In diesem Sommer finden zwei große Fußballturniere für Nationalteams statt. Während die Copa América Centenario, die zum 100-jährigen Jubiläum das erste Mal außerhalb Südamerikas... Kaderanalyse zur Copa América Centenario 2016
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In diesem Sommer finden zwei große Fußballturniere für Nationalteams statt. Während die Copa América Centenario, die zum 100-jährigen Jubiläum das erste Mal außerhalb Südamerikas ausgetragen wird (in den USA) und zu den üblichen zehn Teilnehmern aus dem CONMEBOL-Verband noch sechs aus dem  CONCACAF-Verband dazukommen, schon am 3.  Juni angefangen hat, startet die Europameisterschaft erst am 10. Juni. Zunächst werden die Kader bei der Copa América Centenario betrachtet.

Der Kader jedes Teams besteht aus 20 Feldspielern und drei Torhütern.

_Legionäre_Copa

Anders als bei der EM haben sowohl kleine Fußballnationen (Haiti, Panama) als auch große (Brasilien, Argentinien) viele Legionäre. Dabei muss man aber ganz klar festhalten, dass die Topnationen Südamerikas, also Argentinien, Brasilien, Uruguay, Kolumbien und Chile, viele ihrer Legionäre in Europa und dort in den Topklubs haben, wohingegen die Spieler solcher Nationen aus Mittelamerika oder der Karibik wie Jamaika, Haiti und Panama in meist zweitklassigen Klubs in Europa oder in den USA spielen. Das ist für sie sportlich und auch finanziell attraktiver als die heimischen Ligen.

Bei Venezuela und Costa Rica finden sich die nominierten Spieler in meist mittel- oder unterklassigen Teams in verschiedenen Ländern, jedoch eher in denen der europäischen Topnationen. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation in Venezuela ist es zudem nachzuvollziehen, dass nicht so viele von ihren Nationalspielern dort beschäftigt sind.

Peru und Bolivien haben einfach kaum gute Spieler und diese sind dann auch nicht für ausländische Klubs interessant, weswegen sie größtenteils weiter im eigenen Land spielen.

_Spielorte_Copa

Dass Mexiko an der Spitze liegt, erklärt sich einerseits durch die hohe Anzahl an einheimische Nationalspielern, die weiterhin im Heimatland spielen, andererseits dadurch, dass von vielen südamerikanischen Nationen einige Spieler dort unter Vertrag stehen, denn mexikanische Klubs zahlen inzwischen auch ziemlich gut und zuverlässig.

Die Gründe für die hohe Position der USA sind identisch, wenngleich hier vor allem Spieler aus mittelamerikanischen Nationen spielen. In England und Spanien sind zum einen viele der Topspieler der südamerikanischen Topnationen angestellt, zum anderen in den unterklassigen Ligen Englands viele aus Mittelamerika und viele in den Mittelklasseklubs Spaniens diverser südamerikanischen Nationen. Überraschend ist Letzteres nicht, gibt es doch keine Sprachbarriere und das Niveau ist höher als zuhause.

In Bolivien und Peru sind wie weiter oben angesprochen viele aus dem eigenen Nationalteam aktiv. Brasilien, Argentinien und Kolumbien haben von den südamerikanischen Ligen noch den größten Attraktivitätsfaktor, weswegen dort viele südamerikanische Spieler anderer Nationen spielen.

_Klubs_Copa

Anders als bei der EM gibt es nicht so hohe Werte einzelner Klubs. Im Gegensatz zur EM ist sogar kein einzigen Klubs mit einer zweistelligen Anzahl an Nationalspielern vorzufinden. Dies spricht dafür, dass die Topspieler der Topnationen in unterschiedlichen europäischen Topklubs spielen. Peruanische und bolivianische Klubs sind nur deshalb hier an der Spitze zu finden, weil bei ihnen nur einheimische Spieler hier in der Wertung sind.

_Konföderationen_Copa

Auch hier ist ein Unterschied zur EM festzustellen, denn es gibt nicht eine so große Dominanz einer Konföderation. Das war aber auch so zu erwarten. Es ist allgemein bekannt, dass Südamerikaner nach Europa müssen, wenn sie große Spieler werden bzw. viel Geld verdienen wollen. CAF und OFC fehlen auch hier wieder komplett, was nicht gerade für die Qualität der Klubs in den Konföderationen spricht, sind doch EM und Copa América die bestbesetzten Kontinentalturniere.

Alle Analysen wurden mit Stand der Kader vom 2. Juni 2016 durchgeführt. Eventuell kam es später noch aufgrund von Verletzungen zu Änderungen.

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Christoph Trompeter