Zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die... abseits.at Expertenvorschau: Der hohe Erwartungsdruck auf den Weltmeister
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Thomas Müller - Deutschland, FC Bayern München_abseits.atZur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die Aufsteigertipps und die interessantesten Spieler beleuchtet.

In Gruppe C spielen Deutschland, die Ukraine, Polen und Nordirland.

Daniel Mandl

Wenn der Weltmeister die folgende EM spielt, dann muss der Gruppensieg Formsache sein. Deutschland kann Turniere, wird mit dem ersten Anpfiff die Spannung hochhalten und diese Gruppe gewinnen. Eine gute Mannschaft haben aber auch die Polen, was sie bereits in der Quali gegen Deutschland bewiesen – die Elf von Adam Nawalka kann man getrost auf eine ähnliche Stufe, wie die ÖFB-Auswahl stellen. Natürlich getragen von Superstar Robert Lewandowski. Bei der Ukraine, die ich hier auf Platz 3 sehe, kommt derzeit eine hochinteressante Generation ins beste Fußballeralter, wenngleich ich die Gelb-Blauen 2018 stärker und weiter sehe, als heuer. Nordirland ist der Passagier, der reinschnuppern darf und sicher ein paar blaue Flecken, aber auch Punkte verteilen wird.

  1. Deutschland – 2. Polen – 3. Ukraine – 4. Nordirland

Stefan Karger

Auch wenn sich Deutschland momentan nicht in der stärksten Form zu befinden scheint – spätestens wenn das erste Spiel angepfiffen wird, ist alles was in der Vorbereitung schief lief vergessen. Am ehesten wird Polen Jogi Löw den Gruppensieg streitig machen können. Die Ukraine und Nordirland werden in dieser Gruppe nicht viel mitzureden haben.

  1. Deutschland – 2. Polen – 3. Ukraine – 4. Nordirland

Alexander Semeliker

Deutschland ist nach dem Weltmeistertitel weiterhin auf der Suche nach der Form. Das Überstehen der Gruppenphase ist für das DFB-Team Pflicht und sollte auch gelingen. Ob es erneut zum ganz großen Wurf reichen wird, ist trotz des „Turniermannschaft“-Rufs zweifelhaft. Jogi Löw dürfte nach wie vor auf der Suche nach der spielerischen Identität und dem richtigen Personal sein. Die Polen scheinen aktuell um einiges stärker zu sein als bei der letzten EM und sollten es ebenfalls in Achtelfinale schaffen. Für die Ukraine und Nordirland dürfte trotz des neuen Modus‘ nach der Gruppenphase Schluss sein.

  1. Deutschland – 2. Polen – 3. Ukraine – 4. Nordirland

Fabian Schaipp

Hier gibt es mit dem Weltmeister Deutschland natürlich einen klaren Favoriten auf den Gruppensieg. Die Mannschaft von Jogi Löw hat sich seit 2014 allerdings im Personal leicht verändert, vor allem wird interessant zu sehen sein, wie wichtig das Fehlen von Philipp Lahm (Rücktritt 2014) sein wird. Zudem fehlen Gündogan und Reus verletzungsbedingt, Mats Hummels befindet sich im Aufbautraining und wird wohl die ersten Spiele verpassen. Polen hat hinter Deutschland die besten Aussichten auf ein Weiterkommen. Die Mannschaft um Robert Lewandowski hatte es bei der EM-Quali schon mit dem Weltmeister zu tun und schaffte im Hinspiel einen überzeugenden 2:0-Sieg. Der größte Konkurrent für den Einzug ins Achtelfinale ist die Ukraine, die offensiv individuell stark besetzt ist und ähnlich wie Russland auf Blockbildung – im Fall der Ukraine von Dynamo Kiew und Shakhtar Donetsk – zählt. Für die Nordiren ist die Teilnahme an der EM schon ein großer Erfolg, ob es für mehr reichen wird, darf man aber bezweifeln.

  1. Deutschland – 2. Polen – 3. Ukraine – 4. Nordirland

Marius Kaltwasser

Deutschland ist als amtierender Weltmeister nicht nur Gruppenfavorit, sondern gehört auch zu den absoluten Topfavoriten auf den EM-Titel. Trainer Joachim Löw entwickelte die Nationalmannschaft kontinuierlich weiter und orientierte sich nachdem WM-Aus in Südafrika 2010  immer mehr am Positionsspiel der spanischen Nationalmannschaft. Die Deutschen sind taktisch äußerst flexibel und können neben  dem 4-5-1 auch – wie bereits im Test gegen die Slowaken erprobt – mit einer Dreierkette agieren. Mit Mario Gomez ist nun auch wieder ein klassischer Stoßstürmer im Kader, welcher bei eigenem Ballbesitz als Anspielstation im letzten Drittel dienen könnte. Um Platz 2 dürften sich die Ukraine und Polen streiten. Die Ukraine verfügt über eine eingespielte Mannschaft, viele Spieler waren bereits bei der Heim-EM 2012 im Kader. Sie sind physisch stark und stehen gerade im Zentrum sehr kompakt. Allerdings fehlt ihnen ein treffsicherer Mittelstürmer. Polen hat zwar mit Lewandowski den amtierenden Bundesligatorschützenkönig im Kader, kassierte aber in der Qualifikation zu viele Gegentore, um von einer stabilen Defensivleistung zu reden. Im direkten Duell wird sich entscheiden,,wer hinter Deutschland und vor Nordirland Rang 2 und 3 belegen wird.

  1. Deutschland – 2. Polen – 3. Ukraine – 4. Nordirland
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abseits.at Redaktion