Borussia Mönchengladbach spielte zuletzt unter Interimstrainer André Schubert groß auf und gewann die letzten sechs Spiele in Folge. Ausgerechnet der österreichische Coach Ralph Hasenhüttl... Zum “Spieler des Spiels“ gewählt: Ramazan Özcan hält Unentschieden gegen Gladbach fest
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_Ramazan Özcan - FC IngolstadtBorussia Mönchengladbach spielte zuletzt unter Interimstrainer André Schubert groß auf und gewann die letzten sechs Spiele in Folge. Ausgerechnet der österreichische Coach Ralph Hasenhüttl beendete diese tolle Serie, denn die 52.331 Fans im Borussen-Park sahen am Wochenende keinen Treffer. Dabei stellte sich der Aufsteiger keineswegs hinten hinein, sondern überraschte selbst durch eine offensive Spielanlage, die die Hausherren insbesondere in der ersten Halbzeit enorm unter Druck setzte. Wir wollen uns die Statistiken rund um die Partie, sowie natürlich die Leistungen der drei ÖFB-Legionäre beim FC Ingolstadt ansehen.

Statistiken rund ums Spiel

Nach zwölf Runden hat die Truppe von Trainer Ralph Hasenhüttl 16 Punkte auf dem Konto stehen, wobei gleich zwölf davon in Auswärtsspielen geholt werden konnten. Eine bessere Bilanz in fremden Stadien weist nur der FC Bayern München und Borussia Dortmund auf. Gladbach-Trainer André Schubert erreichte zum ersten Mal in einem Pflichtspiel nicht das Punktemaximum, ist aber nach dem 0:0-Unentschieden noch immer ungeschlagen. Wenn er die nächsten beiden Partien ebenfalls nicht verliert, dann stellt er Udo Latteks Vereinsrekord ein, der als Coach erst im neunten Spiel eine Niederlage hinnehmen musste. Gladbach-Legionär Granit Xhaka sah vier Minuten vor dem Schlusspfiff die gelb-rote Karte, womit er bereits zum vierten Mal in der deutschen Bundesliga ausgeschlossen wurde. Ingolstadt legte insbesondere in der ersten Hälfte ein enormes Tempo an den Tag, setzte den Gegner schon früh unter Druck, indem auch die Abwehrreihe sehr hoch stand. Gladbach konnte sich in den ersten 45 Minuten kaum aus der eigenen Hälfte befreien, was auch an der hervorragenden Laufarbeit der Gäste lag, die insgesamt drei Kilometer mehr als die Borussia zurücklegten.

Ramazan Özcan weiterhin in Topform

Ramazan Özcan wurde vom kicker zum Spieler des Spiels gewählt und erhielt die Note 2. Dadurch verbesserte er seinen Notenschnitt in der aktuellen Saison auf 2,68, womit er vor Größen wie Manuel Neuer (2,83) und Bernd Leno (3,08) liegt! Dabei leistete sich Özcan in der 16. Minute einen Schnitzer, als ein missglückter Befreiungsschlag Raffael vor die Beine fiel. Im Anschluss machte er jedoch seinen Fehler sofort wieder gut, denn er verkürzte geschickt den Winkel und wehrte den Schussversuch des Brasilianers ab. Der Ingolstadt-Keeper entschärfte insgesamt fünf Torschüsse, wobei er knapp vor dem Schlusspfiff seine größte Heldentat vollbrachte, als er nach einer Flanke den Schuss des heranstürmenden Thorgan Hazard parierte. Diese Szene ist wirklich sehenswert und ihr könnt sie euch im Video am Ende des Artikels ansehen.

