Der 29. Premier-League-Spieltag steht vor der Tür! Wir sehen uns nicht nur das Topspiel zwischen Manchester City und Liverpool an, sondern blicken auch auf... Vorschau auf den 29. Spieltag in England: Liverpool vs. City – das Duell der Enttäuschten
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_Pep GuardiolaDer 29. Premier-League-Spieltag steht vor der Tür! Wir sehen uns nicht nur das Topspiel zwischen Manchester City und Liverpool an, sondern blicken auch auf die bevorstehenden Einsätze unserer Legionäre.

Das Topspiel: Manchester City vs. Liverpool FC

Sonntag, 19.03.- 17:30 Uhr

Das Ausscheiden in der Champions League war für Pep Guardiola und Manchester City fast folgerichtig. Mit einer Defensive, die in zwei Achtelfinalpartien gegen den AS Monaco insgesamt sechs Tore kassiert, kann man wohl keine höheren Ziele als das das Überstehen der Gruppenphase formulieren. Guardiola selbst scheint wenig Vertrauen in seine Abwehr zu haben, war er sich vor dem Rückspiel gegen Monaco doch ziemlich sicher, dass seine Mannschaft mindestens ein Tor kassieren wird.

Diese Problematik stellt sich natürlich nicht nur in der Champions League. Auch in der Premier League fällt die Defensive durch viele individuelle Fehler auf; gegen Mannschaften wie Leicester City oder den FC Everton kassierte man jeweils vier Gegentore. Die Probleme fangen dabei bereits auf der Position des Torhüters an. Nach Aussortierung von City-Legende Joe Hart glaubte Guardiola, seine Mannschaft mit der Verpflichtung des Chilenen Claudio Bravo im Tor zu verbessern… Weit gefehlt! In La Liga, wo weniger hohe Bälle gespielt werden und es vor dem Tor etwas weniger ruppig zur Sache geht, war Bravo mit seinen fußballerischen Fähigkeiten ein überdurchschnittlicher Torhüter. Dem Spiel in England konnte er sich jedoch nie anpassen und verlor seinen Platz an Willy Caballero, der ja nun auch nicht gerade zur ersten Keeper-Gilde in Europa zählt.

Wenn zumindest der Torhüter hinter ebenfalls eher verhältnismäßig durchschnittlichen Abwehrspielern wie Aleksandar Kolarov, Nicolas Otamendi oder Pablo Zabaleta eine gewisse Klasse und Stabilität verkörpern würde, sehe die Sache vielleicht anders aus. So wird die Qualifikation für die Champions League in dieser Saison das höchste der Gefühle für City sein.

Generell wirkt der Kader im Verhältnis von Offensive und Defensive schlecht ausbalanciert. Guardiola selbst fand bislang auch noch keine taktischen Mittel die Lücken konstant zu schließen, um so die dringend benötigte Balance im Spiel seiner Mannschaft herzustellen. Ein wilder Sechser der Kategorie Fernandinho oder ein Yaya Toure weit über dem Zenit verstärken die Probleme dabei eher noch, als zu deren Lösung beizutragen.

Die Probleme von Manchester City weisen dabei Parallelen zu denen von Liverpool auf. Auch Jürgen Klopp hat es noch nicht dauerhaft geschafft, seiner Mannschaft eine gewisse Stabilität zu verpassen. Auch die Reds haben ein Torhüterproblem, da weder Simon Mignolet noch Loris Karius für Sicherheit sorgen. In der Abwehrkette verkörpert einzig Dejan Lovren gehobenes Niveau. Ragnar Klavan ist kein Verteidiger, der einer Spitzenmannschaft weiterhilft, Joel Matip kämpft noch mit Anpassungsproblemen an das System von Klopp.

Im defensiven Mittelfeld wäre neben Jordan Henderson, der eine gute Saison spielt, noch ein defensivstarker Verbindungsspieler a la N`Golo Kante von Nöten, der Henderson defensiv unterstützt.

