In dieser Serie stellen wir euch interessante Spieler vor, die aktuell mit starken Leistungen in der spanischen Liga auf sich aufmerksam machen. Marcos Llorente... Interessante Spieler der Primera Divisón (4): Marcos Llorente
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_Spanien-FlaggeIn dieser Serie stellen wir euch interessante Spieler vor, die aktuell mit starken Leistungen in der spanischen Liga auf sich aufmerksam machen. Marcos Llorente Moreno, wie er mit vollem Namen heißt ist aktueller Spieler bei Deportivo Alavés. Der Karriereweg der 22-Jährigen und die Hintergründe zu seinem Aufstieg werden in diesem Artikel näher beleuchtet.

Als 13-Jähriger zu Real

Marcos Llorente begann seine Fußballkarriere im Alter von sieben Jahren beim Club Deportivo Las Rozas im Madrider Vorort Las Rozas de Madrid, wo er vier Saisonen verbrachte. Nach einjährigen Stationen bei Escuela de Fútbol Roceña und Rayo Majadahonda, wechselte der damals 13-Jährige im Sommer 2008 in die Jugend von Real Madrid, wo er in der Mannschaft Infantil A, der U14 begann.

In der Folge durchlief er diverse Jugendmannschaften und gewann unter anderem mit der U19 (Juvenil A) in der Spielzeit 2013/14 die spanische Meisterschaft. In der UEFA Youth League bestritt er in jener Saison acht Partien und erreichte mit seinem Team das Halbfinale.

Stammplatz in der zweiten Mannschaft

Sein ersten Spiel für Real Madrid Castilla, der zweiten Elf absolvierte er am 28. August 2014 in der Segunda División B gegen Atlético Madrid B. In der dritthöchsten spanischen Liga konnte der in Madrid geborene Spanier sofort fußfassen und erarbeitete sich unter den damaligen Trainer Zinédine Zidane einen Stammplatz.

Für ein Ligaspiel gegen den FC Málaga Ende November wurde der defensive Mittelfeldspieler zum ersten Mal für die Profimannschaft nominiert, kam aber nicht zum Einsatz. Anfang Februar beim Duell gegen Atlético Madrid durfte er erneut auf der Auswechselbank Platz nehmen.

Insgesamt kam der Rechtsfuß zu 25 Einsätzen in der Saison und absolvierte dabei 1.679 Minuten an Spielzeit.

Debüt bei den Profis

In der Spielzeit 2015/16 entwickelte sich Llorente zum Leistungsträger in der Castilla. Von den ersten acht Ligaspielen absolvierte er sieben über die volle Distanz, ehe er am 17. Oktober einen ersten Einsatz in der höchsten spanischen Liga feiern durfte. Am achten Spieltag beim Heimspiel gegen UD Levante wurde der 1,83 Meter große Rechtsfuß in der 76. Minute für Mateo Kovačić eingewechselt.

Nach dem Spiel gab sich Llorente überglücklich gegenüber der Presse: „Mich hat der Empfang vom Publikum überrascht, als ich eingewechselt wurde. Ich bin sehr glücklich, habe in der Vorbereitung einige Spiele absolviert, nun jedoch mein offizielles Debüt gegeben. Ich bin glücklich darüber, wie mich alle behandeln. Am Anfang ist die Nervosität immer da, aber wenn du auf den Platz gehst, fühlst du dich als ein weiterer Spieler. Ich habe wie immer gespielt und es lief gut.“

In der Folge stand das junge Talent immer wieder im Kader bei den Profis und durfte beispielsweise gegen Las Palmas zehn Minuten ran. In der vierten Runde im Hinspiel der Copa del Rey absolvierte der Mittelfeldspieler gegen den FC Cádiz sein erstes Spiel über 90 Minuten. Die meiste Zeit sammelte er aber Spielzeit in der zweiten Elf.

