Knapp zwei Wochen vor Beginn der Bundesligasaison 2011/12 sind die Klubs der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile im Testfieber. Und schön langsam werden auch... Die Bundesligaklubs im Testfieber – Rückblick und Vorschau

Knapp zwei Wochen vor Beginn der Bundesligasaison 2011/12 sind die Klubs der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile im Testfieber. Und schön langsam werden auch die Gegner attraktiver. Gut in Schuss präsentierten sich die Teams bisher allerdings noch nicht…

Für knallharte Testspielgegner entschied sich etwa Kapfenberg-Coach Werner Gregoritsch. Die „Falken“ maßen sich innerhalb von drei Tagen zuerst mit dem ukrainischen Klub Dnipro Dnipropetrovsk und mit dem FC Jablonec Nisou aus Tschechien. Gegen Dnipro, den Vierten der abgelaufenen ukrainischen Meisterschaft setzte es eine 0:3-Niederlage, gegen Jablonec konnte Kapfenberg zwar durch Michal Ordos mit 1:0 in Führung gehen, verlor dennoch mit 1:2. Der baumlange Tscheche Michal Ordos machte im gestrigen Testspiel zwar das, was er eigentlich am Besten kann, nämlich Toreschießen, wurde aber von Kapfenberg für die Position eines defensiven Mittelfeldspielers verpflichtet. Grotesk, zumal der 28jährige in Tschechien kein einziges Mal auf dieser Position zum Einsatz kam. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für Jablonec erzielte übrigens mit David Lafata ein ehemaliger Legionär der Wiener Austria – der sich 2010/11 mit 19 Saisontreffern zum tschechischen Schützenkönig krönte!

GRÜNWALD VERLETZT, ALEKSIC ZU SCHWACH

Ebendiese Wiener Austria testete bereits relativ früh gegen einen Kapazunder: Shakhtar Donetsk, 2010/11 überlegener ukrainischer Meister (zwischenzeitlich gewann der letztjährige Champions-League-Viertelfinalist elf Meisterschaftsspiele in Serie), ließ der Austria beim 3:1-Testspielsieg keine Chance. Im darauffolgenden internationalen Testspiel gegen Rapid Bukarest wurde die 1:2-Niederlage des Vorjahresdritten nebensächlich, da sich mit Alexander Grünwald ein wichtiger, vorweggenommener Stammakteur und Ersatz für den zu Mainz 05 abgewanderten Julian Baumgartlinger schwer am linken Sprunggelenk verletzte und das Trainingslager bereits wieder in Richtung Wien verlassen musste. Voraussichtliche Ausfallzeit: Mindestens vier Wochen. Zudem wurde der in der ersten Halbzeit blasse Testspieler Danijel Aleksic (20) wieder nach Hause geschickt. Er entsprach den Vorstellungen von Trainer Karl Daxbacher nicht. Die Generalprobe für das erste Europacup-Spiel der Wiener bei Rudar Pljelvja, für das es noch =9903&tx_ttnews[backPid]=406&cHash=914386100a58f9d28eb319519554a3cb“]Restplätze für Auswärtsfahrer gibt, steigt am 7.Juli gegen Sparta Prag.

STURM GEGEN „SKANDINAVISCHES BARCELONA“

Meister und Vizemeister organisierten sich ebenfalls Hochkaräter als Trainingspartner: Sturm Graz trifft am kommenden Montag auf Skandinaviens Vorzeigeklub, den FC Kopenhagen, der zuletzt mit 26 Punkten Vorsprung dänischer Meister wurde. Der FCK muss die Abgänge seiner Top-Außenverteidiger Oskar Wendt (Mönchengladbach) und Zdenek Pospech (Mainz) verkraften, gab zudem Mittelfeldmotor William Kvist an den VfB Stuttgart ab. Doch auch die bisherigen Einkäufe können sich sehen lassen: Vom IFK Göteborg kommt mit dem Isländer Ragnar Sigurdsson (25) ein „Spielmacher für die Innenverteidigung“, der norwegische Abräumer Christian Grindheim (27) kommt vom SC Heerenveen, wo er für den Abgang von Thomas Prager mitverantwortlich war. Bei Sturm mussten zuletzt Gordon Schildenfeld, Roman Kienast und Imre Szabics verletzungsbedingt einen Gang zurückschalten, bekamen lockeres Sondertraining verordnet.

SALZBURG EMPFÄNGT „VIZEKUSEN“

Red Bull Salzburg spielt am Sonntag gegen den deutschen Vizemeister Bayer Leverkusen, das rund um Ex-Freiburg-Coach Robin Dutt ein neues Trainerteam einstellte und bisher in heimischen Gefilden einkaufte: Der Transfer von Jungstar André Schürrle (20) vom FSV Mainz 05 steht bereits länger fest, zudem nimmt Dutt seinen Freiburg-Schützling Ömer Toprak (21) für die Innenverteidigung mit und holte weiters mit Karim Bellarabi (21) von Eintracht Braunschweig einen Shooting-Star und arbeitenden Stürmer aus der dritten Liga. In Salzburg testet man weiterhin die beiden Brasilianer Alex Raffael und Jefferson sowie den Spanier „Chema“. Auch die Nachwuchshoffnungen Meilinger, Teigl, Hinteregger und Offenbacher kommen nach wie vor zu Testspielminuten. Auf das Spiel gegen Leverkusen am 4.Juli in Mittersill folgt ein weiterer Kracher für die Fans des Vizemeisters: Am 8.Juli empfängt Red Bull Salzburg den französischen Vorjahresdritten Olympique Lyon in der Bullenarena.

RAPIDS KRÄFTE WERDEN EINGETEILT

Rapid testet bereits heute Abend gegen 1860 München und setzt dabei auf eine gezielte Kräfteeinteilung bei den Stammkräften. So wird im heutigen Test in Bad Wimsbach voraussichtlich Kapitän Steffen Hofmann länger zum Einsatz kommen, dafür aber am Sonntag gegen Sparta Prag (17:30 Uhr in Pregarten) pausieren. Peter Schöttel will seine Schlüsselspieler nicht verheizen, versucht daher in den vier verbleibenden Testspielen vor dem Trainingsstart zu rotieren. Entwarnung gibt’s bei Thomas Prager: Der 25jährige Mittelfeldspieler, der sich in der Vergangenheit bereits zweimal das Schlüsselbein brach und zuletzt unglücklich auf dieselbe Schulter fiel, kann voll mittrainieren, legte sogar Extraschichten ein. Als Therapie bzw. Vorsichtsmaßnahme reicht dem „spielenden Sechser“ ein Tapeverband. Ob Torhüter Ján Novota verpflichtet wird, entscheidet sich ebenfalls in den Tagen nach dem heutigen Testspiel gegen 1860 München. Im Training machte der 27jährige Slowake bisher noch keinen außergewöhnlichen Eindruck.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen