Dass der Aufsteiger auf dem dritten Platz landete, war eine Riesensensation. Anders ist das nicht zu sagen. Auch in dieser Saison will die Admira...

Dass der Aufsteiger auf dem dritten Platz landete, war eine Riesensensation. Anders ist das nicht zu sagen. Auch in dieser Saison will die Admira mit alten, neuen Namen überzeugen und weit vorne mitmischen. Auch wenn der Trenkwalder-Ausstieg wirtschaftlich abgefedert werden konnte, steht den Admiranern das bekanntlich schwierige zweite Jahre ins Haus.

Die Trenkwalder-Ära geht zu Ende

Rückblick auf den Sommer 2008. Sportlich war die echte Admira in der Regionalliga Ost beheimatet, wirtschaftlich schwer marod. Der ASK Schwadorf, Protegé-Verein von Personaldienstleister Richard Trenkwalder, hatte die Meisterschaft mehr schlecht als recht abgeschlossen. Trenkwalder holte zum Coup aus – bereits im Oktober 2007 wurde dies beschlossen –  machte aus Schwadorf den „FC Trenkwalder Admira“ und aus der Admira die Juniors.

Vor vier Jahren begann die Ära Trenkwalder, es bleiben viele bekannte Missverständnisse zu Beginn, die Mäzenen in den vergangenen Jahren in Österreich immer passierten, ein letztlich mit abgespeckten Mitteln erreichter Aufstieg in die Bundesliga, ein dritter Platz 2012 und die erste Europacup-Teilnahme nach 18 Jahren Abstinenz. Damit hat der Mäzen wohl das erreicht, was mit der Admira zu schaffen ist. Im Mai wurde bekannt, dass er seine Anteile verkauft hatte. Für ihn anscheinend ein guter Zeitpunkt zu gehen. Aber er hinterlässt ein gut bestelltes Feld, wie der Verein gerne betont.

Nun kehrte die Admira zum zwischen 1998 und 2005 verwendeten Namen „Admira Wacker Mödling“ zurück, allerdings mit einem „FC“ satt „VfB“. Eine vor allem für Sponsoren interessante Rückwendung Richtung Tradition. Auf einer breiteren Basis sollen viele verschiedene Sponsoren das, wie schon vorhin erwähntes, schmaleres Budget stemmen. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist die gute Nachwuchsarbeit, immer wieder zahlen internationale (Top-)Vereine hohe Summen für Jugendliche. Auf Betreuerseite veränderte sich nichts, wiederum: Warum auch? Dietmar Kühbauer konnte überraschen, kompensierte den Ausfall bzw. Transfer von Christopher Dibon und überzeugte auch in der Vorbereitung, arbeitete vor allem an der Kompaktheit. Auf den gebürtigen Niederösterreicher kommt vor allem viel psychologische Arbeit zu.

Didis Taktik

In der Spielzeit 2011/12 überraschten Kühbauers Jungs mit erfrischendem Offensivfußball. Zwei Dinge kommen auf „Don Didi“ zu: Einerseits gilt es, in der Offensive variabler zu werden. Noch einmal so einen Lauf zu starten wie im Sommer 2011, wird durchaus schwierig werden. Hierbei arbeitet er an mehr Automatismen, damit die Methodenvielfalt vergrößert wird und auch, damit die Gegner, die nach einem Jahr vor der Admira gewarnt sind, es nicht so einfach haben. In der Defensive, die Südstädter erhielten die zweitmeisten Tore, ist die Admira kompakter zu erwarten. Die 52 Gegentore – der KSV erhielt 66, Wiener Neustadt 51 – werden mit ziemlich sicherer Wahrscheinlichkeit nicht noch einmal durch die starke Offensive kompensiert werden können. Vor allem die Mittelfeldzentrale wird mehr Defensivaufgaben übernehmen müssen, als bisher.

Wiederholung ausgeschlossen?

Nach oben zu kommen ist nicht schwer, dort zu bleiben schon. Letztlich scheinen sich aber alle handlenden Akteure im Süden Wiens der Tatsache bewusst zu sein, dass der dritte Platz zu einem großen Anteil auch durch die Schwäche der Austria und Sturms zu Stande kam. Dennoch blieb der Stamm des Teams weitgehend erhalten, wenn vor allem die starken Offensivspieler Marcel Sabitzer und Philipp Hosiner mehr Konstanz an den Tag legen, wird ein Platz im gesicherten Mittelfeld möglich sein. Anders aber als die bekannten Vier und Ried ist die Situation, die spielgestaltende Mannschaft zu sein, eine ungewohnte für den FC Admira. Wie die junge, wilde Bande, in der mit Jezek oder Gernot Plassnegger nur wenige, echte Routiniers jenseits der 30 agieren, die neue Rolle verkraften wird, ist die große Frage. Die erwähnten Platzhirsche werden sich nicht wieder überraschen lassen, aus Sicht der Teams aus der unteren Tabellenhälfte liegt die Favoritenrolle nun auch in Heimspielen eher bei den Niederösterreichern. Eine Aufgabe, bei der die Gefahr groß ist, dass einige Junge dem nicht gewachsen sein könnten. Die lange Serie mit sieben sieglosen Spielen zwischen 19. November 2011 und 17. Dezember 2011 könnte, wenn sie zu Beginn der Saison stattfinden sollte, schnell nach unten führen. Auch die zusätzliche Belastung durch den Europacup kann eine Rolle spielen. Landet die Kühbauer-Elf wieder in der oberen Tabellenhälfte, wäre diese Platzierung im Mai 2013 fast noch mehr wert, als jene 2012.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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