Erster Treffer in der Castilla

In der Reservemannschaft konnte der damals 20-Jährige am 19. Dezember sein erstes Tor erzielen. Beim Heimspiel gegen CF Talavera de la Reina erzielte er per Distanzschuss den Treffer zum 1:1-Ausgleich in der 84. Minute.

Am Ende der Saison hielt der Rechtsfuß bei 40 absolvierten Partien, drei Toren und vier Assists. Mit der Castilla erreichte er den ersten Tabellenrang, scheiterte allerdings im Aufstiegsplayoff gegen Lleida Esportiu.

Leihe zum Aufsteiger aus Alavés

Am Anfang der Spielzeit 2016/17 stand Llorente beim UEFA Super Cup-Duell gegen den FC Sevilla noch im Kader von Real Madrid, doch es war die letzte Partie für die Königlichen bislang.

Am 10. August unterschrieb der Mittelfeldspieler einen Ein-Jahres-Leihvertrag bei Deportivo Alavés. Beim Aufsteiger angekommen entwickelte sich das Talent innerhalb kürzester Zeit zum Leistungsträger. Bereits am zweiten Spieltag feierte der Blondschopf sein Debüt über 90 Minuten.

Aktuelle Situation

In der laufenden Spielzeit läuft es für den 22-Jährigen nach Plan. In den bisherigen 28 Ligapartien kam er 24 Mal zum Einsatz und lieferte zwei Torvorlagen. Deportivo Alavés steht mit 40 Zählern auf Rang zehn und befindet sich damit im Mittelfeld der Tabelle.

Die Copa del Rey stellt in dieser Saison bei Alavés alles in den Schatten. Die Basken sind das Sensationsteam des spanischen Pokals und stehen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Finale in diesem Wettbewerb. Gegner wie Gimnàstic de Tarragona, Deportivo La Coruña, AD Alcorcón und Celta Vigo hatten gegen das Team aus dem Norden Spaniens das Nachsehen. Im Mai geht es im Estadio Vicente Calderón gegen den Titelverteidiger, den FC Barcelona.

Nationalmannschaft

Marcos Llorente debütierte am 5. März 2014 in einem Freundschaftsspiel gegen die Niederlande in der spanischen U19 Nationalmannschaft. Im Zuge der U19-EM-Qualifikation 2014 brachte er es auf zwei Einsätze, scheiterte jedoch mit seiner Mannschaft am späteren Europameister Deutschland.

Am 10. Oktober 2016 bestritt der Rechtsfuß im Gruppenspiel der Qualifikation für die Europameisterschaft gegen Estland sein erstes Spiel für die spanische U21-Nationalmannschaft. Seit dem bekommt er regelmäßig Spielzeit, einzig auf einen A-Nationalteameinsatz wartet er noch vergeblich.

Fußball liegt in den Genen

Marcos Llorentes Familie ist eng mit dem Fußballsport und Real Madrid verbunden. Sein Vater Paco Llorente war sieben Jahre lang Profi bei den Königlichen und konnte dreimal die spanische Meisterschaft gewinnen.

Sein Großonkel Francisco Gento war ein Schlüsselspieler im berühmten „Weißen Ballett“, das in den 1950er und 1960er Jahre den europäischen Fußball dominierte und unter anderem fünf Europapokale der Landesmeister in Folge eroberte.

Auch Großvater mütterlicherseits Ramón Grosso holte mit den Königlichen 1966 den Pokal der Landesmeister und wurde sieben Mal spanischer Meister.

Sein Spielstil

Der 22-Jährige ist ein wendiger, zweikampfstarker und technisch sehr begabter Fußballer. Die größte Stärke ist die Präzision bei seinen lang gespielten Bällen. Im Spiel sorgt der Rechtsfuß immer wieder für Entlastung durch Seitenverlagerungen. Der gebürtige Madrilene beherrscht auch den weiten Ball in die Schnittstelle, mit dem er immer wieder gute Torchancen einleitet.

