Am 19. Spieltag der österreichischen Bundesliga kehrte nach einer langen Winterpause, der heimische Fußball zurück aus dem sprichwörtlichen Winterschlaf. Für die Wiener Austria bedeutete... Analyse: Seltenes Erfolgserlebnis für die Wiener Austria in Altach

Am 19. Spieltag der österreichischen Bundesliga kehrte nach einer langen Winterpause, der heimische Fußball zurück aus dem sprichwörtlichen Winterschlaf. Für die Wiener Austria bedeutete dies, die lange Reise nach Vorarlberg zum SCR Altach antreten zu müssen, wo man sich ja traditionell recht schwertat. Doch der SCR Altach befindet sich aktuell alles andere als in einer einfachen Situation, vollzog man doch zur Winterpause einen Trainerwechsel, da man aus 18 Spielen nur mickrige 13 Zähler. Nun soll es der Schweizer Neo-Trainer Magnin richten und die Altacher vor dem Abstieg bewahren.

Schlagabtausch zweier ähnlicher Spielanlagen

Die Austria reiste dabei mit einigen Problemen im Gepäck nach Altach, da man mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatte. Mit Djuricin und Huskovic fiel das nominelle Sturmduo angeschlagen aus, aber auch Keles und Demaku mussten passen. Auch die beiden Neuzugänge Galvao und Pecar waren nicht mit dabei, wodurch der Kader ziemlich ausgedünnt war und auf der Bank vordergründig junge Akteure platznahmen.

Die erste Elf war dennoch recht ordentlich und so bekam auch der junge Ohio nach einer guten Vorbereitung die Chance von Anfang an, während dahinter Routinier Grünwald die Rolle des Spielmachers einnahm. Systemtechnisch gab es keine allzu große Überraschung und wie bereits im letzten Test gegen St. Pölten setzte man auf ein 4-2-3-1 System.

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Und Altach? Nachdem unter Ex-Trainer Canadi oftmals eine Fünferkette zum Einsatz kam, stellte sich dies unter Neo-Trainer Magnin anders dar und die Vorarlberger präsentierten sich nicht nur personell grundlegend verändert. Man setzte nun auf eine Viererkette und lief mit einem 4-2-3-1 System auf, indem an der vordersten Front Neuzugang Monschein und eine Etappe dahinter Ex-Bayern Akteur Gaudino zum Einsatz kam.

Doch nicht nur systematisch zeigten die Gastgeber ein neues Gesicht, auch von der Spielanlage wehte ein neuer Wind im Ländle. Man versuchte, mit einem geordneten Spielaufbau das Spielgerät in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen und nun vermehrt auf spielerische Akzente zu setzen. Das war unter Canadi noch anders, wo man den Fokus klar auf das Spiel gegen den Ball legte und viele Ressourcen in die Defensive gesteckt wurden.

Diese sollte nun auch klarerweise nicht vernachlässigt werden, allerdings wählte man einen neuen Ansatz. Gegen den Ball verteidigte man im 4-4-2 und Gaudino rückte neben Monschein in die Spitze. Hier versuchten die beiden Angreifer zunächst enger zu stehen und gemeinsam den Sechserraum zu verstellen, damit die Austria nach Außen gedrängt wurde. Sobald dann der Pass nach außen erfolgte, gab es situativ einen Pressing-Auslöser und die Stürmer liefen die Verteidiger im Bogen an, um sie nach außen zu drängen und Druck zu entfachen, um entweder Fehler oder zumindest lange Bälle zu erzwingen.

Altacher Ansätze zerschellen zunehmend gegen gefestigte Austrianer

Dies sah im Ansatz interessant aus und dieser aktive Ansatz führte dazu, dass die Anfangsminuten im Spiel recht ausgeglichen waren und sich beide Mannschaften zunächst abtasteten. Die Gastgeber versuchten auch flach von hinten das Spiel aufzuziehen und spielerische Lösungen gegen die Wiener zu finden. Die beiden Sechser boten sich hier tief an und speziell Neuzugang Nimaga sollte von hinten heraus die Fäden ziehen.

Und die Austria? Die sah sich die ersten Minuten erstmal den Plan der Vorarlberger an und tastete sich langsam in das Spiel hinein. Man versuchte zunächst ebenfalls den Ball in den eigenen Reihen unter Kontrolle zu bringen und über einen kontinuierlichen Spielaufbau nach vorne zu kommen.

