Im Spitzenspiel der 26. Runde der österreichischen Bundesliga setzte sich Meister Red Bull Salzburg klar und deutlich mit 5:0 gegen Austria Wien durch. Die... Analyse: Flexible Salzburger bezwingen Wiener Austria mit 5:0

_Oscar Garcia 2 - Red Bull SalzburgIm Spitzenspiel der 26. Runde der österreichischen Bundesliga setzte sich Meister Red Bull Salzburg klar und deutlich mit 5:0 gegen Austria Wien durch. Die Salzburger Bullen hatten zu Beginn einige Probleme, stellten sich jedoch mit Fortdauer des Spiels besser auf den Gegner ein. Die Gäste aus Wien präsentierten sich zwar mutig und waren lange Zeit ebenbürtig, schlitterten jedoch letztlich in ein Debakel.

Austria mit starkem Beginn

Bei beiden Teams gab es vor dem Spiel keine Überraschungen bei den Aufstellungen und so liefen die Salzburger in ihrer 4-2-2-2 Anordnung auf. Das gleiche galt auch für die Gäste aus der Hauptstadt, die ebenfalls in ihrer gewohnten 4-2-3-1 Grundformation aufliefen und diesmal den Gegner im Vergleich zum letzten Duell mit ihrer Aufstellung nicht überraschten. Überrascht wurden die Gastgeber andererseits von dem starken Beginn der Veilchen. Die Austria übernahm direkt nach dem Anpfiff das Kommando und versuchte trotz der Stärke des Gegners ihr gewohntes Ballbesitzspiel aufzuziehen und mutig nach vorne zu spielen. So fanden die Gäste relativ rasch gut ins Spiel und in ihren Rhythmus, wodurch die Gastgeber anfangs überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel bekamen.

Die Bullen versuchten zwar zu Beginn die Austria früh zu attackieren, sowie sie nicht in ihren Rhythmus kommen zu lassen und lockten den Gegner auch ins Zentrum, um ihn dann anzupressen, jedoch umspielten die Gäste das Salzburger Pressing immer wieder geschickt durch kurze Ballkontakte und schnelle Verlagerungen auf die Seite und entzogen sich diesem einfach. Hierbei profitierte die Austria von ihrem ballsicheren Zentrum und dem pressingresistenten Raphael Holzhauser, der immer wieder die Übersicht und Ruhe behielt und die Bälle klug verteilte. Die violetten Gäste fächerten zusätzlich auch noch mutig auf und konnten dadurch die Formation der Salzburger strecken, wodurch bei diesen immer wieder Lücken in der Defensive aufgingen. Aufgrund eben jener guten Raumaufteilung und Ballzirkulation löste die Austria das gegnerische Pressing auch immer wieder auf und kam im Anschluss daran mit Tempo über die Flügel zu ihren Möglichkeiten.

Die Salzburger Bullen reagierten nach gut zehn Minuten auf diese Probleme und verzichteten daraufhin hoch zu attackieren, zogen sich auch etwas weiter zurück und gingen zum einfachen Mittelfeldpressing über. Das Spiel der Austria konnte man damit zwar nicht unterbinden, aber man wollte ihnen durch das eigene Aufrücken auch keinen Rückraum für ihre schnellen Spitzen geben. Dadurch kam die Austria in den ersten 20 Minuten auf knappe 70 % Ballbesitz und behielt die Kontrolle über die Partie. Man rückte einerseits weit auf und stand öfters mit der gesamten Mannschaft in der gegnerischen Hälfte, wodurch man auch bei Ballverlust gleich ins Gegenpressing gehen konnte, andererseits nutze man speziell die rechte Seite für Überladungen und kleinräumige Kombinationen aus und sorgte dadurch immer wieder für Gefahr. So erspielte man sich auch einige aussichtsreiche Situationen und Torchancen, die man jedoch nicht verwerten konnte und etwas fahrlässig liegen ließ.

