Dass der 1. FC Nürnberg in der Winterpause auf dem dritten Tabellenplatz liegt und sich Hoffnungen auf den Aufstieg in die höchste Spielklasse machen... Schalke 04 will Alessandro Schöpf, Nürnberg bleibt (noch) hart
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1.FC NürnbergDass der 1. FC Nürnberg in der Winterpause auf dem dritten Tabellenplatz liegt und sich Hoffnungen auf den Aufstieg in die höchste Spielklasse machen darf, liegt in erster Linie an zwei österreichischen Legionären, die es in der laufenden Saison auf insgesamt 22 Scorerpunkte brachten. Die Rede ist von Guido Burgstaller (neun Tore, vier Assists) und Alessandro Schöpf (sechs Tore, drei Assists). Letzterer hat nun ein verlockendes Angebot vom FC Schalke 04 auf dem Tisch liegen.

Konkretes Angebot wird bestätigt

Dass der FC Schalke 04 großes Interesse an dem 21-Jährigen hat, wurde lange von den Nürnbergern und Schöpf-Berater Mario Weger verneint. Am Sonntag bestätigte Nürnbergs Sportdirektor Andreas Bornemann jedoch zum ersten Mal, dass es ein konkretes Offert für den Spielmacher gibt. Der FC Schalke 04 wäre bereit fünf Millionen Euro zu zahlen.

Nürnberg spekuliert auf den Aufstieg

Der 1. FC Nürnberg befindet sich nun in der Zwickmühle, denn der Verein steht zwar finanziell nicht so schlecht da, dass er Schöpf unbedingt sofort verkaufen muss, doch es droht erneut eine rote Zahl zum Jahresabschluss, die diesmal sogar noch ein wenig größer als im Vorjahr ausfallen dürfte, als man die Saison mit einem Minus von 2,1 Millionen Euro abschloss. Der Verein kann nun pokern und alles auf den erhofften Aufstieg setzen, der mit dem österreichischen Legionär sicherlich einfacher zu bewerkstelligen ist. Dies würde mindestens 15 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen bringen, womit der Club finanziell stabilisiert wäre. Natürlich ist auch ein Verbleib von Schöpf keine Garantie, dass man nächstes Jahr erstklassig ist und es stellt sich die Frage, ob die Angebote im Sommer noch einmal so lukrativ ausfallen werden, zumal sich ja ein Spieler auch verletzen oder in ein Formtief fallen kann.

Noch nicht das letzte Wort gesprochen

Dies ist auch Nürnbergs Sportvorstand Andreas Bornemann bewusst, der sich darüber im Klaren ist, dass der FC Schalke 04 nicht so schnell klein beigeben wird: „Schalke wird nach unserer Ablehnung sicher alles versuchen, Schöpf doch noch von uns loszueisen. Wenn in die Verhandlungen noch Bewegung kommen sollte, müssen wir uns sicherlich erneut zusammensetzen.“

Auch dem FC Nürnberg ist es nicht entgangen, dass Schalke etwa 35 Millionen Euro für Julian Draxler vom VfL Wolfsburg erhielt und das Angebot eventuell nachbessern könnte. Ein klares Veto gegen einen Verkauf liest sich anders, noch dazu da Bornemann in weiterer Folge anmerkte, dass auch der Gesamtzustand des Vereins im Auge behalten werden muss.

Kader verkleinern

Unabhängig von Alessandro Schöpf arbeitet der FC Nürnberg daran die Personalkosten zu reduzieren, da der Kader momentan viel zu teuer ist. Timo Gebhart und Jakub Syvestr sollen abgegeben werden, wobei der slowakische Stürmer auch eine kleinere Ablöse einbringen soll. Sollten Abnehmer für diese beiden Spieler gefunden werden und diese somit die Gehaltsliste des Clubs nicht mehr belasten, dann erhöhen sich die Chancen, dass Schöpf bei seinem Verein bleibt.

Schöpf mit Schalke 04 einig

An Alessandro Schöpf wird es jedenfalls nicht liegen, dass dieser Wechsel nicht zustande kommt. Der Mittelfeldspieler ist sich mit Schalke 04 bereits einig und hat lauf der BILD bereits alle Formalitäten geklärt. Die Entscheidung liegt jetzt also ganz bei den Vereinen. Schöpf würde mit dem Wechsel sicherlich einen großen Sprung in der Gehaltsklasse nach oben machen und hätte bei seinem neuen Arbeitgeber auch Chancen regelmäßig international zu spielen. Dass der 21-Jährige bei einem Platzen des Deals weniger motiviert für seinen bisherigen Arbeitgeber auftritt, befürchtet man in Nürnberg nicht, da man vom starken Charakter des Mittelfeldspielers überzeugt ist.

Nächstes Jahr wahrscheinlich erstklassig

Wie auch immer sich die Verhandlungen mit Schalke 04 entwickeln – es spricht sehr viel dafür, dass Alessandro Schöpf in der kommenden Saison in der höchsten Spielklasse Deutschlands spielen wird. Wenn sich Nürnberg und Schalke 04 noch im Winter einigen, dann dürfen wir ihm sofort in der obersten Liga auf die Beine sehen. Ansonsten gibt es zwei Varianten: Nürnberg steigt auf und nimmt den Österreicher in die 1. Liga mit, oder Nürnberg verpasst den Aufstieg und wird aufgrund der finanziellen Situation ein Angebot für die vielleicht heißeste Aktie im Verein annehmen müssen. Alessandro Schöpf muss nur weiter seine bisherige Leistungen bestätigen, dann kommt sein persönlicher Aufstieg von allein.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger