Nach der Klubkonferenz und Hauptversammlung können weitere Weichen für die Zukunft des heimischen Fußballs gestellt werden. AG-Vorstand Markus Kraetschmer nahm im Anschluss an diese... Kraetschmer: „Sehe die Ziellinie, wir sind aber noch nicht drüber“

Nach der Klubkonferenz und Hauptversammlung können weitere Weichen für die Zukunft des heimischen Fußballs gestellt werden. AG-Vorstand Markus Kraetschmer nahm im Anschluss an diese Sitzungen bei Viola TV Stellung und nennt die nächsten Schritte.

Im Vorfeld der BL-Sitzungen fand am Vormittag unter Leitung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober ein Gesprächstermin von Vertretern des Sport- und Gesundheitsministeriums, des ÖFB und der Bundesliga statt.

Dabei ist ein konstruktiver Arbeitsprozess entstanden mit dem Ziel, eine gemeinsame Lösung zu finden. In einer Expertengruppe werden weitere Details des Bundesliga-Konzepts verhandelt, um spätestens nächste Woche ein Ergebnis zu haben.

Kraetschmer über…
…seine ersten Gedanken nach diesem Nachmittag: „Vor einer Woche erlebten wir einen Rückschlag, da unser gut durchdachtes Konzept zurückgewiesen wurde von den Ministerien. Aber wir haben schnell reagiert und alle Hebel in Bewegung gesetzt und sind sehr froh, dass es jetzt ein Szenario gibt, mit dem wir gemeinsam mit kompetenten Sportvertretern, Medizinern und den Ministerien die noch offenen Themen abklären können, um einen normalen Trainings- und Spielbetrieb möglich zu machen.“

… den weiteren Zeitplan: „Die neue Verordnung gibt das Ministerium vor, das wird für uns die Basis sein. Ich hoffe, dass diese Verordnung bis Mitte der Woche erarbeitet ist und wir spätestens am 15. Mai mit dem Mannschaftstraining einsteigen können. Der weitere Fahrplan sieht vor, dass am 29./30. Mai das Cupfinale stattfindet und am 2./3. Juni die Liga startet, die dann wiederum bis Juli beendet werden kann.“

… aufgestellte Regeln: „Wahrscheinlich gibt es für Teams noch ein Trainingslager vor dem Start und dann ist noch die Frage, wie oft getestet werden muss. Das ist auch eine Kosten-Diskussion. In Summe werden an einem Spieltag 200 Personen im Stadion sein, die wiederum in drei Gruppen eingeteilt werden. Das ist eine Auflage.“

… Geisterspiele und wie viele es geben wird: „Ein ganz wichtiges Thema. Jetzt sind Geisterspiele ein Mittel für das wirtschaftliche Überleben der Klubs. Das Ziel ist natürlich so schnell wie möglich wieder Fans im Stadion zu haben. Aber das ist ja kein Spezifikum des Fußballs. Da werden wir vor Juni jedenfalls keine Entscheidung haben. Wahrscheinlich wird es auch noch zu Beginn der kommenden Saison Geisterspiele geben. Wir haben jetzt aber eine Perspektive. Die Gespräche verliefen allesamt sehr positiv mit den Ministerien. Wir sind auch für Studien offen, um für möglichst viele andere Sportarten eine Benchmark setzen zu können.“

den Startzeitpunkt: „Es gibt noch sehr viele Termine zu berücksichtigen, auch was die UEFA oder die Reisebeschränkungen für den Rest des Jahres betrifft. Die nächste Saison soll jedenfalls so spät wie möglich im September sein und da wir möglichst wenige Geisterspiele haben möchten, werden bis Weihnachten vielleicht nur 13 Runden gespielt, dafür geht es im Jänner wieder los. Was alle Experten sagen, ist dass es einen Impfstoff nicht vor 2021 geben wird und es darf nie ein Rennen Gesundheit versus Sport geben.

… die Young Violets: „Wir wollen, dass es auch dort so schnell wie möglich weitergeht. Es ist schwer verständlich, dass Leute im Park nebeneinander Yoga machen dürfen, aber Profis dürfen nicht ihren Beruf ausüben. Da brauchen wir Klarheit und denken realisitisch am 15. Mai mit dem Kleingruppen-Training beginnen zu können. Im Moment ist es eine unbefriedigende Situation.“

… alle andere Teams der Veilchen: „Auch da sind wir abhängig von den Entscheidungen der Politik. Aber wir arbeiten sehr intensiv daran, um auch für die Camps, Akademiespieler, Frauen, den Nachwuchs und die Special Violets eine Perspektive zu bekommen.“

… weitere Pläne: „Wir hätten uns gewünscht, dass wir heute mehr Klarheit bekommen, aber es war wichtig, dass es Licht am Ende des Tunnels zu sehen gibt. Jetzt gilt es Rahmenbedingungen mit der Regierung rasch zu erarbeiten.Ich sehe uns da in einer Vorreiterrolle für viele Sportarten.“

… die Verantwortung als Vorbilder: „Die ist groß, das unterstreiche ich und wir setzen die Vorgaben hinsichtlich Hygiene, Abstand halten und Tragen der Masken sehr penibel um. Je schneller wir uns an Spielregeln halten, umso schneller bekommen wir den Fußball zurück. Fußball hat eine verbindende Kraft und auch Fans tragen da eine große Verantwortung und haben eine Vorbildfunktion, wenn ihre Mannschaft spielt und sie können nicht im Stadion mit dabei sein.“

… ein noch mögliches Scheitern: „Offen gesagt: Solange keine neue Verordnung da ist, sind wir in der Schwebe. Ich sehe die Ziellinie, wir sind aber noch nicht drüber. Die Politik hat den Ball aufgenommen und wir werden seriöse, vernünftige Entscheidungen erarbeiten. Wir werden unseren Beitrag leisten, um schnell wieder Fußball live sehen zu können. Ich liebe zwar die Schätze der Vergangenheit aus der Konserve, aber wir wollen wieder unseren Fußball sehen. Die Situation ist schwierig, aber ich bleibe optimistisch und die Austria-Familie gibt dabei auch die Kraft, dass man nach einem langen Arbeitstag am Abend hundemüde ist, aber schon am nächsten Tag weiter für das Ziel arbeitet.“

abseits.at Redaktion