Salzburg schlägt eiskalt zu

Die Bullen stellten sich nach gut 25 Minuten etwas besser auf die Partie ein und versuchten vermehrt nach Ballgewinnen in der Defensive meist direkt den Rückraum der aufgerückten Defensive der Veilchen zu attackieren, jedoch blieb man vorerst noch zu ungenau beim letzten Pass. Dennoch ging man dann nach gut einer halben Stunde überraschend in Führung, als man sich nach einem Einwurf aus der engen Umklammerung des Gegners in der eigenen Hälfte befreien konnte und den Angriff rasch vortrug und ihn auch sehenswert durch Berisha zur Führung vollenden konnte. Die Austria wankte daraufhin einige Minuten etwas und wurde durch den Gegentreffer sichtlich auf dem falschen Fuß erwischt, wodurch die Salzburger danach die Gäste etwas besser unter Druck setzen konnten. Man fing sich jedoch relativ rasch wieder und kam dann auch zu einem Treffer, der jedoch aberkannt wurde. So gingen die Bullen mit einer etwas überraschenden 1:0-Führung in die Kabine.

Die Bullen stellen um und werden dafür auch gleich belohnt

Nach der Halbzeitpause stellte der Trainer der Gastgeber Oscar Garcia trotz 1:0-Führung etwas überraschend seine Mannschaft um und wich von der eigenen Formation ab, da er anscheinend mit dem Auftreten überhaupt nicht zufrieden war . Man spiegelte jetzt einfach die 4-2-3-1 Formation der Gäste und so rückte Xaver Schlager ins Zentrum, Valentino Lazaro ins rechte Mittelfeld und Konrad Laimer hinter die Spitze. Gleichzeitig griff man in der Defensive verstärkt auf Mannorientierungen und wollte so speziell das starke Zentrum der Wiener besser unter Druck setzen. Das klappte auch gleich ganz gut und man erzwang durch die neugewonnene Kompaktheit einen Ballverlust des Gegners im Zentrum, schaltete blitzschnell um und vollendete den Angriff auch unmittelbar nach der Pause zum 2:0.

Die violetten Gäste wurden erneut kalt erwischt, nachdem man zuvor noch die Chance auf den Ausgleich vergab. Die Salzburger konzentrierten sich mit der komfortablen 2:0 Führung im Rücken daraufhin auf die Defensive und die Konter und überließen den Gästen das Spiel. Die Austria tat sich jetzt deutlich schwerer, Lücken in der gegnerischen Formation zu finden und versuchte weiterhin meist über die rechte Seite für Durchbrüche zu sorgen. Die starke Abwehr der Bullen hatte mit den vielen Flanken der Gäste jedoch meist keine Schwierigkeiten und konnte die Situationen überwiegend klären. Einzig Kayode kam nach einer Flanke zu einer guten Chance und setzte den Kopfball nur knapp am Tor vorbei. Die Gäste konnten je länger das Spiel dauerte auch nicht mehr richtig zusetzen und mussten der hochintensiven Spielweise Tribut zollen, wodurch der Gastgeber immer mehr freie Räume vorfand. Für die endgültige Vorentscheidung sorgten die Bullen nach einem weiteren schönen Angriff, den der eingewechselte Hwang zum 3:0 vollendete. Die Austria wirkte daraufhin gebrochen und die Gastgeber hatten noch nicht genug, wodurch zwei weitere Treffer folgten und die Veilchen letztlich in ein Debakel schlitterten.

Fazit

Die Salzburger gewannen das Spiel trotz anfänglicher Schwierigkeiten letztendlich klar und deutlich und setzten mit dem Ergebnis ein Ausrufezeichen. Man war sich nicht zu schade, dem Gegner die Spielanteile zu überlassen und präsentierte sich als durchaus flexibel – wie man speziell anhand der Umstellungen zur Halbzeit sehen konnte. Die Austria hingegen kann mit dem Ergebnis zwar nicht zufrieden sein, mit dem eigenen Spiel über weite Stecken jedoch sehr wohl. Man präsentierte sich offensiv und mutig und stellte den Meister aus Salzburg vor einige Herausforderungen, worauf dieser auch reagieren musste, jedoch war man in den entscheidenden Momenten nicht kaltschnäuzig genug und zu nachlässig in der Defensive. Gegen die roten Bullen scheint es wie verhext zu sein und so wartet Thorsten Fink nach wie vor auf den ersten Sieg gegen die Salzburger.

Dalibor Babic, abseits.at

Dalibor Babic

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