Zum Auftakt der 29. Runde in der österreichischen Bundesliga kreuzten der Tabellenzweite Sturm Graz und die Wiener Austria die Klingen. Die Gastgeber wollten dabei... Analyse: Austria presst sich gegen Sturm zum Sieg

Zum Auftakt der 29. Runde in der österreichischen Bundesliga kreuzten der Tabellenzweite Sturm Graz und die Wiener Austria die Klingen. Die Gastgeber wollten dabei nach zuletzt vier Siegen in Folge ihre Serie weiter ausbauen und zusätzlich Druck auf Tabellenführer Salzburg aufbauen, um den Bullen doch noch gefährlich näher zu kommen. Die Wiener hingegen kamen ebenfalls mit drei Siegen aus vier Spielen im Gepäck nach Graz und wollten trotz ihrer Außenseiterrolle überraschen und wichtige Punkte sammeln, um doch noch den Sprung in den Europacup zu schaffen. In einer intensiv geführten Partie, mit vielen Zweikämpfen und über 40 Fouls konnte sich letztlich die Austria mit 2:0 durchsetzen und die drei wichtigen Punkte mit nach Wien nehmen.

Letsch bringt drei „Youngstars“ in die Startelf

 Nach zuletzt vier Siegen in Folge war bei Sturm Graz naturgemäß alles Eitel, Wonne und Sonnenschein und es bestand relativ wenig Grund für Veränderungen. Trainer Heiko Vogel schickte seine Mannen wie gewohnt im 4-4-2 aufs Feld, wobei im Vergleich zum Spiel in St. Pölten einzig Phillip Huspek in die Startformation rutschte und die Position am rechten Flügel einnahm. Ansonsten blieb alles beim Gleichen, wobei man nach wie vor auf den verletzten Potzmann verzichten musste. Bei den Gästen aus Wien gab es zumindest eine größere Überraschung in der Aufstellung. Da sich Dominik Prokop kurzfristig verletzte, entschied sich der Trainer der Austria Thomas Letsch dafür, den jungen Dominik Fitz in die Startelf zu beordern und verhalf ihm so zum Startelfdebüt in der höchsten Spielklasse. Darüber hinaus verblieben auch Borkovic und Demaku in der Anfangself, weshalb drei 18-Jährige von Beginn an ran durften, was auch nicht alle Tage vorkommt. Nachdem man zuletzt immer wieder das System veränderte und an den Gegner anpasste, lief man zum ersten Mal mit der gleichen Grundformation auf, wie noch eine Woche zuvor, nämlich mit einem 4-4-2. Dabei übernahm Fitz etwas überraschend die Rolle von Monschein als Stürmer, sollte sich aber vermehrt nach hinten fallen lassen und sich so am Spiel aktiv beteiligen. Kapitän Holzhauser lief erneut nominell auf dem rechten Flügel auf, bekam allerdings eine recht freie Rolle zugewiesen und musste faktisch nur gegen den Ball seine Position einnehmen.

Gespannt war man auf die Ausrichtung der Austria, nachdem man in der Woche zuvor gegen Altach große Probleme im Spiel hatte und mit viel Glück letztlich den Sieg einfahren konnte. Von Anfang an machten die Wiener dabei klar, wie sie gedenken, das Spiel in Angriff zu nehmen und den Gegner zu bearbeiten. Das Augenmerk wurde dabei ganz klar auf das Spiel gegen den Ball gelegt. Die Grazer, die unter Heiko Vogel ihren Schwerpunkt mehr auf das Ballbesitzspiel legen, als es unter Franco Foda noch der Fall war, sollten ständig unter Druck gesetzt und bereits frühzeitig angepresst werden. Dieser Umstand sollte also genutzt werden, um möglichst hohe Ballgewinne zu erzielen. Für dieses Unterfangen ging die Austria im 4-4-2 ins Pressing und das mit einem klaren Aufgabengebiet.

Der erste strategische Schwerpunkt wurde dabei bereits im Anlaufverhalten der beiden Stürmer Friesenbichler und Fitz gelegt. Das Ziel war es dabei zunächst, den Spielaufbau der Grazer von Spendlhofer weg, hin zu seinem Kollegen Maresic zu lenken. Dies hatte wohl den folgenden Hintergrund, dass Spendlhofer durch seinen rechten Fuß bessere Passwinkel im Spielaufbau hatte, als es bei Maresic der Fall war, der als halblinker Innenverteidiger naturgemäß mit seinem schwächeren linken Fuß meist das Spiel aufbauen musste. Um diesen angesprochenen Ablauf zu gewährleisten und den Ball weg von Spendlhofer, hin zu Maresic zu leiten, ging man folgendermaßen vor – wenn Spendlhofer den Ball hatte, attackierte ihn Fitz frontal, während Pires Rechtsverteidiger Koch zustellte, damit dieser nicht nach rechts passen konnte. Gleichzeitig stand Friesenbichler oft etwas nach hinten versetzt zu Fitz, damit er den Passweg ins Zentrum zu den Sechsern von Sturm zustellt und nur noch Maresic freistand. Sobald Maresic dann angespielt wurde, war dies dann der Startschuss und Auslöser für das Angriffspressing, um die Grazer anzupressen. Dafür lief Friesenbichler Maresic oft in einem Bogen an und stellte so sicher, dass dieser den Ball nicht auf dem rechten Fuß hatte, sondern den Ball auf den linken Fuß legen musste, um so quasi von Friesenbichler „wegzulaufen“ und in den freien Raum vorzustoßen. Damit Maresic keinen Haken machen konnte und einfach nochmal zurück auf Spendlhofer passen konnte oder der Ball über den Umweg über Torhüter Siebenhandl zu ihm kam, verblieb Angreifer Fitz bei Spendlhofer in der Umgebung und sollte ihn zustellen.

Dass dieser Plan durchaus aufging, kann man auch an der Anzahl der Ballkontakte wunderbar sehen. Maresic hatte mit über 70 die zweitmeisten auf dem Feld, während Spendlhofer auf wesentlich weniger kam, nämlich unter 50, was eine ungewohnt große Diskrepanz zwischen Innenverteidigerkollegen ist (auf der anderen Seite kamen Madl und Borkovic z.B. jeweils fast auf genau die gleiche Anzahl an Ballkontakten).

Es gab jedoch auch noch einen strategischen zweiten Kniff, mit dem die Austria den Spielaufbau der Grazer unter Druck setzen und erschweren wollte. Dafür stellten die beiden Stürmer der Veilchen ab und zu die gegnerischen Innenverteidiger direkt zu und ließen den Passweg ins Zentrum zu den beiden Sechsern von Sturm bewusst offen. Sobald dann der Pass zu einem der beiden Sechser Jeggo oder Zulj kam, rückte mit Serbest oder Demaku wiederum ein Sechser der Austria aus seiner Position heraus und ging nach vorne, um den Gegenspieler unter Druck zu setzen. Wie dies aussah, kann man beim ersten Bild gut nachvollziehen:

Sturm im Spielaufbau, die beiden Stürmer der Austria laufen die Innenverteidigung an und lassen den Passweg ins Zentrum offen, wo auch Sechser Jeggo lauert und auch angespielt wird. FAK-Sechser Demaku erkennt diese Situation und läuft sofort im Vollsprint Jeggo an, der sich dadurch nicht drehen kann und zum Rückpass zum Torhüter gezwungen ist, da auch Serbest auf Zulj rausrückt und diesen zustellt.

Mit diesen klugen taktischen Kniffen streute die Austria viel Sand in das Getriebe von Sturm, die kaum in der Lage waren, das Spiel geordnet aufzubauen und sich aus dieser Umklammerung zu befreien. Man konnte sogar einige aussichtsreiche Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte verbuchen und so immer wieder Sturm aus dem Rhythmus bringen. Der Plan die starke rechte Aufbauseite von Sturm zuzustellen und den Spielaufbau nach links zu leiten, ging voll auf, auch wenn Maresic trotz des linken Fußes keine Schwachstelle im Spielaufbau war und gelegentlich gute vertikale Bälle in der Spieleröffnung spielte. Eher lagen die Problemfelder beim Linksverteidiger Schrammel und dem Positionsspiel in höheren Zonen, worauf wir auch noch zu sprechen kommen werden. Sobald der Ball zu den beiden Sechsern von Sturm kam, hatten diese vor allem mit ihrer Körperposition Schwierigkeiten und agierten unausgereift, da sie immer mit dem Rücken zum gegnerischen Tor standen und keine offene Körperstellung einnahmen, um so ihr Sichtfeld zu erweitern und den Ball auch mal annehmen und nach vorne spielen zu können. Dadurch war es für die Sechser der Austria relativ einfach, sie anzupressen und zum Zurückspielen zu zwingen – damit also den Spielaufbau zu stören.