Solide Partie von Markus Suttner

Markus Suttner begann abermals auf seiner Stammposition auf der linken Abwehrseite und versuchte trotz seines starken Gegenspielers Ibrahima Traore, mit dem er zeiweise durchaus Probleme hatte, auch viel für die Offensive zu tun. Bis auf einige Szenen gegen Traore spielte er eine grundsolide Partie und war auch im Aufbauspiel ein wichtiger Faktor der Gäste. Suttner bereitete zwei Torschüsse seiner Mitspieler vor und schlug eine Flanke. Er kam auf 52 Ballkontakte und von den 26 Pässen, landeten 73% bei seinen Mitspielern, was in dieser doch zerfahrenen Partie über dem Mannschaftsdurchschnitt liegt (63%). Der Außenverteidiger fing zwei gegnerische Pässe ab und klärte fünfmal den Ball aus dem eigenen Strafraum. Suttner bekam sowohl vom kicker, als auch von sportal.de die Note 3,5.

Lukas Hinterseer mit undankbaren Aufgaben

Im Sturmzentrum hatte Lukas Hinterseer keinen leichten Stand, denn in den 76 Minuten, in denen er am Platz stand, opferte er sich für die Mannschaft auf und musste enorm viel gegen den Ball arbeiten. Er steuerte einen Torschuss und zwei Torschuss-Assists bei, kam aber nur selten in aussichtsreiche Positionen. Bis zu seiner Auswechslung lief er 9,1 Kilometer und hatte 37 Ballkontakte. Er spielte 26 Pässe, von denen nur 50% bei seinen Mitspielern ankamen. Da er oftmals im Sturmzentrum auf sich alleine gestellt war, verlor er den Großteil seiner Zweikämpfe in schwierig zu lösenden Situationen. Er entschied nur 5 seiner 23 Duelle für sich (21,7%). Trotz dieser schwachen Statistiken darf man das Gesamtbild nicht aus den Augen verlieren, denn sein gutes Pressing ermöglichte zum Teil auch die offensive Ausrichtung der gesamten Mannschaft. Der kicker und sportal.de bewerteten den Stürmer mit der Note 4.

Die Stimmen nach dem Spiel

Ramazan Özcan (FC Ingolstadt): „Es ist großartig, dass wir nach nach zwölf Spielen mit 16 Punkten dastehen. Jeder haut sich rein und auch gegen einen Favoriten haben wir heute wieder gut mitgespielt. Wir sind die Härte aus der zweiten Liga gewohnt und manchmal muss es über Kampf gehen, wenn du als Aufsteiger zu einer Mannschaft reist, die sechsmal hintereinander gewonnen hat.“

Ralph Hasenhüttl (Trainer FC Ingolstadt): „Das Unentschieden ist aus meiner Sicht ist absolut verdient. Wir haben über 60 Minuten ein sensationelles Spiel abgeliefert. In der ersten Hälfte haben wir Borussia kaum mal aus der eigenen Hälfte kommen lassen und hatten zudem mehrere Chancen, in Führung zu gehen. Der Mannschaft gebührt Respekt, wie sie gegen einen Champions League-Teilnehmer in dessen eigenem Stadion über weite Strecken aufgetreten ist. Wir haben auch erneut unter Beweis gestellt, dass wir nicht aus Zufall aufgestiegen sind und vielen Gegnern in dieser Liga Probleme bereiten können.“

André Schubert (Trainer Borussia Mönchengladbach): „Wir müssen mit diesem Unentschieden leben. Die Mannschaft hat nach den großen Belastungen der vergangenen Wochen nochmal alles versucht und auch in den letzten Minuten in Unterzahl enorm viel investiert. Aber dieses Mal hat es gegen einen Gegner, der von Anfang an nur darauf aus war, das Spiel zu zerstören, leider nicht gereicht, um das Spiel zu gewinnen. Wir hätten in der ersten Hälfte noch den einen oder anderen Lauf mehr machen müssen, aber ich mache den Jungs überhaupt keinen Vorwurf. Das war das xte Spiel binnen weniger Tage – das ist schon extrem. Wir sind deshalb nun froh, dass Länderspielpause ist und wir ein wenig durchschnaufen können.“

Die Highlights der Partie

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger