Der ÖFB bekommt einen weiteren Legionär in der deutschen Bundesliga dazu. Markus Suttner wechselt von der Wiener Austria zum FC Ingolstadt und ist dort... Suttner wechselt nach Ingolstadt: Kann er Ex-Lustenau-Legionär Soares fordern?
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Markus SuttnerDer ÖFB bekommt einen weiteren Legionär in der deutschen Bundesliga dazu. Markus Suttner wechselt von der Wiener Austria zum FC Ingolstadt und ist dort nach Trainer Ralph Hasenhüttl, Ramazan Özcan und Lukas Hinterseer der vierte Österreicher. abseits.at geht der Frage nach, ob er sich beim Aufsteiger durchsetzen kann.

Beinahe seine ganze Fußballer-Laufbahn verbrachte Suttner bei der Austria. 2001 stieß er zur Frank-Stronach-Akademie, kam über die Amateure zu den Profis, wo er zu einer festen Größe wurde und am Ende sogar die Kapitänsbinde trug. In Ingolstadt muss sich der 28-Jährige neu beweisen, hat einen ehemaligen Österreich-Legionär als Hauptkonkurrenten um den Stammplatz links hinten.

Von Lustenau nach Ingolstadt

Im Sommer 2010 kam Danilo Soares als 18-Jähriger von der zweiten Mannschaft von Gremio Porto Alegre zu Austria Lustenau. Im Ländle schaffte er nach kleineren, nachvollziehbaren Anlaufschwierigkeiten den Sprung zum Stammspieler. Insgesamt 91 Pflichtspiele bestritt er für die Vorarlberger, erzielte dabei zwei Tore und sieben Assists. Einzig an der Konstanz mangelte es hie und da. In seiner zweiten Saison wurde er beispielsweise in 30 Spielen dreimal mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Die großen Anlagen des Brasilianers waren dennoch nicht zu übersehen, sodass auch deutsche Bundesligisten immer wieder ein Auge auf ihn warfen. 2013 ging es schließlich nach Ingolstadt.

Athletisch und technisch stark

Bei den „Schanzern“ war er von Beginn an gesetzt und trug auch einen beträchtlichen Teil zum Aufstieg bei. Soares ist durchaus als kompletter Außenverteidiger zu sehen. Bei einer Körpergröße von 1,70m ist der 23-Jährige zum einen äußerst athletisch. Insgesamt bestritt er in der abgelaufenen Saison in der zweiten Bundesliga 763 Zweikämpfe, von denen er 63,3% gewann. Zum Vergleich: Bei Suttner waren es heuer 57,8% und letztes Jahr 60%.

Daneben ist Soares auch recht wendig und schnell, zudem technisch ebenfalls über Suttner zu stellen. Während der Österreicher seine Vorzüge im Passspiel – insbesondere beim Verteilen der Bälle – hat, agiert er im Dribbling durchaus verhalten und teils unstrukturiert. Soares hingegen besticht mit seiner Explosivität, seinem niedrigen Körperschwerpunkt und einer engen Ballführung. Seine Flankengenauigkeit ist mit 32% ebenfalls über jener von Suttner, der mit 28,7% aber ebenfalls einen guten Wert aufweisen kann.

Spielmachender Außenverteidiger

Neben diesen individuellen Qualitäten, die man schon während seiner Zeit in Österreich erahnen konnte, machte Soares unter Hasenhüttel außerdem taktisch einen Entwicklungssprung. In Lustenau bewegte er sich im Stile eines klassisch-modernen Außenverteidigers. Er rückte zwar regelmäßig auf und bearbeitete die gesamte Länge des Platzes, hatte aber lediglich eine unterstützende Rolle inne. Beim FCI übernimmt er nun durchaus auch spielerische Aufgaben und rückt diagonal nach vorne ein.

Dort spielt er dann seine guten Fähigkeiten im Kombinationsspiel aus. Mit ihm, dem linken Sechser der Ingolstädter, Alfredo Morales, sowie dem linken Flügelspieler, Mathew Leckie, hatte man in der abgelaufenen Saison ein sehr starkes Trio auf der linken Seite. Dieses konnte sehr variabel agieren, da Soares wie erwähnt mit seinen Dribblings für Dynamik sorgen konnte, die der lauf- und ebenfalls dribbelstarke Leckie wiederrum gut aufnehmen konnte. Morales gab einen verlässlichen Balancespieler.

Fazit: Schwere Ausgangslage für Suttner

Es scheint also so, dass Suttner in Ingolstadt – zumindest vorerst – einen durchaus schweren Stand haben dürfte. Soares ist individuell, taktisch und strategisch ein äußerst interessanter Außenverteidiger. Nicht umsonst wurde er vom kicker zum besten Außenverteidiger des Frühjahrs gekürt. Andererseits war es aus Sicht von Ingolstadt unabdingbar, auf dieser Position am Transfermarkt aktiv zu werden. Während man rechts mit Tobias Levels, Danny Da Costa und Konstantin Engel gleich drei Spieler zur Verfügung hat, fehlen hinter Soares die Alternativen.

Dass Suttner unter Hasenhüttl überhaupt keine Einsatzzeit bekommen wird, ist hingegen nicht gesagt. Einerseits verfügt der 28-Jährige über deutlich mehr Erfahrung als Soares, spielte mit Klub und Nationalteam mehrmals auf internationaler Ebene. Andererseits wirkt er in seinen Leistungen konstanter. Zwei Dinge, die gerade bei einem Aufsteiger, dem gegen Ende der letzten Saison beinahe die Luft ausging, in einigen Phasen gefragt sein dürften.

Alexander Semeliker, abseits.at

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Alexander Semeliker

@axlsem