Mitte Februar erwachen die Ligen in Mitteleuropa schon langsam aus ihrer Winterpause, während in Süd- und Westeuropa im Winter quasi durchgespielt wird. In diesen... Groundhopper’s Diary: Galicien – Fußball an Spaniens Atlantikküste (1)
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_Spanien-FlaggeMitte Februar erwachen die Ligen in Mitteleuropa schon langsam aus ihrer Winterpause, während in Süd- und Westeuropa im Winter quasi durchgespielt wird. In diesen Region ist es daher auch nicht schwer ist, um diese Zeit passende Ansetzungen zu finden. Da sich aus diesen Gebieten auch immer viele Vereine für die K.O.-Phase der Europa League qualifizieren, bietet sich das Sechzehntelfinale,  aufgrund der bereits seit Mitte Dezember feststehenden Spielterminen, perfekt für eine Reise über ein verlängertes Wochenende mit vielen Fußballspielen an.

Portugal und Spanien kamen in die engere Wahl, wobei schließlich ein Flug in spanische Sanitago gebucht wurde. Ausschlaggebend waren nicht nur das Europa League-Spiel von Celta Vigo, sondern auch das auf Freitag fixierte Spiel beim Zweitligisten CD Lugo sowie das Heimspiel von Deportivo La Coruña am Samstag. Aber auch abseits dieser Spiele konnten noch weitere Partien und viele Sehenswürdigkeiten der autonomen Region Galiciens besichtigt werden.

RC Celta de Vigo – FC Shakhtar Donetsk 0:1 (0:1)

Untertags konnte in der Region bereits einiges Sehenswertes besichtigt werden. Neben dem Leuchtturm an Kap Finisterre, dem eigentlichen Ende des Jakobsweges und dem Küstenstädtchen Cambados, ging es am Nachmittag in die Industriestadt Vigo. Bis auf die alte Festung gibt es in der größten Stadt Galiciens aber nicht viel zu sehen. Das war aber auch nicht so schlimm, denn am  Abend sollte das Estadio Municipal de Balaídos, unser Hauptgrund für die Reise nach Vigo, besucht werden.

Das 1928 erbaute Stadion war auch eine Austragungsstätte bei der Fußballweltmeisterschaft 1982 und ist die Heimstätte von RC Celta de Vigo. Derzeit befindet sich das Stadion in einer Renovierungsphase. Während die Haupttribüne bereits erneuert wurde, sollen in einem zweiten Bauabschnitt die kurvenförmigen Hintertortribünen durch neue Ränge direkt am Spielfeldrand ersetzt werden. Das Fassungsvermögen, das bei 31.500 Zuschauern liegt, soll durch diesen Umbau allerdings gleich bleiben.

Als Gruppenzweiter für das Sechzehntelfinale qualifiziert, zog Celta de Vigo mit Shakhtar Donetsk, den Gruppensieger, der alle sechs Gruppenspiele gewann. Dennoch wollten die Galicier im Heimspiel gegen den ukrainischen Vertreter eine gute Ausgangsbasis für den Aufstieg in die nächste Runde erreichen. Doch nach gutem Beginn der Gastgeber ging vor 18.318 Besuchern die noch immer mit zahlreichen Südamerikanern gespickte Elf aus der Ostukraine in der 26.Minute in Führung. Celta zeigte sich vom Rückstand nicht geschockt und machte auch nach dem Gegentreffer das Spiel.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber aber noch einmal Glück, als die Ukrainer einen Konter leichtfertig vergaben. Dies war allerdings schon die letzte gefährliche Angriffsaktion von Shakhtar. In weiterer Folge verteidigten die Gäste ihren Vorsprung geschickt. Celta erspielte sich zwar einige Möglichkeiten, hatte aber wenige zwingende Möglichkeiten. Donetsk ließ keinen Treffer der Spanier zu und geht sich durch diesen Auswärtssieg mit einer guten Ausgangsbasis in das in Kharkiv ausgetragene Rückspiel.

CD Lugo – Elche CF 1:2 (1:2)

Spanien ist nicht wirklich für zahlreiche Ansetzungen am Freitag bekannt. So passte es bei der Zusammenstellung unserer Route perfekt, dass in Lugo das Freitagsspiel in der Segunda División stattfand. Rund 100 Kilometer westwärts von der galicischen Hauptstadt Santiago befindet sich die fast 100.000 Einwohner zählende Provinzhauptstadt. Lugos Altstadt ist von einer durchgehend begehenden Stadtmauer umgeben, die sich ihres Zeichens im Rang eines UNESCO-Weltkulturerbes befindet.

Das Estadio Anxo Carro ist hingegen weit davon entfernt eine architektonische Besonderheit zu sein. Das Kleinstadion fast gerade einmal 7.840 Besucher. Es ist praktikabel errichtet, wobei drei Tribünenseiten massiv gebaut wurden. Eine Hintertorseite ist lediglich eine Stahlrohrkonstruktion, die von außen einen nicht sehr vertrauenswürdigen Eindruck erweckt. Immerhin hat man in Lugo ein wenig investiert und die Sitzschalen erneuert, sodass nun der Schriftzug „Forza Lugo“ die Tribüne ziert, wenn diese unbesetzt ist.

