechselte erst zu Beginn der Woche zu den Ostwestfalen. Bei Rapid ließ der 21-Jährige sein Talent zu unregelmäßig aufblitzen um sich einen Stammplatz zu verdienen. Bei Paderborn scheint dieser realistisch. Er dürfte Mario Vrancic – der Taktgeber wechselte nach Darmstadt – im zentralen Mittelfeld beerben.

Niklas Hoheneder: In der Innenverteidigung hat Kapitän Uwe Hünemeier seinen Nebenmann verloren, sodass es notwendig war, am Transfermarkt aktiv zu werden. Hoheneder wurde von Leipzig geholt und dürfte sich gegen den routinierten Spanier Rafa Lopez sowie Florian Ruck, der ebenfalls neu im Team ist, durchsetzen.

SV Sandhausen

Unter den möglichen Abstiegskandidaten findet man, wie bereits in den letzten Spielzeiten, erneut den SV Sandhausen. In den letzten drei Saisonen konnten die unspektakulär spielenden Sandhäuser jedoch stets die Klasse halten. Alois Schwartz passt als bescheidener, aber kompetenter Trainer zum SVS wie die Faust aufs Auge.

Stefan Kulovits: Der ehemalige Rapidler hat sich in Sandhausen einen Namen gemacht, geht als Kapitän und Führungsspieler in seine dritte Zweitligasaison. Mit seiner technisch durchschnittlichen, aber aufopferungsvollen Spielweise ist Kulovits mehr oder weniger der Prototyp des für den Gegner oft unangenehmen SVS-Spiels.

Marco Knaller: Mit Manuel Riemann verlor man einen sehr guten Zweitligakeeper an den VfL Bochum. Nachgerüstet wurde lediglich mit zwei Regionalligatorhütern. Als Nummer eins geht daher Marco Knaller in die Saison. Mit 28 Jahren wäre es für ihn nun an der Zeit, endlich zum dauerhaften Stammkeeper aufzusteigen. Die Lücke, die Riemann hinterlässt, ist jedenfalls groß.

FSV Frankfurt

Zum Kreise der Abstiegskandidaten zählt auch der FSV Frankfurt. Letzte Saison gelang ihnen die Rettung erst am allerletzten Spieltag. Thomas Oral, der im Finish Zweitliga-Rekordtrainer Benno Möhlmann ablöste, muss in der kommenden Spielzeit zudem ohne einige Stammspieler aus der letzten Saison auskommen. Insbesondere die Wechsel von Offensivmann Vincenzo Grifo und Tormann Patrick Klandt tun weh.

Lukas Gugganig: In der Innenverteidigung gab es mit Björn Schlicke (Karriereende) und Hanno Ballitsch (Mannheim) zwei routinierte Abgänge, die der FSV mit zwei unerfahrenen Spielern auffangen will. Neben Ex-BVB-II-Kapitän Marc Hornschuh holte man Gugganig. Der talentierte und physisch starke Nachwuchsteamspieler hat zwar keine namhafte Konkurrenz, dürfte sich aber hinter Joan Oumari und Tom Beugelsdijk anstellen – zumindest vorerst.

Alexander Semeliker

@axlsem