Mit Pentz, den beiden Innenverteidiger und dem tiefen Sechser Martel, baute man eine „Raute“ von hinten heraus aus, mit der man konstant Überzahl gegen die beiden Stürmer des Gegners herstellte. Dadurch zwang man auch Altach im Zentrum enger zusammenrücken, um die Räume in der Mitte zu verschließen, wodurch die Violetten einen strategischen Vorteil vorbereiteten. Denn dadurch wurden in weiterer Folge klarerweise Räume auf den Flügelzonen geöffnet, welche die Austria mit den beiden breitstehenden Pärchen Martins/Jukic und Suttner/Fischer aktiv attackierte.

So fanden die Violetten recht einfach den Weg in die gegnerische Hälfte und auch unter Druck gelang es den Gästen, die Ruhe zu bewahren und das gegnerische Pressing auszuhebeln.

Das Gebilde des SCR Altach wirkte nicht wirklich stabil und offenbarte speziell in der Defensive einige Löcher, was sich auch bald rächen sollte. Nachdem die Austria die rechte Seite überlud und die Altacher nicht aggressiv genug auf dem Flügel attackierten, aber auch zu hoch mit der Abwehr standen, bediente Braunöder mit einer scharfen, flachen Hereingabe den ballfernen Mitspieler Fischer, der das runde Leder ins Eck zum 1:0 versenkte.

Das sollte das wacklige Gebilde der Vorarlberger endgültig destabilisieren und die Austria sollte von nun an Blut lecken und nicht mehr lockerlassen. Vor allem die beiden Aktivposten Jukic und Ohio schafften es der Altacher-Defensive ein ums andere Mal Probleme zu bereiten und ins Wanken zu bringen.

Präzise Austria seziert Schwachstellen des Gegners

Die Gastgeber versuchten in der Theorie, enge Abstände herzustellen und mit der Abwehr aufzurücken, um die Räume knapp zu halten. Jedoch passte dabei die Abstimmung und das Stellungsspiel noch gar nicht und den Violetten gelang es, immer wieder Freiräume im Mittelfeld zu finden und die Tiefe zu attackieren. Speziell Jukic ragte hier heraus, der immer wieder mit seinen klugen Positionierungen schwer für die Vorarlberger zu Greifen war und auch mit äußerst präzisen Pässen in die Tiefe an nahezu jeder gefährlichen Aktion beteiligt war.

Ausgangspunkt für diese Angriffe wurden dabei zunehmend vor allem hohe Ballgewinne, die durch die Aggressivität der Austrianer ermöglicht wurden und Ohio konnte hier mit seinem Tempo konstant für den passenden Tiefgang sorgen.

Altach versuchte, trotz der Schwierigkeiten das eigene Spiel unbeirrt durchzuziehen und auch weiterhin sauber von hinten aufzubauen. Das zeigte sich auch darin, dass Trainer Magnin Sechser Nimaga zwischen die Innenverteidigung abkippen ließ, um hier mehr Stabilität und Sicherheit hineinzubekommen.

Doch die Wiener waren bestens drauf vorbereitet und wechselten in diesen Momenten zu einem 4-3-3, indem Jukic und Fischer einrückten und auch noch höher standen. Das zeigte sich auch bei mehreren Ballgewinnen, die gefährliche Angriffe einleiteten, wie etwa im Vorfeld des 2:0. Martel erkämpfte das Spielgerät, Grünwald schickte gegen die hochstehende Abwehr des Gegners Ohio auf die Reise und dieser baute sehenswert mit einem Schlenzer die Führung aus.

Die Altacher waren nach diesem Doppelschlag ab da an völlig von der Rolle und das gesamte Konstrukt brach mehr oder weniger zusammen. Die Abläufe waren sichtlich nicht ausgereift genug und es gelang weder spielerisch Akzente zu setzen, noch gegen den Ball nah genug am Mann dran zu sein und die Räume eng zu halten.

So lief man dem Spielgeschehen eigentlich nur hinterher und musste mitansehen, wie die Austria eine Chance nach der anderen erspielte. Hier zeigte sich schonungslos, dass man vieles im Winter umkrempelte und es kaum gefestigte Strukturen in der Mannschaft gab.