Seit nun mehr fünf Jahren ist der CD Lugo wieder zweitklassig. Derzeit befinden sich die Galicier in der oberen Tabellenhälfte und sind sogar in Tuchfühlung zu den Play-Off-Plätzen zur Primera División. Daher war man gegen Elche CF, der fast 1.000 Kilometer aus der Region Valencia zu diesem Auswärtsspiel anreisen musste, auch in der Favoritenrolle. Vor 4.521 Besuchern waren die Gastgeber auch tonangebend, jedoch war das Spielglück nicht auf ihrer Seite. Elche kam in der ersten Spielhälfte zwei Mal vor das Tor Lugos und das sollte reichen, um auch mit 2:0 in Führung zu gehen.

Lugo zeigte sich von diesem Doppelschlag zwar etwas geschockt, jedoch sollte noch mit dem Pausenpfiff der Anschlusstreffer gelingen. Voller Hoffnung das Spiel noch drehen zu können, kamen die Gastgeber nach dem Seitenwechsel aus der Kabine. Sie erspielten sich zahlreiche hochkarätige Chancen, jedoch wollte der Ball einfach nicht ins Tor der Gäste kullern. So blieb es bei einer torlosen zweiten Spielhälfte und dem 2:1-Auswärtssieg von Elche, das heute etwas glücklich die drei Punkte in die Region Valencia mitnahm.

RC Deportivo de La Coruña „B“ – CD Choco Redondela 4:0 (2:0)

Am Samstagmorgen musste eine Entscheidung gefällt werden. Entweder Galicien zu verlassen und 300 Kilometer in die benachbarte Region Asturien zu fahren, um dem Spiel Sporting Gijón gegen Atlético Madrid beizuwohnen und die 300 Kilometer wieder zurück zum Abendspiel nach La Coruña zu hetzen oder in Galicien zu bleiben, das U19-Spiel von Deportivo La Coruña zu besuchen und den Nachmittag noch für eine gemütliche Stadtbesichtigung zu verwenden. Die Wahl fiel auf die auf die gemütliche Variante Nummer 2 und so ging es von Lugo in Richtung La Coruña, wo in Abegondo, einem kleinen Ort in der Peripherie von La  Coruña noch ein Zwischenstopp gemacht wurde. Dort befindet sich die Cidade Deportiva Mundo do Futbol, das Trainingszentrum vom RC Deportivo La Coruña. Neben einigen Rasenplätzen, gibt es dort auch einen Hauptplatz, der von einer 1.200 Besucher fassenden Tribüne flankiert wird. Dieses Stadion ist auch der Austragungsort der Meisterschaftsspiele der in der viertklassigen Tercera División spielenden zweiten Mannschaft von Deportivo La Coruña.

Zur Mittagszeit traf in einer Partie der Liga Nacional Juvenil die U19 von Deportivo La Coruña auf die Altersgenossen des CD Choco aus Redondela. Das Spiel begann vor rund 80 Besuchern gleich mit einem Paukenschlag, denn die Gäste aus der Provinz Pontevedra bekamen bereits in der ersten Minute einen Elfmeter zugesprochen. Dieser wurde vom Tormann der Gastgeber gehalten, der zugleich den Gegenzug einleitete, aus dem der erste Treffer für den Nachwuchs von Deportivo La Coruña fallen sollte. Nach diesem hitzigen Beginn kontrollierte Deportivo das Spielgeschehen und erhöhte noch vor dem Seitenwechsel auf 2:0. Mit dem dritten Treffer für Deportivo in der 60.Minute war diese Partie entschieden. Sportlich gab es danach keinerlei Höhepunkte mehr, doch den Besuchern wurde in den letzten 20 Minuten dieser Partie noch ein Spektakel der besonderen Art geboten. Ein Wolkenbruch samt Hagel machte den Platz unbespielbar und so blieb der Ball oftmals in einer zahlreichen Wasserlacken liegen, sodass die Spieler ein paar unfreiwillige Slapstickeinlagen zur Schau boten. Deportivo erzielte in der Schlussphase noch das 4:0, aber das war für die Akteure auf dem Rasen nur mehr Nebensache, zumal sich wohl alle nach einer heißen Dusche sehnten. So schnell dieser Wolkenbruch kam, so schnell war dieser auch wieder vorbeigezogen, sodass Abegondo bereits im Trockenen verlassen wurde. Wenig später erreichten wir La Coruña sogar im Sonnenschein.

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Heffridge

Philipp Karesch alias Heffridge wurde 1979 in Wien geboren und hatte von Kindesbeinen an die Lust am Reisen und Fußball zu spielen. Durch diese Kombination bedingt, zieht es ihn nach wie vor auf die Fußballplätze dieser Welt. Die dort gesammelten Eindrücke sind ein fixer Bestandteil der abseits.at-Kolumne Groundhopper's Diary.