In diesem Duell der Enttäuschten  – beide Teams hatten sich höhere Ziele gesetzt als die bisherigen Ergebnisse hergeben – wird wohl die Mannschaft gewinnen, die defensiv stabiler steht. Allerdings könnte es aufgrund der defensiven Schwächen bei gleichzeitiger unbändiger Offensivpower auf beiden Seiten, auch zu einem echten Torfestival kommen. Liverpool tut sich in dieser Saison mit den Spitzenteams um einiges leichter als Manchester City – das Hinspiel endete 1:0 für die Reds – und geht so als leichter Favorit in diese Partie.

Blick auf die Spiele der anderen österreichischen Legionäre

West Ham United vs. Leicester City FC

Samstag, 18.03 – 16:00 Uhr

Leicester City steht als einziger britischer Verein unter den letzten Acht der Champions League! Ein Information, die in ihrer Absurdität erstmal ankommen muss. Unter dem neuen Coach Craig Shakespeare gelang es tatsächlich, den FC Sevilla zu eliminieren. Auch in der Premier League hat sich die Mannschaft mit Shakespeare an der Seitenlinie stabilisiert; zuletzt gab es zwei überzeugende Siege in Folge. In diese beiden Partien konnte auch Christian Fuchs endlich wieder überzeugen: gegen Liverpool gab er ein Torvorlage, während Fuchs sich beim 3:1 – Erfolg über Hull gar in die Torschützenliste eintragen konnte.

Der kommende Gegner West Ham musste zuletzt zwei Niederlagen in Folge verkraften. Die Leistungskurve der Hammers zeigt nach vier Spielen in Folge generell nach unten. Leicester schwebt nach der Sensation in der Champions League auf Wolke Sieben, was sich als Fluch und Segen zugleich herausstellen könnte: entweder man nimmt den Schwung dieses Erfolgs mit in die Premier League oder der graue Ligaalltag drückt der Mannschaft aufs Gemüt.

Stoke City vs. Chelsea FC

Samstag, 18.03. – 16:00 Uhr

Zuletzt trotzte Stoke ohne Marko Arnautovic Manchester City einen Punkt ab. Mit Spitzenreiter Chelsea kommt aber nun nochmal ein größeres Kaliber auf Arnautovic und Co. zu. Nach seinem krankheitsbedingten Fehlen dürfte der Österreicher wieder in der Startelf stehen. Der klare Favorit in dieser Partie ist natürlich Chelsea, die bislang auch mit den eher kleineren Vereinen der Premier League wenige Probleme hatten. Der Tabellenneunte Stoke müsste also schon gewaltig über sich hinauswachsen, um aus dieser Partie etwas Zählbares mitzunehmen.

Crystal Palace vs. Watford FC

Samstag, 18.03. – 16:00 Uhr

Einen fußballerischen Leckerbissen darf man sich bei dieser Paarung nicht erwarten. Crystal Palace kämpft seit Saisonbeginn gegen den Abstieg, konnte sich nach zwei Siegen in Folge aber etwas Luft im Tabellenkeller verschaffen. Watford und Sebastian Prödl warten hingegen seit drei Spielen auf einen Dreier. Bei einer Niederlage in London könnte Watford tatsächlich noch unten mit hineinrutschen. Ein Szenario, das die Hornets natürlich tunlichst vermeiden wollen. Dafür muss sich aber vor allem die Defensive um Prödl steigern, kassierte man doch wettbewerbsübergreifend in den letzten sieben Spielen jeweils mindestens einen Treffer.

Tottenham Hotspur vs. Southampton FC

Sonntag, 19.03. – 15:15 Uhr

Die Begegnung mit Southampton markiert für die Spurs das erste von vielen Spielen, bei denen Toptorjäger Harry Kane nicht zur Verfügung stehen wird. Aufgrund einer Bänderverletzung, die er sich in der FA-Cup – Partie gegen Millwall zuzog, wird er wohl mindestens sieben Wochen fehlen. Ein herber Verlust für Tottenham. Dies belegen auch die Zahlen von Saisonbeginn, als Kane ebenfalls länger nicht zur Verfügung stand: von zehn absolvierten Spielen ohne ihren besten Stürmer, konnten die Spurs nur vier gewinnen.

Dafür wird aber zumindest die Abwehr in Bestbesetzung antreten, was für Kevin Wimmer einen neuerlichen Platz auf der Bank bedeuten wird.

Ral, www.abseits.at

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