Die Violetten zeigten sich hier auch unnachgiebig und ließen nicht mehr locker, setzen dem Gegner immer wieder mit einem starken Pressing und Gegenpressig zu, wodurch man viele Bälle in der gegnerischen Hälfte eroberte und in weiterer Folge schnörkellos und direkt in die Spitze spielte.

Einzig die Chancenverwertung ist hier zu bekritteln, denn die Gäste hätte gut und gerne zwei weitere Tore erzielen müssen. So blieb es zur Halbzeitpause beim 2:0.

Altach fängt sich, aber bleibt zu limitiert um Austria zu gefährden

Für Neo-Coach Magnin war aufgrund der Leistung seiner Mannschaft für einen Pausentee keine Zeit, es mussten Lösungen her, um noch eine Chance auf ein Comeback in diesem Spiel zu haben. Das einzig Positiven am schwachen Auftreten seiner Truppe war, dass das Spiel dennoch in Reichweite war und mit einem Anschlusstreffer zum Kippen gebracht werden könnte. Wechsel nahm der Schweizer dennoch keine vor und vertraute auf das gleiche Personal.

Man wollte mit einigen Anpassungen für Verbesserungen sorgen und so speziell in der Defensive stabiler stehen. Die erste augenscheinliche Maßnahme sah es vor, dass man speziell auf den Flügeln wesentlich aggressiver attackierte und teilweise zu Dritt auf den Ballführenden draufging. Auch die Höhe der Abwehr wurde angepasst und man respektierte nun das Tempo von Ohio mehr und versuchte ihn nicht mehr im Rücken entwischen zu lassen.

Doch nicht nur die defensiven Probleme mussten angegangen werden. Sofern man zurück in das Spiel finden wollte, musste man auch in der Offensive Lösungen finden. Hier galt es vor allem das Augenmerk darauf zu legen, weniger Ballverluste zu erleiden und mehr Sicherheit in das Spiel zu bekommen. Man ging nun weniger Risiko in der Ballzirkulation ein und versuchte, auch mal das Spielgerät lang nach vorne zu schlagen, wo der eingewechselte kopfballstarke Nuhiu die Bälle sichern sollte.

Das gelang zwar einigermaßen und die Frequenz der hohen Balleroberungen der Austrianer ging zurück, allerdings war man viel zu limitiert und ausrechenbar im Offensivspiel, weshalb man kaum zu Torchancen kam. Meist probierte man es über den Flügel und Halbfeld-Flanken, die für die kopfballstarke Innenverteidigung der Gäste ein gefundenes Fressen war.

So plätscherte das Spiel zunehmend vor sich hin und auch die Austria verabsäumte es, aus ihren Konterchancen mehr Kapital zu schlagen. Dadurch, dass die Vorarlberger auch etwas besser standen, tat man sich aber auch schwerer, vor das Tor zu kommen, wodurch der Fokus zunehmend auf die eigene Defensive rückte und man auf die eigene Kompaktheit setzte. Diese wusste zu überzeugen und dank des aggressiven Mittelfelds, musste die Abwehr selten in höchster Not klären und funktionierte das Zusammenspiel nahezu perfekt.

Diese gute Organisation erlaubte es der Austria, nicht zwingend auf den dritten Treffer gehen zu müssen und das Spiel nachhause zu schaukeln. Damit blieb es beim 2:0 Auswärtssieg.

Fazit

Die Austrianer feierten also einen Auftakt nach Maß und holten sich auf schwierigen Boden im Ländle, wo man zuletzt nicht gutaussah, wichtige drei Zähler im Kampf um die Meistergruppe. Dabei zeigte man sich perfekt auf den Gegner vorbereitet, bohrte die Schwachstellen gnadenlos an, wodurch man den Kontrahenten destabilisierte und speziell in der ersten Halbzeit zu zahlreichen Torchancen kam, Hier war besonders das Eigengewächs Jukic mit seiner Kreativität und Präzision überragend und es ging mehrmals nach dessen Zuspielen ein Raunen durch das Publikum.

Aber auch defensiv zeigte man sich mal wieder äußerst konzentriert und konsequent und bis auf vereinzelte Situationen ließ man fast nichts Gefährliches zu. Somit gelang auch wieder der Sprung in die Meistergruppe und man hofft klarerweise, diese Platzierung in den verbleibenden drei Partien des Grunddurchgangs nicht mehr herzugeben.

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Stefan Karger

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