Lieber Christopher Dibon! Schon wieder hat es dich erwischt! Gerade einmal sieben Minuten war die Partie gegen Red Bull Salzburg alt und schon musstest... Briefe an die Fußballwelt (60): Lieber Christopher Dibon!

Lieber Christopher Dibon!

Schon wieder hat es dich erwischt! Gerade einmal sieben Minuten war die Partie gegen Red Bull Salzburg alt und schon musstest du das Feld auf der Bahre wieder verlassen. Diagnose: Kreuzbandriss. Ich erinnere mich noch gut, als es – ebenfalls gegen Salzburg – so krachte, dass ich selbst beim Zuschauen Schmerzen empfand: Dein Kieferhöhlenbruch 2014. Mir läuft heute noch ein Schauer über den Rücken, wenn ich daran zurückdenke. Aber es war nur eine von vielen Verletzungen:

Wadenbeinbruch, Bänderriss, Leistenverletzung und Hüftprobleme und viele andere folgten. Du musstest leider viel Zeit am OP-Tisch und in der Reha verbringen. Das ist auch einer der Gründe, warum deinem Debüt in der Nationalmannschaft keine weiteren Matches gefolgt sind. Das ist bitter.

Lieber Christopher, du hast das Pech am Schuh kleben. Dein Trainer sagt über dich, du seist auch abseits des Platzes ein Top-Profi, der vorbildlich mit seinem Körper umgeht. Somit kannst du dir selbst keine Vorwürfe machen. Das Hadern mit dem Schicksal wird dir aber nicht erspart bleiben. Es liegt in der menschlichen Natur zu fragen: Warum ich? Aber, Christopher, lass dir eines sagen: Es ist eine Frage der Übung, eine Frage des geistigen Trainings mit dem Blatt, das einem die Natur, das Schicksal, das Leben mitgibt, gelassen umzugehen. Wenn man rational und emotional verstanden hat, dass das Leben eine Lotterie ist und man nie alle Risiken kontrollieren kann, macht einen das ruhiger und fokussierter denn je.

Dieser Weg führt zu innerer Zufriedenheit und diese innere Zufriedenheit macht aus, dass man noch härter an sich arbeiten kann. Wahrscheinlich weißt du das selbst. Schließlich hast du schon vor zwei Jahren in einem Interview gesagt: „Das größte Ziel ist jetzt, dass ich wirklich gesund bleibe.“ Und noch viel wahrscheinlicher machte dich diese Erkenntnis reifer, stärker und zu einem richtigen Führungsspieler. Aber diese Briefe sind oft nur vorgeblich an bestimmte Adressaten gerichtet und wollen manchmal nur ihren Lesern eine gewisse Botschaft vermitteln, die größer als der Sport selbst ist. Und das weißt du hoffentlich auch.

Gute Besserung wünscht dir

Marie Samstag, abseits.at

Marie Samstag

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