La Liga. Wie der Sportklub Club Atlético de Madrid S.A.D. es geschafft hat, aus dem Schatten von Real Madrid zu treten, und nun auch international für... Keine Eintagsfliege: Ein Arbeiterverein thront in Spanien an der Spitze!
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Atletico Madrid - Wappen mit Farben_abseits.atLa Liga. Wie der Sportklub Club Atlético de Madrid S.A.D. es geschafft hat, aus dem Schatten von Real Madrid zu treten, und nun auch international für Aufsehen sorgt.

Zwei Jahre liegen zurück, als der Hauptstadtklub Atlético Madrid, völlig überraschend die spanische Meisterschaft für sich entschied. Damals in der Saison 2013/14 schaffte es die Mannschaft der Rojiblancos endlich, den Bann der beiden „großen“ Vereine, Real Madrid und FC Barcelona zu durchbrechen und feierte zum insgesamt zehnten Mal den spanischen Meistertitel in der Vereinsgeschichte des Clubs. Die Mannschaft schaffte es auch völlig überraschend, ins Champions-League-Finale einzuziehen, und musste dort erst in der 93. Minute den Ausgleich gegen den Stadtrivalen Real Madrid hinnehmen. In der Verlängerung hat man sich dann schlussendlich geschlagen geben müssen und Real Madrid feierte den so ersehnten zehnten Titel, „La Decima“, in der Königsklasse. Trotz dieser Niederlage war dieses Jahr eines der erfolgreichsten Jahre, wenn nicht sogar das erfolgreichste in der langen Historie des Madrider Vereins. Experten meinten damals, dass es sich um eine glückliche, einmalige Saison handelte, in der einfach alles funktionierte, beziehungsweise alle Komponenten perfekt miteinander harmonierten. Nur wenige trauten dem Team in der Zukunft ähnliche Erfolge zu.

In der darauffolgenden Saison 2014/15 muss erwähnt werden, dass einige Leistungsträger den Verein verließen. Der belgische Torhüter, Thibaut Courtois, Linksverteidiger Filipe Luís und Goalgetter Diego Costa wechselten den Klub in Richtung FC Chelsea, wobei ersterer von den Londonern ausgeliehen war und der Leihvertrag auslief. Adrián Lopez und Oliver Torres gingen zum FC Porto, während José Ernesto Sosa, der nur ausgeliehen war, zu Metalist Charkiw zurückkehrte. Der Brasilianer Diego (spielte lange Zeit in der deutschen Bundesliga bei Werder Bremen und Vfl Wolfsburg), der in der Spielzeit 2011/12 als Leihgabe bei Atlético unter Vertrag war und in der Winterpause verpflichtet wurde, verließ den Klub ablösefrei und Torhüter Sergio Asenjo wurde an den FC Villarreal verkauft. Viel Umbau und Veränderung nach einer so erfolgreichen Saison, die der Verein erst einmal verarbeiten und kompensieren musste. Der Präsident Enrique Cerezo versuchte dem Ganzen entgegenzusteuern und verpflichtete mit dem slowenische Torhüter Jan Oblak von Benfica Lissabon, Stürmer Mario Mandžukić von Bayern München und dem Franzosen Antoine Griezmann von Real Sociedad durchaus prominente Namen.

In der Saison schaffe man immerhin mit dem Supercup-Gewinn, Viertelfinale in der Champions League und dem Erreichen von Platz drei in der Tabelle einen Achtungserfolg.

Auch im Sommer hat sich Atletico am Transfermarkt umgesehen und unter anderem Filipe Luis, Oliver Torres und Leo Baptistão zum Verein zurückgeholt. Weitere prominente Akteure wie Jackson Martinez vom FC Porto (35 Mio.), Jungstürmer Luciano Vietto vom FC Villarreal (20 Mio.), Yannick Ferreira Carrasco vom AS Moncao (20 Mio.), Innenverteidiger Stefan Savic vom FC Florenz (25 Mio.) und der „verlorene Sohn“ Fernando Torres (ausgeliehen vom AC Milan) folgten.

In der aktuellen Saison hält die Mannschaft von Diego Simeone bei 41 Punkten nach 18 gespielten Partien und befindet sich an der Tabellenspitze mit zwei Punkten Vorsprung gegenüber dem FC Barcelona (ein Spiel weniger absolviert). Man hat sehr gute Chancen, auch in dieser Spielzeit wieder ganz oben mitzumischen und womöglich wie vor zwei Jahren den Meistertitel zu feiern. Das Potential und die Einstellung hätte die Mannschaft allemal. In der Champions League überwinterte man als Gruppenerster mit 13 Punkten in einer Gruppe mit Benfica, Galatasaray und Astana. Im Achtelfinale wartet mit dem PSV Eindhoven eine mehr als machbare Aufgabe auf den spanischen Spitzenklub. Somit steht einer erfolgreichen Saison der Los Colchoneros, wie sie genannt werden, nichts mehr im Weg. Zu vergönnen wär es dieser ambitionierten und mit Herz spielenden Mannschaft allemal.

Alexander Friedl, abseits.at

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Alexander Friedl

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