Vier Österreicher verdienen ihre britischen Pfund momentan in der Championship, der zweithöchsten englischen Liga. Alle haben eines gemeinsam: Während ihr Verein vom Premier-League-Aufstieg träumt... Ein Blick auf die Insel: Das Österreicher-Quartett in der Championship
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Andreas Weimann ÖFB Aston Villa_abseits.atVier Österreicher verdienen ihre britischen Pfund momentan in der Championship, der zweithöchsten englischen Liga. Alle haben eines gemeinsam: Während ihr Verein vom Premier-League-Aufstieg träumt (nach 28 von 46 Spieltagen), ist die persönliche Situation der Austro-Cracks momentan durchwegs eher als „kompliziert“ einzustufen. Wir haben uns die bisherige Saison von Atdhe Nuhiu (Sheffield Wednesday), Andreas Weimann (Derby County) und den beiden Brentford-Legionären Konstantin Kerschbaumer und Marco Djuricin näher angesehen.

Atdhe Nuhiu – Sheffield Wednesday

Bereits seit zweieinhalb Jahre kickt der 26-Jährige nun mittlerweile schon in der Championship und ist damit quasi in dieser Hinsicht der „Austro-Routinier“. Seine beiden einzigen Saisontore für Sheffield Wednesday resultieren vom September. Der Offensivhüne traf zudem je einmal im FA- und Liga-Cup. Mit dem wichtigen 2:1-Siegestor gegen Fulham schoss Nuhiu sein Team in die nächste Pokalrunde. Zuletzt setzte der Stürmer mit drei Torvorlagen wieder ein Ausrufezeichen, ehe es bei den letzten beiden Spielen nur mehr zu insgesamt fünf Einsatzminuten reichte. Trotzdem ist der Stoßstürmer eine Konstante im System von Coach Carlos Carvalhal. Insgesamt spulte Nuhiu heuer 1.314 Meisterschaftsminuten ab (48 Minuten im Schnitt pro Spiel).

In der Liga steht Sheffield derzeit mit Platz sechs auf einem wackligen Playoff Rang, der direkte Aufstieg ist wohl schon – ob der großen Konkurrenz und der fehlenden eigenen Konstanz – außer Reichweite.

Andreas Weimann – Derby County

Die beste Position im Aufstiegsrennen aus österreichischer Sicht hat Andreas Weimann mit Derby County. Die „Rams“ stehen aktuell drei Punkte vor Nuhiu’s Sheffield auf Rang fünf. Im November blühte der Wiener auf und erzielte alle seiner drei Saisontore. Seit etwa Weihnachten wurde die Lage dann spürbar ungemütlicher. Der ursprüngliche Stammplatz unter Paul Clement ist seitdem weg. Bei den letzten drei Spielen blieb der Stürmer gar nur frustrierter Zuschauer und musste mitansehen, wie Derby mit mittlerweile vier sieglosen Spielen die Tabellenführung verspielte. Die direkten Aufstiegsplätze liegen aber weiterhin in Reichweite. Mit 1.135 Meisterschaftsminuten stand der ehemaliger Aston-Villa-Goalgetter nur knapp 42 Minuten im Schnitt am Feld – Tendenz fallend. Prominent und zudem rappelvoll wird es übrigens am Freitag im Pride Park Stadium von Derby County werden, wenn nämlich Louis van Gaal seine Stars von Manchester United zum FA-Cup-Duell mit den „Rams“ bittet. Das bisherige Saisonhighlight möchte der Wiener dann wieder am Feld, statt auf der Tribüne verbringen – immerhin hat er mit einem Doppelpack vor knapp drei Jahren schon einmal die Red Devils erledigt.

Marco Djuricin – FC Brentford

Der Neuzugang aus dem Bullenstall hat sich gleich bestens im Londoner Vorort eingelebt. Der Angreifer war von Anfang unter Coach Marinus Dijkhuizen gesetzt, erzielte in den ersten zehn Partien auch gleich vier Tore. Eine Knöchelverletzung warf den 23-Jährigen danach zurück. Erst seit Mitte Jänner kehrte er wieder in den Kader zurück, seitdem gab es drei Kurzeinsätze. So kommt der Teamstürmer auf 993 Einsatzminuten, ergibt im Schnitt 66 Minuten pro Spiel (bis zur Verletzung waren es sogar 75 Minuten). Die spannende Frage wird jedoch sein, wie sich der Trainerwechsel Anfang Dezember auf die Aufstellungschancen des Stürmers auswirken wird.

Konstantin Kerschbaumer – FC Brentford

 Ebenfalls im Sommer dockte Konstantin Kerschbaumer bei Brentford an, nachdem er erst kurz zuvor vom Erstligisten St. Pölten zur Admira wechselte. Auch der zweite Österreicher spielte anfangs eine zentrale Rolle bei den „Bees“. Im offensiven Mittelfeld bereitete der Niederösterreicher gleich zwei Tore in den ersten vier Spielen vor. Mit einer über 80%igen Passgenauigkeit sorgte er für die nötige Linie in die Offensivaktionen. Danach ging die Leistungskurve allerdings nach unten, ehe seit Oktober der Stammplatz weg ist. Nur einmal stand Kerschbaumer seitdem über die volle Distanz am Rasen. Richtig komplizierte machte die ganze Situation aber der schon angesprochene Trainerwechsel. Seit Dean Smith die Mannschaft aufstellt, wurde der Kampf ums Leiberl nicht unbedingt einfacher. Bei den letzten acht Partien reichte es gar nur mehr zu einer Viertelstunde Einsatzzeit. Insgesamt stand der Mittelfeldmann 1.071 Minuten (46 Minuten im Schnitt – auch hier: Tendenz stark fallend) am Feld.

In der Tabelle liegt der Brentford FC in Lauerstellung auf Rang 10, sechs Punkte hinter einem Playoff-Platz.

Werner Sonntleitner, abseits.at

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Werner Sonnleitner