Am Sonntag um 20.45 Uhr findet das traditionsreiche Barcelona-Derby statt. In Runde 16 trifft im Camp Nou der FC Barcelona auf den Stadtrivalen Espanyol... Das Topspiel in Spanien: FC Barcelona – Espanyol
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FC Barcelona Logo 2_abseits.atAm Sonntag um 20.45 Uhr findet das traditionsreiche Barcelona-Derby statt. In Runde 16 trifft im Camp Nou der FC Barcelona auf den Stadtrivalen Espanyol Barcelona. Ein Duell mit zwei unterschiedlichen Ausgangssituationen und einer klaren Rollenverteilung. Eine kurze Gegenüberstellung der beiden Klubs aus Barcelona und ihre jeweiligen Stärken und Schwächen.

Statistik

Die Statistik in diesem Stadtderby spricht ganz klar für den FC Barcelona. In den letzten zehn Aufeinandertreffen gab es neun Siege für Barça, eine Punkteteilung und keinen einzigen Sieg für Espanyol. Die Torstatistik von 26:2 untermauert noch einmal die klare Favoritenrolle für den FC Barcelona. Der letzte Sieg von Espanyol gegen den Stadtrivalen ist schon über sieben Jahre her. Damals gewannen die Blau-Weißen im Februar 2009 im Camp Nou durch einen Doppelpack vom mittlerweile 40-jährigen Iván de la Peña mit 2:1. Seitdem wartet man sehnsüchtig auf einen vollen Erfolg gegen den großen Nachbarn.

Das letzte Duell der beiden Teams fand im Rahmen der spanischen Meisterschaft im Mai statt. Damals gewann der FC Barcelona klar mit 5:0. Die Katalanen waren über 90 Minuten spielbestimmend und gingen durch einen frühen Freistoß von Lionel Messi mit 1:0 in Führung. In der Folge fehlte ein wenig die letzte Konsequenz vor dem Tor, doch nach der Pause machte man in der Person von Luis Suárez alles klar. Der Doppelpack des Uruguayers entschied schlussendlich die Partie. Von Espanyol kam keine Gegenwehr mehr und die Tore von Rafinha und Neymar zum 5:0-Endstand in der Schlussphase waren die logische Konsequenz daraus.

Das erste Spiel in der der Liga Anfang Jänner endete mit 0:0. Im Estadi Cornellà-El Prat zeigte Espanyol eine engagierte und kämpferische Leistung. Die Blaugrana dominierte zwar die Partie, hatte aber immer wieder Probleme gefährlich vor das Tor des Gegners zu kommen. Die wenigen sich bietenden Großchancen ließen die Barça-Stars ungenutzt und somit erarbeitete sich der Stadtrivale Espanyol einen verdienten Punktgewinn.

Die Stärken und Schwächen des FC Barcelona

Die größte Stärke von Barcelona ist mit Sicherheit die Offensive. Barça besitzt mit 37 Treffer die zweitbeste Offensive der Liga nach Real Madrid, die bei 40 geschossenen Toren halten. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem das Sturmtrio rund um Lionel Messi, Neymar und Suárez, die jede Partie im Alleingang entscheiden können. Die drei Offensivstars haben zusammen 25 Tore erzielt und 14 Torvorlagen gesammelt.

Lionel Messi könnte wie so oft eine wichtige Rolle in dieser Partie zu Teil werden. Der Argentinier ist zuletzt wieder gut in Form und lieferte im vergangenen Spiel eine starke Leistung ab. Der 29-jährige Linksfuß hat in den letzten vier Pflichtspielen sechs Tore erzielt und ist mit elf Ligatoren auch der beste Torschütze im Team des amtierenden spanischen Meisters.

Der FC Barcelona ist normalerweise bekannt für ihre Heimstärke, doch in dieser Spielzeit kommt diese noch nicht wirklich zur Geltung. Die Katalanen halten nach sieben Heimspielen, bei nur drei Siegen, drei Unentschieden und bereits einer Niederlage. Das sind bereits neun „Verlustpunkte“ im eigenen Stadion.
In der letzten Saison vergleichsweise hat man nach 19 Heimspielen nur eines unentschieden gespielt und zwei verloren. Das sind in allen Partien zuhause acht „Verlustpunkte“. Diesen Wert hat man in den bisherigen Heimspielen bereits überboten.