Sturm zeigt Schwächen im Positionsspiel und „meidet“ den Zwischenlinienraum

Doch nicht nur die Körperstellung der beiden Sechser war ein Problem, sondern allgemein das Positionsspiel der gesamten Mannschaft von Sturm. Man reagierte nicht gerade vorteilhaft auf die Spielweise der Austria, im Gegenteil. Man erleichterte sogar mehr oder weniger das Pressing des Gegners, da die eigene Struktur nicht wirklich auf diesen Umstand entsprechend reagierte und sich anpasste. Man baute mit einer relativ tiefen Formation auf und band da sechs Spieler in den Spielaufbau mit ein. Gleichzeitig stand man aber relativ eng zusammen und nutze den Raum nicht wirklich optimal aus, wodurch es für die Austria relativ einfach war, mit ihrem mannorientierten Pressing Zugriff auf die Grazer Mannschaft zu erlangen, da ihre Kompaktheit nicht herausgefordert war und die Formation der Austria nicht auseinandergezogen wurde. Diesen Umstand kann man beim nächsten Bild auch gut sehen:

Sturm versucht das Spiel geordnet aufzubauen, steht jedoch mit der Formation und insgesamt sechs Spielern sehr eng zusammen und nutzt nicht die gesamte Fläche des Spielfeldes aus. Man erleichtert damit das Anpressen der Austria, da die Wiener dank der Mannorientierung relativ kurze Distanzen zu den Gegenspielern haben und so sofort Zugriff auf Ball & Gegner erhalten.

Doch nicht nur dieser Umstand wirkte sich negativ auf das Spiel der Grazer aus. Gravierend kam hinzu, wie sich die vier restlichen Offensivspieler in ihrem Positionsspiel verhielten. So standen sowohl die beiden Flügelspieler, als auch die beiden Stürmer der Gastgeber sehr breit und hoch, wodurch die Formation eher einem 4-2-4 ähnelte, als einem 4-4-2. Wenn aber die beiden Flügelspieler sehr breit stehen und die beiden Stürmer sehr hoch, klafft klarerweise im Zentrum bzw. dem Zwischenlinienraum ein großes Loch und die Räume dort sind nicht besetzt. Und genau diese Verhältnisse waren bei den Grazern sehr oft zu sehen. Die Formation der Mannschaft wurde quasi in zwei Teile zerrissen, eine, die das Spiel aufbaut, und eine, die vorne steht. Dadurch war es für Sturm schwer, im Passspiel stabile Verbindungen von hinten nach vorne herzustellen und dadurch eine ordentliche Ballzirkulation aufzuziehen. Die Bewegungen der Offensivspieler wirkten meist wie ein Stückwerk und sie interagierten nicht wirklich miteinander. Linksaußen Röcher versuchte z.B. ab und an ins Zentrum zu ziehen, wurde da jedoch von Klein verfolgt, weshalb dieser Effekt verpuffte, da keiner die Position auf dem Flügel von Röcher einnahm und den freigewordenen Raum besetzte. Aber auch die beiden Stürmer blieben meist sehr hoch und wenn sie sich zurückfallen ließen, waren diese Bewegungen meist sehr simpel und eine Reaktion auf die Nähe des Balles und keine vorrausschauende Positionierung, wodurch sie von den Innenverteidigern der Veilchen problemlos verfolgt werden konnten. So wurden die vielen Manndeckungen der Austria auch da nicht wirklich herausgefordert und erleichterten nochmal zusätzlich die Arbeit gegen den Ball. Diesen beschriebenen Umstand kann man bei der nächsten Spielszene deutlich sehen:

Sturm erneut im Spielaufbau, Zulj wird im Zentrum angespielt, beide Sechser der Austria sind auf ihre Gegenspieler herausgerückt und haben ihre Positionen verlassen. Zulj hat es diesmal jedoch geschafft eine bessere Körperstellung einzunehmen und so den Pass nach vorne spielen zu können…

Jedoch klafft im Zentrum (!) und dem Zwischenlinienraum ein riesiges Loch zwischen den Mannschaftsteilen, da sich von den Sturm-Angreifern niemand fallen lässt und den Raum hinter den beiden Sechsern der Austria besetzt. Erst mit dem Pass von Zulj reagiert ein Offensivspieler und geht dem Ball entgegen, wird jedoch von einem Austrianer verfolgt und unter Druck zum Ballverlust gezwungen.

