Die Austria erreichte 2013/14 erstmals in der Vereinsgeschichte die Champions League und konnte sich so große finanzielle Vorteile gegenüber der Konkurrenz – exklusive Red... abseits.at-Saisonrückblick (7) – FK Austria Wien

FK Austria Wien (Logo, Wappen)Die Austria erreichte 2013/14 erstmals in der Vereinsgeschichte die Champions League und konnte sich so große finanzielle Vorteile gegenüber der Konkurrenz – exklusive Red Bull Salzburg – erspielen. Auch in der Königsklasse präsentierte man sich mehr als passabel, doch am Ende der Saison steht nur der vierte Platz zu Buche. Die Veilchen verpassten somit als Titelverteidiger die Qualifikation für einen internationalen Bewerb. Einzelne Akteure zu kritisieren fällt bei der Austria heuer schwer – irgendwie passte das große Ganze nicht zusammen…

36 Spiele – 14 Siege – 11 Unentschieden – 11 Niederlagen – 58:44 (0) – 53 Punkte

TOP

Champions League Auftritte – Nur gegen den späteren Finalisten Atlético Madrid gab es nichts zu holen. Den FC Porto konnte die Austria zweimal fordern und auswärts sogar punkten, gegen Zenit St.Petersburg gab es sogar vier Punkte und einen glatten 4:1-Heimsieg. Angesichts dessen, dass die Gruppe der Austria im Vorfeld als „unattraktiv und trotzdem unschaffbar“ bezeichnet wurde, schlugen sich die Violetten auf der großen Fußballbühne sehr gut.

James Holland – Es ist nicht immer sofort sichtbar, aber der Australier James Holland ist weiterhin das Um und Auf im Mittelfeld der Wiener Austria. Der 25-Jährige, der Chancen auf eine WM-Teilnahme hat, wies in der vergangenen Saison grandiose Werte in der Spielsicherung und –verlagerung auf, ist der zweitbeste Spieler der Liga und der beste Zentrale auf dem Gebiet der Ballsicherungen. Offensive Gefahr strahlt der sympathische Aussie zwar nicht aus, aber mit seiner Spielintelligenz bewahrte er sein Team oft vor Schlimmerem.

Heinz Lindner – Auch wenn der Keeper die Austria, ebenso wie der wichtige James Holland, nicht frei von Fehlern war, spielte er unterm Strich eine gute Saison und rettete seiner Mannschaft zahlreiche Punkte. Auf der Linie zählt der 23-Jährige nach wie vor zur Ligaspitze.

FLOP

Die Trainer – Die Ära Bjelica wird trotz der Champions-League-Teilnahme nicht unbedingt auf die positiven Seiten der Austria-Chronik aufgenommen werden. Der kroatische Coach konnte mit seiner Mannschaft auf menschlicher Ebene nicht, fand nie eine Bindung zu ihr, wie es Peter Stöger in der vergangenen Saison so perfekt inszenierte. Bjelicas übermäßige Autorität direkt nach der familiäreren Ära Stöger dämpfte Stimmung und Freude an der Arbeit in Wien-Favoriten. Auch wenn Bjelicas Amtszeit durchwachsen verlief, muss die schnelle Reaktion der Verantwortlichen nach dem verpatzten Frühjahrsstart als grundsätzlich positiv bewertet werden. Man fackelte nicht lange und beurlaubte Bjelica – womöglich sogar ein paar Wochen zu spät. Das einzige Problem: Herbert Gager war rein fachlich betrachtet alles andere als ein Heilsbringer und die logischste Lösung – die in Wahrheit aber gar keine war…

Charakter der Mannschaft – Bjelicas Scheitern ist eine Sache, aber auch die Mannschaft zeigte zu wenig Charakter und hievte sich nur sehr selten selbst aus dem Dreck. In der Champions League kämpfte man bis zum Umfallen, wollte sich gut verkaufen. Wenn die Austria dies auch in der Liga zustande gebracht hätte, wäre die Europacup-Qualifikation Formsache gewesen. Einige Akteure waren aber in Gedanken wohl schon bei Transferverhandlungen mit größeren Klubs und schienen Spiel für Spiel Prioritäten zu setzen.

Umkrempeln der Spielweise – Damit einhergehend: Das erfolgreiche, attraktive Spiel unter Stöger wurde von Bjelica über den Haufen geworden. Eine erfolgreiche Spielphilosophie wurde völlig ohne Druck umgekrempelt und fortan tat sich die Austria auch gegen kleinere Gegner viel schwerer – obwohl der Kader sich von der Meistermannschaft nicht groß unterschied. Sinnbildlich dafür war – nur als eines von vielen Beispielen – der enorme Leistungsabfall von Fabian Koch und die große Unsicherheit, die der Rechtsverteidiger verkörperte.