Dem Team aus Katalonien stehen neun Siege, vier Unentschieden, zwei Niederlage und die damit verbundenen 31 Zählern zu buche.

Souveräner Pflichtsieg gegen Osasuna

Am vergangenen Wochenende in der Liga gelang Barcelona der erhoffte Dreier gegen CA Osasuna. Beim Duell des Tabellenletzten gegen den Tabellenzweiten schaffte es Barça seine Serie von zuletzt drei sieglosen Spielen in der Liga zu brechen und gewann klar mit 3:0.
In der ersten Halbzeit ließen die Katalanen hochkarätige Chancen durch Messi und Suárez liegen, ehe es die beiden in Hälfte zwei besser machten. Suárez erzielte in der 59. Minute die Führung, gefolgt von einem Doppelpack des Argentiniers Messi in Minute 72 und 92. Insgesamt war es eine ungefährdete Angelegenheit für den FC Barcelona. Osasuna hatte gegen die Offensivreihe von Barça nichts entgegenzusetzten und hatte dennoch Pech, dass eine Lattenschuss kurz nach der Pause nicht den Weg ins Tor fand.

Der Kader von Espanyol Barcelona

Espanyol hält nach 15 Spieltagen bei 22 Punkten und hat die Ambition auf einen internationalen Startplatz. Der Kader der Blau-weißen besteht aus einer Reihe von guten, erfahrenen und einigen wenigen jungen Spielern.

Im Tor haben sie mit Diego López einen abgeklärten Keeper in ihren Reihen. Der mittlerweile 35-jährige Spanier hat in seiner Karriere schon bei namhaften Klubs gespielt. Unter anderem für Villarreal, Sevilla, Real Madrid und dem AC Milan. Bei Real Madrid schaffte er es damals die Vereinslegende Iker Casillas aus dem Team zu drängen und wurde dadurch Stammspieler.

In der Verteidigung ist Diego Reyes und David López hervorzuheben. Der 24-jährige Mexikaner Reyes ist von Porto für eine Jahr ausgeliehen und spielt bislang eine souveräne Saison in der Viererkette von Barcelona. Neben ihm spielt mit dem 27-jährigen López ein gelernter defensiver Mittelfeldspieler in der Innenverteidigung. Der Spanier kam erst im Sommer für vier Millionen Euro Ablöse von SSC Neapel zu Espanyol und fügte sich relativ schnell in die Mannschaft von Trainer Quique Flores ein.

Im Mittelfeld haben sie mit Javi Fuego einen erfahrenen Sechser in ihren Reihen. Der 32-jährige Spanier spielte bereits einige Jahre für Valencia, ehe er im Sommer zu Espanyol kam.

In der Offensive hat Barcelona mit Leo Baptistão einen interessanten Mann. Der 24-jährige Brasilianer spielte in seiner noch jungen Karriere bereits bei Rayo Vallecano, Atlético Madrid, Betis Sevilla und Villarreal CF. Seit Juli steht Baptistão bei Espanyol unter Vertrag. In 13 Ligaspielen erzielte der variabel einsetzbare Rechtsfuß drei Tore und bereitete vier vor.
Neben dem Brasilianer hat Barcelona einen weiteren Spieler mit Valencia-Vergangenheit in ihrem Kader. Die Rede ist von Argentinier Pablo Piatti. Der 27-Jährige ist für eine Saison von Valencia ausgeliehen. In elf Partien konnte er bislang fünf Tore erzielen und sieben vorbereiten. Aktuell ist der Stürmer allerdings verletzt und wird im Spiel gegen den FC Barcelona fehlen.
Toptorjäger von Espanyol ist der 24-jährige Gerard Moreno mit sechs Saisontoren.

Stärken und Schwächen

Für das Team von Espanyol spricht ihre beeindruckende Auswärtsstärke. In den sieben bereits gespielten Auswärtsspielen gab es nur eine einzige Niederlage und diese ist vom ersten Spieltag gegen den FC Sevilla. In den restlichen Spielen gab es drei Unentschieden und drei volle Erfolge. In der Auswärtstabelle steht Espanyol damit auf den vierten Tabellenrang.

