Jetzt ist es also fix – die „Möwen“ von der Südküste kreisen nächste Saison in den Fußballtempeln der englischen Eliteliga. Erstmals in der Vereinsgeschichte... Welcome Premier League: Brighton & Hove Albion ist erstklassig

_England Premier LeagueJetzt ist es also fix – die „Möwen“ von der Südküste kreisen nächste Saison in den Fußballtempeln der englischen Eliteliga. Erstmals in der Vereinsgeschichte ist der Brighton & Hove Albion Football Club in die Premier League aufgestiegen! Grund genug um uns den Neuling einmal etwas genauer anzusehen.

Nach Stotterstart fortan voll in der Spur

Mit nur zwei Siegen aus den ersten sechs Partien, setzte der Aufstiegsmitfavorit aus dem englischen Seebad Brighton den Saisonstart gründlich in den Sand. Doch danach folgten 19 ungeschlagene Ligaspiele (inklusive 15 Siege). So steht man seit dem neunten Spieltag immer auf einem Top-Drei-Platz, seit dem Sieg in Wigan Mitte Oktober sogar durchgehend auf einem der beiden Fixaufstiegsplätze. Nach zwei Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten Newcastle und Huddersfield Anfang Februar, roch die Verfolger-Armada noch einmal Lunte. Doch schlussendlich zog die Hughes-Elf gemeinsam mit Newcastle weiterhin souverän vorne weg. Nach dem letzten Championship-Spiel gegen Wigan knallten die Sektkorken, denn zu diesem Zeitpunkt war es de facto fix – Brighton spielt nächste Saison erstmals in der Premier League. Zwei Stunden nach dem Schlusspfiff war es dann auch offiziell, da der Viertplatzierte Huddersfield, nicht über ein 1:1-Unentschieden gegen Derby hinauskam und somit die letzte theoretische Chance verspielte den Tabellenführer abzufangen.

 Im 4-4-2 in die Premier League

Erfolgstrainer des frischgebackenen Aufsteigers ist Chris Hughton, der im Jänner 2015 von Sami Hyypiä übernahm, der wiederum zuvor übrigens einen gewissen Oscar García ablöste! Der 58-Jährige Ire schickt heuer seine Truppe gewöhnlich in einem 4-4-2 aufs Feld. Stammgoalie ist mit David Stockdale ein routinierter Engländer. In der Viererkette agieren bevorzugt Dunk und Duffy, zuletzt kam auch Hünemeier regelmäßig im Abwehrzentrum zum Zug, Bruno Saltor und Bong bzw. Pocognoli agieren außen. Mit bislang nur 36 Gegentreffern in 43 Spielen stellt diese Hintermannschaft das Fort Knox der Liga.

Im rechten Mittelfeld sorgt Anthony Knockaert mit 15 Treffern und 9 Vorlagen für die nötige Offensivpower. Jamie Murphy kommt meist über links. Im Zentrum zieht ein Duo um Norwood, Stephens oder Steve Sidwell (bekannt aus Stoke City) die Fäden.

Torgrant und irgendwie der Aufstiegsheld der „Seagulls“ ist Glenn Murray, der Neuzugang aus Bournemouth netzte 22-mal für Brighton. Sein Sturmkollege Tomer Hemed kam auf 11 Volltreffer. Mit 73 Toren stellt man aktuell die viertbeste Offensive der Liga. Auffallend ist die Routine im Kader, der im Schnitt schon über 28 Lenze am Buckel hat. Dazu stehen – momentan noch – relativ viele britische Spieler im Kader.

Mit einem Pokerface kam der Aufschwung retour

Zwischen 1979 und 1983 waren „The Seagulls“ schon vier Saisonen erstklassig – damals hieß die Spitzenliga noch „First Division“. Der 115 Jahre alte Klub bestritt 168 Spiele im „Top-Flight-Football“, feierte dort in Summe bislang 47 Siege und erzielte dabei 182 Tore. 1983 stand man kurz vor dem ersten und bislang einzigen großen Titel. Im FA-Cup Finale scheiterte man gegen Manchester United erst im Wiederholungsspiel.

Mit viel Missmanagement im Board und dem finalen Kuckuck schon in Sichtweite, gingen in Brighton beinahe die Lichter aus. Dazu folgte der sportliche Tiefpunkt mit dem Abstieg 2005/06 in die dritte Liga. Dort erfing sich der Klub aber wieder, zudem übernahm mit Tony Bloom 2009 ein englischer Pokerstar die Geschicke und zwei Jahre später gelang die Rückkehr in die Championship. Zweimal stand man seither im Play-Off um den letzten freien Aufstiegsplatz, beide Male scheiterten die Blauweißen. Im Vorjahr schrammte man als Langzeittabellenführer schlussendlich als Dritter punktegleich nur um mickrige zwei Tore am Direktaufstieg vorbei. Doch heuer klappte es, in der sechsten Championship-Saison darf sich die Mannschaft von Chris Hughton nun endgültig die Aufstiegsleiberl überstreifen.

Im neuen Stadion ging’s bergauf

Beheimatet ist man in der 270.000 Einwohnerstadt Brighton and Hove an der Südküste Englands, umgangssprachlich sagt der Brite aber nur „Brighton“. Dort war der Goldstone Ground für fast ein Jahrhundert die Heimat der „Möwen“, ein Relikt, weil eines der letzten Stadien mit Laufbahn auf der Insel. Die erwähnten Finanzturbulenzen führten zum Verkauf der Immobilie, der fortan heimatlose Verein mietete sich über ein Jahrzehnt in benachbarte Stadien ein. Seit der Saison 2011/12 spielt man nun im neu gebauten Falmer Stadium, ein für 30.750 Fans Platz findendes Schmuckkästchen mit einer markanten Bogendach-Konstruktion. Die für 93 Millionen Pfund errichtete Arena wurde vom Sponsor American Express tatkräftig mitfinanziert und sodann nach ihm offiziell getauft. Im „Amex“ werden sich nun schon bald die schillernden Protagonisten der Topclubs aus London, Manchester oder Liverpool ein Stelldichein geben!

Werner Sonnleitner, abseits.at

Werner Sonnleitner

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