Die Austria nutzte diese Probleme im Positionsspiel von Sturm konsequent aus und schien perfekt auf diesen Sachverhalt vorbereitet, was eine hohe Stabilität und Dominanz im ersten Durchgang zur Folge hatte. Sturm mühte sich sichtlich im Offensivspiel, wurde in ständige Zweikämpfe verwickelt und konnte sich nur äußerst selten aus der Umklammerung der Wiener befreien. Exemplarisch konnte man dies bei Mittelfeldmotor Peter Zulj sehen, auf den natürlich auch der Fokus der Veilchen gelegt wurde und der sich ständig mindestens zwei Austrianern gegenübersah. Ihm gelang es dadurch auch nicht wirklich, sich aus dieser Enge erfolgsstabil zu befreien und es unterliefen ihm im gesamten Spiel ganze 24 (!) Ballverluste, was ein extrem hoher und katastrophaler Wert für den ansonsten so ballsicheren Mittelfeldakteur ist.

Die Austria hatte aber auch im Ballbesitz einige gute Momente in der ersten Halbzeit und zeigte sich auch in diesem Aspekt im Vergleich zum letzen Spiel gegen Altach deutlich verbessert. Man zeigte ein besseres Positionsspiel, hatte wesentlich mehr Breite im Spiel und agierte nicht mehr nur stur durch die Mitte, weshalb auch speziell der Brasilianer Pires wieder deutlich besser zur Geltung kam. Strategisch legte man im eigenen Ballbesitz die rechte Angriffsseite als Schwerpunkt fest und überlud diese Flügel immer wieder mit mehreren Spielern, um gegen die Grazer in dieser Region Überzahl zu schaffen. So gingen auch die Mehrzahl der Angriffsbemühungen der Veilchen über die rechte Seite, während die linke meist nur für Verlagerungen und Schnellangriffe genutzt wurde. Wie das ungefähr aussah, kann man im nächsten Bild erkennen:

Austria im Ballbesitz, Pires (am Ball) rückt von der linken Seite nach rechts, um gemeinsam mit Klein, Holzhauser und Fitz den Flügel zu überladen. Dadurch hat man eine 4 vs. 3 Überzahlsituation und kann den Ball zirkulieren lassen, gleichzeitig steht aber auch Sechser Serbest (linker Bildrand) bereit, um angespielt zu werden und das Spiel in eine andere Zone zu verlagern.

Dadurch, dass man sowohl mit, aber vor allem gegen den Ball ein gutes Spiel machte, erspielte man sich im ersten Durchgang eine deutliche Überlegenheit am Feld, die man letztlich auch in Tore ummünzen konnte. Holzhauser brachte nach einer schönen Aktion seine Mannschaft per Kopfballtreffer in Front und erhöhte etwas später durch einen präzisen Freistoß sogar auf 2:0, wobei der Torhüter der Grazer nicht die allerbeste beste Figur dabei machte. Von den Gastgebern kam in der Offensive relativ wenig und man kam nur zu einer guten Gelegenheit, die Stürmer Edomwonyi jedoch etwas leichtfertig vergab. So gingen die Wiener mit einer komfortablen 2:0 Führung in die Halbzeitpause.

Sturm nimmt einige Anpassungen vor und verbessert ihr Spiel

Bei der Austria bestand nach der starken ersten Halbzeit klarerweise wenig Grund Adaptionen vorzunehmen. Durch die schwache erste Halbzeit war man auf Seiten der Grazer allerdings natürlich gezwungen zu reagieren und nahm auch gleich einige Veränderungen vor. So wurden Jantscher und Hierländer für die enttäuschenden Schrammel und Huspek eingewechselt. Während Jantscher wie erwartet die Position von Huspek als rechter Flügelspieler übernahm, war die Position von Hierländer etwas überraschend, musste dieser doch auf der Position des Linksverteidigers ran. Dies hatte aber den Hintergrund, dass sich durch die relativ freie Rolle von Holzhauser im Offensivspiel Möglichkeiten auftaten und Sturm sich diese nun auch zunutze machen wollte. So agierte Hierländer mehr als Außenstürmer und rückte sehr weit auf, wodurch er auch immer wieder Ausgangspunkt für die Angriffe der Grazer war und man dadurch eine Asymmetrie in der Grundordnung hatte, da Koch etwas tiefer blieb und dessen Aufrücken quasi ausbalancierte, um nicht zu offen zu stehen.