Hervorzuheben ist die aktuelle Form von Espanyol. Seit zehn Pflichtspielen ist Barcelona ungeschlagen. Von den 22 gesammelten Punkten holte man ganze 17 Punkte in den letzten neun Ligaspielen.

Eine Stärke ist auch die Defensive der Spanier. Man hat mit 18 Gegentoren nach 15 Spielen die fünftbeste Defensive der Liga. Sieben Partien ohne Gegentor untermauern diese Bilanz nochmals.

Eine Schwäche ist definitiv die Offensive. Mit 19 erzielten Toren hat man einen sehr mittelmäßigen Wert aufzuweisen, verglichen mit anderen Teams, die auch den Anspruch haben sich einen internationalen Startplatz zu sichern. Nur sechs Teams in der Tabelle besitzen einen schlechteren Wert als Espanyol. Zu oft ist die Offensivreihe im vorderen Drittel des Spielfeldes zu harmlos und zu wenig zielorientiert. Gegen Barça wird man die sich bietenden Möglichkeiten nützen müssen, ansonsten wird es mit einem Punktegewinn gegen den Stadtrivalen schwierig werden.

Knapper Heimsieg in Runde 15

Im vergangenen Ligaspiel gab es einen verdienten 2:1-Erfolg gegen Sporting Gijón.
Im Estadi Cornellà-El Prat oder Power-Stadium wie es auch bezeichnet wird gab es eine ausgeglichene erste Hälfe mit Chancen auf beiden Seiten zu bestaunen. In der zweiten Halbzeit hatte Espanyol den besseren Start in die Partie und ging durch ein Kopfballtor von Felipe Caicedo, nach einem Freistoß aus dem Halbfeld mit 1:0 in Führung. In der Folge kontrollierte Barcelona das Geschehen und kam nach einem gut gespieltem Konter zum 2:0 durch Leo Baptistão in der 90. Minute. In der Nachspielzeit kamen die Gäste aus Gijón nach einem Freistoß an der Strafraumgrenze noch zum Anschlusstreffer. Am Ausgang der Partie änderte dieses Tor allerdings nichts mehr und Espanyol feierte verdiente drei Punkte im eigenen Stadion.

Fazit

Es wird interessant sein, ob der Außenseiter den großen Favoriten ärgern und vielleicht sogar für eine Sensation mit einem Sieg sorgen kann, oder ob es eine klare Angelegenheit für den FC Barcelona wird.
Ein Punktverlust von Barcelona würde ein weiterer Rückschlag für das ausgegebene Ziel Titelverteidigung darstellen. Die Katalanen könnten bei einem Sieg von Sevilla gegen Malaga (Samstag, 20.45 Uhr) auf Platz drei zurückfallen, wenn sie das Spiel nicht gewinnen.
Bei einer Pleite von Espanyol würde sich für die Mannschaft um Trainer Quique Flores nicht viel ändern. Man würde weiterhin im Mittelfeld der Tabelle bleiben, der Abstand zu den internationalen Startplätzen würde aber größer werden.

Im Camp Nou dürfen sich die Fans beider Mannschaften auf eine spannende und vor allem hart umkämpfe Partie freuen. Es bleibt abzuwarten wer sich schlussendlich im ersten Derbi barceloní der Saison durchsetzen kann.

Voraussichtliche Aufstellung FC Barcelona (4-3-3)
1 Ter Stegen – 20 Roberto, 3 Piqué, 23 Umtiti, 18 Alba – 4 Rakitić, 5 Busquets, 8 Iniesta – 10 Messi, 9 Suárez, 11 Neymar

Voraussichtliche Aufstellung Espanyol Barcelona (4-4-2)
13 López – 4 Sánchez, 15 López , 23 Reyes, 29 Caricol – 22 Vázquez, 18 Fuego, 14 Jurado, 11 Baptistão –  10 Caicedo, 7 Moreno

Alexander Friedl, abseits.at

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Alexander Friedl

• austria/salzburg • student of communication and sportjournalism • facebook: Alexander Friedl • twitter: alexfriedl_2 •