MAN TO WATCH

Sascha Horvath – Klarerweise muss man das 17-jährige Toptalent der Austria in der nächsten Saison im Auge behalten. Der Mittelfeldspieler ist technisch beschlagen und überzeugt mit gutem Überblick. Was jetzt noch fehlt, ist die nötige „Killer-Mentalität“ und natürlich Spielpraxis. An dieser spießt sich der Aufstieg Horvaths allerdings auch ein wenig: Gerade in einer insgesamt schwierigen Situation, wie sie in Wien-Favoriten derzeit nun mal herrscht, läuft man immer Gefahr ein großes Talent zu „verheizen“. Es passt die Wiener Fußballfloskel „den kannst einehaun, wenn’s rennt“.

TORE

14 – Philipp Hosiner
6 – Daniel Royer, Marko Stankovic
5 – Tomas Jun, Roman Kienast, Thomas Salamon (3 für Grödig)
4 – Alexander Gorgon, Christian Ramsebner
2 – Markus Suttner, Alexander Grünwald, David de Paula, Thomas Murg
1 – Ola Kamara, Tomas Simkovic, Rubin Okotie, Kaja Rogulj

ASSISTS

9 – Daniel Royer
7 – Philipp Hosiner
6 – Markus Suttner
4 – Tomas Jun
3 – Thomas Salamon (2 für Grödig), Roman Kienast, Alexander Gorgon, Alexander Grünwald, Thomas Murg, David de Paula (1 für den WAC), Ola Kamara
2 – Florian Mader
1 – Marko Stankovic, James Holland, Tomas Simkovic, Fabian Koch, Srdjan Spiridonovic, Manuel Ortlechner

ASSIST-ASSISTS

7 – Markus Suttner, Philipp Hosiner
4 – Thomas Salamon (2 für Grödig), Florian Mader, James Holland
2 – Daniel Royer, Tomas Jun, Roman Kienast, Alexander Grünwald, David de Paula (1 für den WAC), Thomas Murg, Sascha Horvath, Emir Dilaver
1 – Alexander Gorgon, Marko Stankovic, Tomas Simkovic, Fabian Koch, Heinz Lindner

EFFIZIENZWERTUNG

In der abseits.at Effizienzwertung beleuchten wir einige Aspekte, wie ein Treffer erzielt wurde und errechnen daraus mit einem eigens kreierten Schlüssel die Wichtigkeit von Tor, Assist und Assist-Assist. Genauere Infos und den Saisonendstand findet ihr hier.

44,50 – Philipp Hosiner
33,55 – Daniel Royer
24,33 – Markus Suttner
21,56 – Thomas Salamon
19,58 – Tomas Jun
15,73 – Roman Kienast
14,78 – Alexander Gorgon
13,44 – Alexander Grünwald
12,93 – David de Paula
12,41 – Thomas Murg
12,15 – Marko Stankovic
10,37 – Christian Ramsebner
10,10 – Florian Mader
9,18 – Ola Kamara
5,37 – James Holland
5,15 – Tomas Simkovic
3,68 – Fabian Koch
2,76 – Srdjan Spiridonovic
2,70 – Rubin Okotie
2,40 – Kaja Rogulj
2,28 – Sascha Horvath
1,90 – Emir Dilaver
1,60 – Manuel Ortlechner
1,38 – Heinz Lindner

TOPQUOTEN

Berücksichtigt werden nur Spieler, die zumindest ein Drittel der Saison mitmachten.

Beste Passquote (Defensivspieler): Lukas Rotpuller (84,7%) vor Kaja Rogulj (84,6%) und Manuel Ortlechner (81,8%). James Holland hält bei 78,4%.

Beste Passquote (Offensivspieler): Daniel Royer (74,6%)

Beste Zweikampfquote: Christian Ramsebner (62,9%)

Meiste Ballsicherungen: James Holland (159), Ligabestwert für zentrale Spieler, zweitbester Wert der Liga insgesamt.

FLOPQUOTEN

Schlechteste Passquote: Roman Kienast (67,8%)

Schlechteste Zweikampfquote: Philipp Hosiner (38,2%). Ola Kamara (38,6%) und enttäuschenderweise Thomas Salamon (41,3%, Grödig-Zeit inkludiert) folgen auf den nächsten Plätzen.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen