Heute bzw. in der kommenden Nacht starten zwei Ligen aus riesigen Ländern in ihre neue Saison. Beiden ist gemeinsam, dass Fußball nicht die Sportart... Die USA und China starten in die neue Saison: Die Eckdaten im Überblick
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_Chinese Super League China

Heute bzw. in der kommenden Nacht starten zwei Ligen aus riesigen Ländern in ihre neue Saison. Beiden ist gemeinsam, dass Fußball nicht die Sportart ist, die im Fokus steht. Dies ist Tischtennis bzw. American Football. Gleichwohl erlebte das in Europa populärste Spiel sowohl in China als auch in den USA in vielen Facetten einen Aufschwung.

Entfernungsanalyse


In China befinden sich die meisten Erstligisten im Osten, weil der Westen hauptsächlich aus Wüsten und Hochgebirge besteht. Die Millionenstädte sind im Osten aufgrund von drei großen Flüssen, die früher Landwirtschaft ermöglichten und deshalb der Grund für die Ansiedlungen waren.

Jeder Klub hat ein Heim- und Auswärtsspiel gegen jeden anderen, sodass sich die Gesamtzahl von 30 Spielen ergibt. Die Spieler von Yanbian Funde müssen bedingt durch die nördlichste Lage die meisten Reisekilometer auf sich nehmen. Auf den Plätzen drei und vier folgen die beiden Klubs aus Guangzhou, das sich ganz im Süden befindet. Daraus lässt sich schlussfolgern und auch auf der Karte feststellen, dass viele Klubs in der Mitte zwischen diesen Städten beheimatet sind. Genau jene platzieren sich im Ranking aus dem genannten Grund auch auf den unteren Positionen.




Die beiden Küsten sind dichter besiedelt als die Mitte des Landes. So kommt es dazu, dass viele Klubs dort ansässig sind, besonders im Osten. Jeder Klub bestreitet in der regulären Saison insgesamt 34 Spiele. Davon sind 23 gegen Teams aus der eigenen Conference (11), womit es dazu kommt, dass man gegen einen Gegner drei Spiele bestreiten muss. Jedenfalls ist dafür gesorgt, dass jeder einmal zuhause und auswärts gegen alle Conference-Konkurrenten antreten darf. Die restlichen elf Spiele sind dann gegen Klubs aus der anderen Conference. Somit bekommt ein Fan aus der Western Conference nicht die Möglichkeit, alle Teams der Eastern Conference bei einem Heimspiel zu sehen. Anders als in Europa kann ein Klub auch mal vier Heim- oder Auswärtsspiel hintereinander haben, da die Distanzen groß sind und häufig längere Auswärtsstrips so geplant werden, dass man auf mehrere Gegner aus einer Region trifft.

Schon auf den ersten Blick fällt die unterschiedliche Dichte an Standorten im Westen und Osten auf. Während in der Eastern Conference alles relativ nah beieinander ist, sind im Westen größere Distanzen zurückzulegen. Infolgedessen zeigen sich im Ranking Klubs aus dem Westen auf den fünf ersten Plätzen und alle elf aus dieser Conference sind auf den ersten 14.

Während in China schon sechs ehemalige Erstligisten aufgelöst wurden, gab es in der MLS drei Rückziehungen von Standorten.

Transferausgaben

Durch die Fußballoffensive des Staatspräsidenten Xi Jinping (seit 2013 im Amt), der eine WM ausrichten und gewinnen will, geben vielen Klubpräsidenten sehr große Beträge für nicht nur aus Europa bekannte Spieler aus, sondern auch für einheimische, da nun maximal drei ausländische Spieler zur selben Zeit auf dem Platz stehen dürfen. Dies dient dem Zweck, sein Unternehmen in ein gutes Licht der Regierung zu stellen, um von staatlichen Vergünstigungen wie z.B. Bauland oder niedrigere Steuern zu profitieren. Zudem ist Fußball nun Pflichtfach in den Schulen und bis 2025 sollen 50.000 Fußballakademien entstehen.



Aufgrund der Tatsache, dass es ein „Salary Cap“ gibt, um die Liga wie in den anderen amerikanischen Sportligen ausgeglichen zu gestalten, wird eine Anhäufung von Topstars in einem Team verhindert. Letztgenanntes Szenario ist einfach nicht möglich, weil ansonsten diese Spieler auf viel Geld verzichten müssten. Das durchschnittliche Gehalt eines MLS-Spielers betrug 2016 „nur“ ca. 316.000 US-Dollar. Stars wie Frank Lampard und Steve Gerrard verdienten dagegen ca. sechs Millionen US-Dollar. Erst durch ein höheres Salary Cap und der Addition zweier erfolgreicher Franchises (siehe unten) wurden in den letzten Jahren vermehrt größere Beträge ausgegeben.

Zuschauerzahlen




Es lässt sich eindeutig erkennen, dass seit dem Ansteigen der Transfersummen auch die Zuschauerzahlen wachsen. Besonders in den letzten Jahren ist das Wachstum aufgrund der Verpflichtungen zahlreicher bekannter Spieler drastisch.




War anfangs im ersten Jahr der Gründung ein kleiner Hype ausgebrochen, vermutlich auch wegen der WM 1994 im eigenen Land, folgte danach bei der durchschnittlichen Zuschauerzahl ein Tief, sodass erst 2011 der vormalige Rekord gebrochen werden konnte. Dies könnte damit zusammenhängen, dass vermehrt Klubs eigene kleine Stadien bauten und nicht mehr in den für „Soccer“ viel zu großen Arenen der NFL-Teams spielten. Der erwähnenswerte Sprung von 2014 auf 2015 erklärt sich durch den Einstieg von New York City FC, dem „Farmteam“ von Manchester City, das mit zahlreichen Stars wie David Villa, Frank Lampard und Andrea Pirlo in der Millionenmetropole aufwartete. Außerdem ging Orlando City mit Kaká an den Start, wohingegen Chivas USA aus verschiedenen Gründen, u.a. geringen Zuschauerzahlen, den Spielbetrieb einstellte. Man kann also schlussfolgern, dass das Hinzufügen von neuen Klubs bis 2011 nicht wirklich ein Erfolg war.

Die Gesamtzuschauerzahl konnte dagegen schon 2005 den alten Bestwert brechen, was einfach mit der Expansion zusammenhängt. Bemerkenswert ist, dass unmittelbar nach 2002 kein starkes Wachstum zu verzeichnen war, erzielte das Nationalteam doch 2002 bei der WM mit dem Einzug in das Viertelfinale das bisher beste Ergebnis bei einer Weltmeisterschaft seit 1930. Neben dem auch hier erkennbaren großen Einfluss von New York City FC ist die Erweiterung aus dem Jahr 2011 mit Vancouver und Portland nennenswert.

Fernsehübertragungen im DACH-Raum

Seit 2015 besitzt Eurosport für vier Jahre die Übertragungsrechte an der MLS in allen europäischen Ländern mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs. Jeden Spieltag laufen 1-3 Spiele der MLS auf Eurosport 1 und 2.

Am 24. Februar gab Sportdigital den Erwerb der Chinese Super League bekannt. Fortan sollen ein bis zwei Partien pro Spieltag gezeigt werden.

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Christoph Trompeter