Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag finden im Rahmen des spanischen Pokals, der Copa del Rey die Sechzentelfinal-Rückspiele statt. In den Hinspielen sorgten bereits einige... Copa del Rey: Wer steigt ins Achtelfinale auf?
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Spanien-Flagge_abseits.atAm Dienstag, Mittwoch und Donnerstag finden im Rahmen des spanischen Pokals, der Copa del Rey die Sechzentelfinal-Rückspiele statt. In den Hinspielen sorgten bereits einige Außenseiter für Überraschungen. Ob sie diese Achtungserfolge nun auch in der zweiten Partie abrufen können oder schlussendlich die Favoriten für klare Verhältnisse sorgen werden die Rückspiele zeigen. Eine kurze Gegenüberstellung von vier ausgewählten Begegnungen.

Der Modus

Die Copa del Rey wird im K.O.-System ausgetragen. Die Teilnehmer setzen sich aus 42 Vereinen aus der ersten und zweiten spanischen Liga zusammen (Primera und Segunda División), wobei die Klubs aus der ersten Liga gesetzt sind und somit erst später in den Wettbewerb einsteigen.

Mit dabei sind auch die besten Teams der viergleisigen dritthöchsten Spielklasse (Segunda División B) und die jeweiligen Meister der regionalen vierten Spielklassen (Tercera División). In den ersten drei Runden wird jeweils nur ein Spiel ausgetragen, bei dem der unterklassigere Verein das Heimrecht besitzt. Ab dem Sechzehntelfinale bis zum Halbfinale, bei dem dann auch die Vereine der höchsten spanischen Liga dazustoßen, findet immer ein Hin- und Rückspiel statt. Das Endspiel findet dann mit einem Finalspiel in einem davor ausgewählten Stadion statt.

Málaga gegen Córdoba

Der Erstligist Málaga trifft am Dienstagabend um 21.00 Uhr auf den Klub aus der Segunda División Córdoba. Wenn man sich die Vorzeichen dieser Partie vorher angesehen hat, war klar, wer sich in diesem Duell durchsetzen wird, doch das Hinspiel änderte die Ausgangssituation maßgeblich. Der FC Córdoba gewann völlig überraschend zuhause mit 2:0. Die umjubelten Torschützen waren der erst im Sommer von 1860 München verpflichtete Stürmer Rodri und der im zentralen Mittelfeld spielende Borja Dominguez. Beide Treffer fielen erst in den letzten 20 Minuten und sorgten damit für ein klares Hinspielergebnis.

Der FC Málaga steht nach 16 gespielten Partien auf Platz elf der Tabelle. Das Team besitzt einen durchschnittlichen Kader mit ein paar Spielern die hervorzuheben sind. Im Tor besitzen die Andalusier mit dem kamerunischen Nationaltorhüter Carlos Kameni einen erfahrenen Mann zwischen den Pfosten.

Im defensiven Mittelfeld sorgt der 26-jährige Ingnacio Camacho für Ordnung. Der Spanier ist in seiner Rolle auch torgefährlich. Er erzielte in dieser Saison bereits drei Tore und bereitete zwei vor.
Im Sturm besitzt der Klub im Süden Spaniens einen Ex-Barcelona-Kicker. Die Rede ist von Sandro Ramírez. Der Spanier kam erst diesen Sommer ablösefrei zum Verein und entwickelte sich dort in kürzester Zeit zum Stammspieler. In 15 Ligaspielen konnte der 21-jährige Rechtsfuß sieben Tore erzielen und ist damit Toptorjäger seines Teams. 

Málaga sollte sich vor dem Rückspiel auf keinem Fall aufgeben, denn die Heimstatistik spricht für sie. Von den acht Heimspielen konnte man fünf gewinnen, zweimal gab es ein Unentschieden und nur einmal verlor man. Im eigenen Stadion ist die Mannschaft um Trainer Juande Ramos gut drauf. Gegner wie Athletic Bilbao oder Eibar hatten im Estadio La Rosaleda bereits das Nachsehen.

Córdoba Club de Fútbol wie er mit vollem Namen heißt spielt aktuell in der zweiten spanischen Liga. Dort steht man nach 19 Runden nur auf Tabellenplatz 14. Die Form der letzten Spiele zeigt allerdings ganz klar nach oben. In den letzten vier Pflichtspielen konnte man drei für sich entscheiden und nur eines ging verloren.
Cordoba hat sich mit dem Hinspielergebnis in eine perfekte Ausgangslage gebracht. Die Mannschaft von Luis Miguel Carrión muss sich nicht um ein schönes Spiel bemühen, sondern kann sich auf die Defensive konzentrieren und bei möglichen Kontern mit einem Auswärtstor alles klar machen.

Die Chance für den Zweitligisten ist zum Greifen nahe und es wird sich herausstellen ob Cordoba sich im Achtelfinale auf weitere hochklassige Partien freuen darf oder ob Málaga das verpatzte Hinspiel doch noch irgendwie ins Positive wenden kann.

Valencia CF gegen CD Leganés

Am Mittwoch um 20.00 Uhr steht das Duell des Tabellensiebzehnten gegen den Tabellensechzehnten an. Das Überraschende dabei ist, dass der Valencia CF hinter dem Aufsteiger Leganés in der Tabelle steht.

Der Klub im Süden Spaniens hat keine gute Bilanz zu bieten und hat vor der Saison ganz andere Ziele für diese Spielzeit ausgegeben. Valencia hat von den letzten sieben Ligaspielen kein einziges gewinnen können. Nur in drei Partien konnte man einen Punkt holen und in vier ging man als Verlierer vom Platz.

Der Gegner, Club Deportivo Leganés aus der Stadt Leganés nahe Madrid, holte aus den letzten sieben Ligapartien einen Sieg, drei Unentschieden und verlor drei Spiele.

Das erste Ligaaufeinandertreffen Ende November konnte Valencia auswärts mit 2:1 für sich entscheiden. Für Valencia ist die Copa del Rey die einzige Möglichkeit noch irgendwie einen möglichen internationalen Startplatz zu bekommen und deshalb wird dieser Bewerb einen hohen Stellenwert für das Heimteam darstellen.

Im Hinspiel setzte es für Deportivo Leganés eine 1:3-Niederlage.
Eine perfekte Flanke von Martin Montoya auf Stürmer Munir El Haddadi sorgte bereits in der dritten Minute für einen Traumstart der Fledermäuse aus Valencia. Die Ex- Barça-Spieler sorgten damit für das frühe 1:0. In der Folge hatte Leganés zwei gute Möglichkeiten, doch diese blieben ungenutzt. In der 18. Spielminute hätte dann Flügelspieler Nani beinahe für das Tor des Turniers gesorgt. Der 30-jährige Portugiese setzte an der Strafraumlinie aus halblinker Position zum Fallrückzieher an. Seit Schuss landete aber am rechten Pfosten des Tores von Leganés. Sieben Minuten später sorgte erneut eine Flanke von Montoya, dieses Mal auf Álvaro Medrán zum Tor. Der Ex-Real Madrid-Castilla-Spieler erzielte trotz 1,76 Meter Körpergröße per Kopf das 2:0. Mit dieser etwas zu hohen Halbzeitführung ging es dann in die Pause.

In der zweiten  Hälfte sorgte dann Darwin Machís in der 59. Minute für den Anschlusstreffer der Gastgeber, nachdem der sich zuvor im eins gegen eins Duell gegen einen Valencia Verteidiger erfolgreich durchgesetzt hatte. Nach diesem Tor wurde Leganés mutiger beziehungsweise stärker und versuchte zum Ausgleich zu kommen. Valencia zeigte sich aber abgeklärter vor dem Tor und erzielte in der 91. Minute das 3:1. Der 20-jährige Zakaria Bakkali setzte sich an der linken Strafraumgrenze mit etwas Glück durch, zog in die Mitte und schloss eiskalt ab.
Zusammenfassend war es ein gerechter Sieg für Valencia, wobei er ein wenig zu hoch ausfiel.

Im Rückspiel ist damit der Valencia CF klarer Favorit auf das Weiterkommen. Leganés bräuchte mindestens drei Tore um im Estadio Mestalla die Sensation noch zu schaffen. Ob der Außenseiter das unmögliche schafft bleibt abzuwarten.

Deportivo La Coruña gegen Betis Sevilla

Am Mittwoch um 21.00 Uhr trifft der fünfzehnte in der Tabelle Deportivo La Coruña auf den tabellenvierzehnten Betis Sevilla. Ein Duell zweier Teams, die nicht nur vom Tabellenrang auf Augenhöhe sind. Im Hinspiel gab es einen knappen 1:0-Erfolg für Betis.

Deportivo La Coruña hält in der Tabelle an 16 erreichten Zählern fest und befindet sich damit ganz klar im Abstiegskampf. Toptorjäger der Galicier ist Stürmer Florin Adone mit sechs Saisontoren.
Deportivo hat zwar das Hinspiel verloren, doch die Form und die Statistik sprechen ganz klar für das Team von Gaizka Garitano. In den zwischenzeitlichen drei Ligapartien gab es zwei Siege und nur eine Niederlage. Besonders eindrucksvoll war dabei die Vorstellung gegen das Spitzenteam Real Sociedad. Gegen die Basken gewann man in beeindruckender Weise mit 5:1. Auch die Heimstatistik spricht klar für La Coruña. Von den bislang 16 erarbeiteten Punkten holte man 13 im eigenen Stadion.

