Im Spitzenspiel zwischen Tottenham und City trifft nicht nur der Erste auf den Zweiten, sondern auch die torgefährlichste Offensive auf die sicherste Abwehr. Tottenham... Match of the Week (Premier League): Tottenham Hotspur vs. Manchester City
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_Tottenham Hotspur Wappen StripesIm Spitzenspiel zwischen Tottenham und City trifft nicht nur der Erste auf den Zweiten, sondern auch die torgefährlichste Offensive auf die sicherste Abwehr.

Tottenham Hotspur

Die Spurs knüpfen derzeit nahtlos an die erfolgreiche letzte Saison an. Unter Trainer Mauricio Pochettino entwickelte sich in den vergangenen Jahren in Nordlondon ein echtes Spitzenteam. Bemerkenswert an der Erfolgsgeschichte ist die Tatsache, dass der Argentinier dabei auf junge Spieler setzt, die auch zum Teil aus dem eigenen Nachwuchs stammen. In einer Liga, die dem hochkapitalistischen Credo verfallen scheint, Erfolg sei vor allem eine Frage des Geldes und alles ist gut, so lange sich nur genügend qualifizierte Einzelspieler in einem Kader versammeln, ein geradezu erfrischender Ansatz.

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Auch die Spurs geben hin und wieder Geld aus. Um nicht zusagen: viel Geld. Allein in diesem Sommer zahlte Tottenham für Moussa Sissoko, Vincent Janssen, Victor Wanyama und Georges-Kevin N‘ Koudou insgesamt 82,50 Millionen Euro. Trotzdem wirkt es so, dass, im Gegensatz zu beispielsweise Manchester United, die Spieler anhand einer übergeordneten Strategie verpflichtet werden, was auch den anhaltenden Erfolg erklären würde.

Hierfür ist vor allem Teammanager Pochettino verantwortlich. Bereits bei Espanyol Barcelona und Southampton leistete der 44-Jährige großartige Arbeit. Er verfolgt einen klaren Plan und verfügt über eine Spielidee, die sich über Dominanz, Ballbesitz und eine disziplinierte Defensive definiert.

Mit der belgischen Innenverteidigung bestehend aus Jan Verthongen und Toby Alderweireld hat man in der Abwehr ein stabiles und zuverlässiges Duo. Das defensive Mittelfeld ist mit Eric Dier, Mousa Dembele und Neuzugang Wanyama hervorragend besetzt. Dembele hat mit 95 Prozent die beste Passquote, während Wanyama teamintern die Kategorie most completet passes mit 222 Pässen anführt. Das dynamische Duo ist also sehr ball-und passsicher, sowie äußerst pressingresistent, während Dier eher die Rolle eines zusätzlichen Verteidigers übernimmt. In Kyle Walker haben die Lilywhites zusätzlich einen sehr dynamischen und physisch starken Außenverteidiger.

Offensiv sticht natürlich das Duo Delle Alli / Harry Kane heraus. Mittlerweile haben sich aber auch Erik Lamela und der derzeit beste Torschütze der Spurs, Heu-Ming Son, in den Vordergrund gespielt. Zudem gibt es da ja noch Christian Eriksen und die Neuzugänge Sissoko und Janssen. Qualität, um auch einem Team wie Manchester City gefährlich zu werden ist also ausreichend vorhanden.

Stürmerstar Harry Kane könnte für das Spitzenspiel gegen City ausfallen.

Manchester City

Schneller als von vielen Experten erwartet konnte Pep Guardiola seiner neuen Mannschaft seine Handschrift verleihen. Taktisch bewegt sich City mittlerweile auf einem höheren Niveau als noch in den Jahren zuvor, als das damals schon hochkarätig besetzte Team auf dem Platz oftmals wie eine lose Ansammlung guter Einzelspieler wirkte.

Die Skyblues versuchen, wie von Guardiola gewohnt, durch viel Ballbesitz und diszipliniertes Positionsspiel den Gegner zu dominieren. Natürlich bewegt sich das Team dabei noch nicht auf dem Niveau von Bayern München oder dem FC Barcelona unter Guardiola. Erste, gute Ansätze sind aber bereits auszumachen.

Zum Beispiel liegt City in Sachen Ballbesitz mit knapp 60 Prozent an der Spitze der Premier League. Nur zum Vergleich: in den letzten Jahren lag der Höchstwert, den ein Premier League – Verein in dieser Kategorie auswies immer um die 58 Prozent. Ebenfalls auffällig: die durchschnittliche Länge der Pässe beträgt 18 Meter. Nur Arsenal spielt im Schnitt ligaweit kürzere Bälle.

Bisher überrollte der „City-Train“ die Gegner in der Premier League, vor allem die erste Halbzeit im Manchester – Derby gegen United war beeindruckend und ein erster Fingerzeig, wo die Reise im besten Fall hingehen kann.

Mit Fernandinho hat Guardiola in den eigenen Reihen einen sehr brauchbaren Sechser gefunden, während Neuzugang Ilkay Gündogan das fehlende Puzzleteil in der Verbindung von Mittelfeld und Angriff sein könnte – vorausgesetzt er bleibt über einen längeren Zeitraum fit. Sergio Aguero und Kevin de Bruyne sind zudem potentielle Weltklasse-Spieler, die eine Partie allein entscheiden können. Neuzugang Nolito ist für das Guardiola-typische Flügelspiel bestens geeignet, auch Raheem Sterling zeigt unter dem Katalanen immer mehr, zu was er eigentlich fähig ist.

Weiterhin als Schwachstelle präsentiert sich die Defensive. Claudio Bravo ist zwar im Tor ein Upgrade gegenüber Joe Hart, die Viererkette davor zeichnet sich aber weiterhin durch einige Unsicherheiten aus. In puncto schwerwiegende Abwehrfehler liegt City mit 5 an der Spitze dieser eher unrühmlichen Statistik. Obendrein lassen sie im Schnitt 9,5 Schüsse des Gegners zu und verlieren durchschnittlich 15 Mal pro Spiel den Ball.

Ausfallen für das Spiel gegen Tottenham wird Nolito wegen einer Rotsperre und wahrscheinlich auch verletzungsbedingt Kevin de Bruyne.

So könnten sie spielen

Tottenham Hotspur: Lloris – Walker, Alderweireld, Vertonghen, Rose – Dier, Wanyama – Eriksen, Alli, Lamela – Janssen

Manchester City: Bravo – Sagna, Stones, Otamendi, Kolarov – Fernandinho – Sane, Silva, Gündogan, Sterling – Aguero

Ral, abseits.at

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