Eine weitere Qualität ist die enorme Zweikampfstärke und Distanzschüsse. Der 22-Jährige zieht immer wieder aus großer Entfernung ab und sorgt damit auch offensiv für Gefahr.

Der Sechser hat seine Stärken jedoch eher im Spiel gegen den Ball. Llorente ist trotz seines drahtigen Körperbaus einer der besten Abräumer in La Liga und schlägt im direkten Statistik-Vergleich sogar „prominente Positionskollegen“ wie Sergio Busquets vom FC Barcelona. Der Spanier gewinnt im Durchschnitt mehr Zweikämpfe, fängt häufiger Bälle ab, kreiert mehr Chancen und sorgt öfters mit dem Pass in die Schnittstelle für Gefahr, als Busquets.

Eine Schwäche des jungen Talents ist der Torabschluss. Drei Tore in 86 Spielen ist ein zu schwacher Wert für einen Akteur im Mittelfeld.

Seine Lieblingsposition ist das defensive Mittelfeld, doch er kann auch als zentraler Mittelfeldspieler oder Innenverteidiger agieren.

Die Zukunft

Marcos Llorentes Zukunft ist bislang noch ungewiss. Es bestehen drei Optionen für den jungen Spanier.

Entweder er kommt nach der Leihe bei Alavés zu Real Madrid zurück und versucht sich dort durchzusetzen, was bei dem Überangebot im defensiven Mittelfeld wohl eher schwierig werden würde. Die Madrilenen besitzen aktuell mit Carlos Casemiro, Luka Modrić, Toni Kroos und Mateo Kovačić vier Akteure, die diese Position spielen können, ob da für Llorente ein Platz übrig ist, bleibt zu bezweifeln.

In einem Interview mit der MARCA (Madrider Sportzeitung) äußerte sich Llorente zu dieser Option: Es ist schwer, nach Madrid zurückzukehren, weil dort die Besten sind. Für den Moment denke ich nicht an eine Rückkehr. Am Ende der Saison wird man sehen, ob ich bereit bin für eine Rückkehr oder nicht.“

Fernando Morientes, Real Madrid Legende und ehemaliger Jugendtrainer von Llorente traut dem Talent den Sprung in die erste Elf der Königlichen zu: Mir scheint es, als wäre er sowas von bereit! Es gibt Spieler, bei denen man eine Entwicklung sieht, aber dieser Junge ist schon bereit. Er hatte das Glück, erst nicht zu spielen und mit 16 begann er seine Spiele zu machen, weil er wusste, diesen Entwicklungssprung nach oben zu schaffen.“

Eine andere Option wäre eine weitere Leihe. Möglicherweise könnte er ein weiteres Jahr an Deporitvo Alavés verliehen werden, um dort noch zu reifen und sich noch besser zu entwickeln. „Da ich noch nicht in dieser Situation bin, kann ich es nicht konkret sagen, weil es eine sehr komplizierte Entscheidung sein wird. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich den Fußball sehr liebe und es mir schwer fällt, nicht zu spielen, so der Mittelfeldspieler.

Die dritte Option wäre ein fixer Wechsel zu einem anderen Verein. Der 22-Jährige hat mit seinen guten Leistungen bereits auf sich aufmerksam gemacht und unter anderem Interessenten wie Arsenal hervorgerufen, wenn man diversen Medienberichten Glauben schenken darf.

Llorente gilt als großes spanisches Talent und wird vermutlich eine erfolgreiche Zukunft vor sich haben. Die Zeit wird es zeigen, wo es den 22-Jährigen Blondschopf hinziehen wird.

Alexander Friedl, abseits.at

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Alexander Friedl

• Kommunikationwissenschaft/ Sportjournalismus Student in Salzburg • Spezialgebiet: spanische Liga (Primera División) • Facebook: Alexander Friedl • Twitter: alexfriedl_2 •