Betis hat in der Liga bislang 18 Punkte auf dem Konto und spielt ebenfalls um den Abstieg. Für das Team aus Sevilla spricht ganz klar das Hinspielergebnis. Der 1:0-Sieg des Teams gibt der Mannschaft Selbstvertrauen und eine gewisse Sicherheit. Real Betis wird im Rückspiel versuchen keinen Treffer zu kassieren und wenn sich die Möglichkeit ergibt ein Tor erzielen. Die Mannschaft hat mit dem mittlerweile 35-jährigen Rubén Castro einen Torgaranten in ihren Reihen. Der Stürmer ist mit sieben Toren aus 16 Spielen der Toptorjäger seines Teams.
In den zwischenzeitlich drei gespielten Partien in der Liga gab es je einen Sieg, eine Niederlage und ein Unentschieden.

Für beide Teams steht das Halten der Klasse im Vordergrund und der Pokalwettbewerb hat nicht den höchsten Stellenwert. Dennoch werden beide Mannschaften alles geben um in die nächste Runde aufzusteigen.

FC Barcelona gegen Hércules Alicante

Am Mittwoch um 22.00 Uhr findet das Duell der Gegensätze im Rückspiel seine Fortsetzung. Zum einen steht der amtierende spanische Meister mit einem geschätzten Marktwert von 770 Millionen Euro und zum anderen steht ein Verein der Segunda División B mit einem geschätzten Marktwert von vier Millionen Euro gegenüber. Die Unterschiede könnten größer nicht sein und dennoch sorgte der krasse Außenseiter für eine Sensation. Das Hinspiel endete mit einem gerechten 1:1-Unentschieden. In einem Spiel, in dem eine Barça-B-Elf zum Einsatz kam fehlte in vielen Momenten der wirkliche Wille und die Durchschlagskraft diese Partie für sich zu entscheiden. Hércules nutzte dies eiskalt aus und stellte in der Person von David Mainz auf 1:0 für die Heimmannschaft. Barcelona versuchte daraufhin den Druck zu erhöhen und kam so sechs Minuten später durch Jungtalent Carles Aleñá zum 1:1-Endstand.

Barcelona befindet sich aktuell auf dem zweiten Tabellenrang in der Liga. Nach einer kurzen Schwächephase von nur zwei Siegen aus sieben Pflichtspielen hat sich der FC Barcelona wieder erholt und man hat wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden.
In den letzten drei Pflichtspielen gab es drei klare Siege mit einem Torverhältnis von 11:1. Sieben Tore erzielten dabei Luis Suárez und Superstar Lionel Messi. Die beiden harmonieren aktuell wieder richtig gut miteinander und lassen den Abwehrspielern oft keine Chance sie zu verteidigen. Für Barcelona sprechen die aktuelle Form und die Tatsache, dass im Rückspiel nun Trainer Luis Enrique wohl einige Stars aufbieten wird, womöglich sogar die beste Elf die ihm zur Verfügung steht.

Hércules Alicante hat einen tiefen sportlichen Fall hinter sich. Der Verein aus der Hafenstadt Alicante spielte noch vor fünf Jahren in der höchsten spanischen Spielklasse und befindet sich nun aktuell in der Segunda División B, der dritten spanischen Liga. Dort belegt man den vierten Platz in der Tabelle. Für Hércules gibt es noch viel Luft nach oben und man wird alles versuchen um wieder an die erfolgreichen Zeiten von Früher anknüpfen zu können.
Im Hinspiel ließ man die alten Zeiten wieder hochleben. Hércules schaffte es mit einer engagierten, kämpferischen Leistung den großen Favoriten an den Rand einer Niederlage zu drängen und mit einer ähnlichen Vorstellung darf man durchaus auf das Rückspiel gespannt sein.

Vielleicht gelingt es Hércules Alicante seine starke Vorstellung wie in der ersten Partie, im Rückspiel zu wiederholen und somit mit etwas Glück die ganz große Sensation zu schaffen. Ein Duell David gegen Goliath, in welchem dem David womöglich eine riesen Überraschung gelingen könnte.

Die weiteren Begegnungen im Überblick

20.12.201619:00Villarreal CFCD Toledo
20:00Real SociedadReal Valladolid
21:00Atlético MadridCD Guijuelo
21:00UD Las PalmasSD Huesca
21.12.201619:00Sevilla FCSD Formentera
19:00SD EibarSporting Gijón
21:00CA OsasunaGranada CF
21:00Deportivo La CoruñaReal Betis
22.12.201620:00Celta VigoUCAM Murcia CF
20:00CD AlavésGimnàstic
21:00Athletic BilbaoRacing Santander
21:00Espanyol BarcelonaAD Alcorcón

Alexander Friedl, abseits.at

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Alexander Friedl

• Kommunikationwissenschaft/ Sportjournalismus Student in Salzburg • Spezialgebiet: spanische Liga (Primera División) • Facebook: Alexander Friedl • Twitter: alexfriedl_2 •