Sturm rückte nun aber auch mit der gesamten Mannschaft weiter auf und „überflutete“ die letzte Angriffslinie teilweise mit fünf bis sechs Spielern, was zur Folge hatte, dass die Austria durch die Mannorientierungen die Gegenspieler verfolgen musste und so nach hinten gedrückt wurde. Dadurch wurden die Wege für die Wiener nach vorne wesentlich weiter und man konnte Sturm nicht mehr so gut unter Druck setzen und für Entlastung sorgen, wie es noch im ersten Durchgang der Fall war. Das führte dann auch zu einer Drangperiode der Gastgeber, die sich in der Phase viele Standardsituationen erarbeiteten und auch zu einigen gefährlichen Situationen kamen, die zum Anschlusstreffer hätten führen können. Diese Phase dauerte jedoch nur etwa 20 Minuten, bis die Austria wieder das Spiel und den Gegner unter Kontrolle brachte. Man nahm Anpassungen vor und agierte nicht mehr so strikt mannorientiert im Spiel gegen den Ball, sondern Trainer Letsch forderte seine Mannschaft immer wieder lautstark auf nach vorne zu schieben und sich nicht nach hinten hineindrücken zu lassen. Mit den frischen Einwechselspielern Monschein und De Paula klappte dies auch gleich wesentlich besser und man hatte nun auch wieder bessren Zugriff auf das Aufbauspiel der Grazer.

Bevor die Offensive der Gastgeber endgültig abflaute, hatte Sturm jedoch noch eine große Gelegenheit durch Alar, der allerdings aus wenigen Metern den Ball nicht ins Tor unterbringen konnte. Die Austria konnte mit Fortdauer der Partie mit eigenem Ballbesitz immer besser für Entlastung sorgen, wodurch gegen Ende hin sichtlich die Moral und die Hoffnungen der Grazer immer mehr abnahmen. So blieb es auch letztlich beim 2:0 Sieg der Austria, die damit die drei Punkte mit nach Wien nehmen konnte.

Fazit

Die Austria überraschte also die starke Truppe von Sturm und entführte nicht unverdient die drei Punkte aus der Steiermark. Ausschlaggebend dafür war dabei sicherlich vor allem das Spiel gegen den Ball, mit dem die Austria speziell in der ersten Halbzeit dem Gegner zusetze und die Gastgeber durch das eigene starke Pressing nicht zum Atmen kommen ließ. Die Wiener wurden dabei von Trainer Letsch hervorragend auf die Grazer eingestellt und wählten letztlich den richtigen strategischen Plan aus, um das Offensivspiel von Sturm zu bremsen und aus dem Rhythmus zu bringen. Auch im Spiel mit dem Ball zeigte man sich im Vergleich zur Vorwoche verbessert, wobei das Ballbesitzspiel der Veilchen dennoch noch viel Luft nach oben hatte und vor allem im Spielaufbau mit dem Duo Madl/Borkovic dahingehend noch viel Potenzial brachliegt. Speziell für die Europacup-Ambitionen war dieser Erfolg von großer Bedeutung, konnte man doch  im Vorfeld mit einem Auswärtssieg in Graz nicht wirklich rechnen. Damit bleiben die Chancen auf einen Europacup-Platz nach wie vor intakt und könnten bei dem aktuellen Punkteschnitt von Thomas Letsch tatsächlich Realität werden.

Die Grazer hingegen mussten nach vier Siegen in Serie einen kräftigen Dämpfer verkraften und sich mit der Niederlage wohl endgültig aus dem Rennen um die Meisterschaft verabschieden. Dabei fand man vor allem gegen das Pressing des Gegners – speziell in der ersten Halbzeit – gar keine Lösungen und auch nicht wirklich in den eigenen Rhythmus, wobei dies zum Teil auch mit den eigenen Problemen im Positionsspiel zusammenhing und man dahingehend einige Unzulänglichkeiten offenbarte, um sich aus der Umklammerung des Gegners befreien zu können. In der zweiten Halbzeit konnte man dank einiger Anpassungen von Heiko Vogel das Offensivspiel beleben und in einer Drangphase den Gegner hinten hineindrücken, jedoch fehlte auch da der letzte Funke und bis auf die Großchance von Alar erspielte man sich auch da insgesamt zu wenige qualitative Torchancen, um die Wiener nochmal zu gefährden und zu einem möglichen Ausgleich zu kommen. Nichtsdestotrotz spielen die Grazer trotz dieser Niederlage eine tolle Saison und haben sich nicht umsonst auf dem zweiten Tabellenplatz einzementiert, wodurch man diese Niederlage zumindest etwas leichter verkraften kann und bereits in der nächsten Woche im Heimspiel gegen Mattersburg dem eigenen Publikum eine passende Reaktion zeigen kann.

Dalibor Babic, abseits.at

Dalibor Babic