Die Mannschaft von Otto Baric preschte in der Saison 1993/94 nach Siegen gegen Dunajska Streda, Royal Antwerp, Sporting Lissabon, Eintracht Frankfurt und Karlsruhe bis... Nostalgie: Als Austria Salzburg gegen Inter nach dem UEFA-Cup-Sieg griff
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Inter Mailand - Wappen, Logo_abseits.atDie Mannschaft von Otto Baric preschte in der Saison 1993/94 nach Siegen gegen Dunajska Streda, Royal Antwerp, Sporting Lissabon, Eintracht Frankfurt und Karlsruhe bis ins Finale des Uefa Cups gegen Inter Mailand vor. Damals wurde dies noch in einem Hin- und Rückspiel entschieden. Das Hinspiel ging 0:1 für Inter aus, wir wollen nun das Rückspiel näher betrachten.

Salzburgs Konterfokus, Inters fehlende Durchschlagskraft

Die ersten 15 Minuten gehören vielleicht zu den intensivsten, die die Salzburg-Fans jemals miterleben durften. Alleine in den ersten drei Minuten gab es fünf Tacklings und in dieser Gangart ging es auch weiter. Die Salzburger, aber auch die Nerazurri langten voll zu. Als dies abebbte konnte man die taktischen Strukturen beider Mannschaften besser erkennen. Salzburg agierte im 3-5-2 und wollte über den primären Aufbauspieler Feiersinger in den „Zwischenlinienraum“ kommen. Dort bewegten sich Marquinho, Jurcevic und Hütter sehr flexibel. Vor allem Marquinho sollte mit Dribblings für Durchbrüche sorgen. Über die Seiten wurde nur wenig gespielt, Winklhofer war hier aufrückend der Auffälligste auf rechts, jedoch verzichtete man weitestgehend auf Flanken und versuchte durch Mitteldistanzschüsse zum Torerfolg zu kommen. Hütters und Marquinhos Dribblings aus dem linken Halbraum wurden hirbei besonders fokussiert. Witzigerweise war auch diese Salzburger Mannschaft stark im Gegenpressing, wenngleich es nicht so strukturiert war wie unter Roger Schmidt bei Red Bull Salzburg, jedoch ähnlich intensiv.

ggpress salzburg

Jurcevic und Aigner pressen nach Ballverlust und erzwingen den hohen Ball, den Weber anschließend kontrollieren kann.

Das Pressing selbst gestaltete sich eher etwas tiefer im Mittelfeld, wo man immer wieder mannorientiert aufrückte. Diese Mannorientierungen im Mittelfeld führte man sehr konsequent aus, sodass sich manche Spieler fast auf der anderen Seite des Spielfelds wiederfanden. Diese Mannorientierungen machten den Italienern durchaus zu schaffen, früh wurden hohe Bälle von Aufbauspieler Bergomi auf rechts gespielt. Durch Bergkamps ausweichende Rolle konnte er immer wieder Zeit für kurze Dribblings gewinnen. Die Defensive der Salzburger war jedoch insgesamt zu konsequent, um Inters Fokus auf zweite Bälle wirksam zu machen. Ein deutlicher Schwerpunkt auf rechts war erkennbar, wo Angelo Orlando immer wieder von Bergomi geschickt wurde um Flanken zu schlagen. Diese sollten vor allem Sosa finden, der Uruguayer hatte jedoch Probleme gegen die Physis von Weber und Feiersinger.

Inters Führung bringt Salzburger Brechstange

Mit Fortdauer der Spielzeit versuchten die Salzburger vermehrt durch Weitschüsse zum Ziel zu kommen. Diese waren in den meisten Situationen jedoch unpassend, sodass sie oft hergeschenkte Bälle waren. Die Durchbrüche selbst funktionierten nun jedoch besser, Marquinho ließ sich oft ins Mittelfeld fallen Jurcevic spielte nun als Zielspieler in der Spitze und band die Abwehr der Mailänder. Inter zeigte sich jedoch vor allem vertikal sehr kompakt und hielt zumindest den Strafraum dicht, obwohl man durchaus Probleme hatte die Salzburger Kombinationen im Mittelfeld in Zaum zu halten. Die einzigen Chancen die sich für Inter ergaben waren durch Salzburger Ballverluste vorbereitet. Durch die vielen Dribblings im Mittelfeld kam es immer wieder zu Ballverlusten, die Inter zu Konterattacken nützte. Einer dieser Konter, nach einem Fehler im Gegenpressing der Salzburger, führte in der 60. Minute zum 1:0.

inter 1 0

Durch falsches Anlaufverhalten im Gegenpressing ist ein Spieler in Strafraumnähe frei. Er spielt dann im Strafraum Jonk an, der das 1:0 erzielt.

Danach packten die Salzburger die Brechstange aus. Amerhauser kam für Winklhofer, sollte für mehr Flanken sorgen. Viele hohe Bälle und viele Flanken sollten die Inter- Abwehr in Bedrängnis bringen. Natürlich war genau das Gegenteil der Fall, sodass Salzburg in den letzten 20 Minuten im Gegensatz zur vorherigen Spielzeit unterlegen war.

Fazit

Inters gute Strafraumverteidigung machte es den Salzburgern schwer, ihren Dribbelfokus durchzubringen. Im letzten Drittel fehlte es an Struktur bei den Salzburgern, die individuelle Qualität von Jurcevic, Hütter und Marquinho konnte leider nicht genug ausrichten.

David Goigitzer, abseits.at

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David Goigitzer