Zum Abschluss der Saison 2016/17 in der tipico Bundesliga bewerten wir die Leistungsdaten der zehn Vereine. Wir achten dabei auf Tore und Assists, die... Die Gewinner der Bundesligasaison: Austrianer und Salzburger teilen sich Effizienzwertungen

_Valon Berisha

Zum Abschluss der Saison 2016/17 in der tipico Bundesliga bewerten wir die Leistungsdaten der zehn Vereine. Wir achten dabei auf Tore und Assists, die man ohnehin in mehreren Medien und Datenbanken nachlesen kann, aber auch die Assist-Assists, also die Vorlagen zu Torvorlagen.

Dabei kann ein Tor auch mehrere Assist-Assists aufweisen. Je nachdem, ob ein Spielzug bereits früh einen entscheidenden Faktor in der Torentstehung darstellte. Zahlreiche Assist-Assist-Punkte nach unserer Rechnung, bedeuten demnach, dass eine Mannschaft sehr zielgerichtet und organisiert zum Torerfolg kam. Je weniger Assist-Assists ein Team als Ganzes aufweist, desto mehr ist ihr Spiel über die gesamte Saison als Hauruck-System zu werten.

Zuerst sehen wir uns an, wie viele Assist-Assist-Punkte die gesamten Mannschaften der tipico Bundesliga in der Saison 2016/17 sammelten:

61 – Red Bull Salzburg (1.)
41 – SK Rapid Wien (5.)
41 – SK Sturm Graz (3.)
36 – FK Austria Wien (2.)
35 – SC Rheindorf Altach (4.)
32 – SKN St.Pölten (9.)
32 – Admira Wacker Mödling (6.)
29 – SV Mattersburg (7.)
28 – Wolfsberger AC (8.)
22 – SV Ried (10.)

Hier lassen sich diverse Fakten ableiten. Klar ist, dass Salzburg ganz deutlich das spielstärkste Team der Liga ist. Rapid liegt ex aequo mit Sturm auf dem zweiten Platz – beide Teams je fünf Assist-Assists vor der Austria, die wiederum bei Standards und im Gegenpressing stärker punkten konnte. Demnach ist es nicht immer von großem Vorteil Tore selbst einzuleiten – auch das Ausnützen der gegnerischen Fehler ist ein mehr als probates Mittel. Ried tat sich schlichtweg schwer, seine Angriffe geordnet aufzubauen und wurde erst im letzten Saisonviertel etwas besser.

Nun werfen wir einen Blick auf die besten Assist-Assist-Geber der Liga:

9 – Raphael Holzhauser (FK Austria Wien)

8 – Valon Berisha (Red Bull Salzburg)
8 – Valentino Lazaro (Red Bull Salzburg)

7 – Deni Alar (SK Sturm Graz)
7 – Stefan Hierländer (SK Sturm Graz)
7 – Stefan Schwab (SK Rapid)
7 – Jano (SV Mattersburg)

6 – Konrad Laimer (Red Bull Salzburg)
6 – Alexander Grünwald (FK Austria Wien)
6 – Christoph Knasmüllner (Admira Wacker Mödling)
6 – Eldis Bajrami (Admira Wacker Mödling)
6 – Joachim Standfest (Wolfsberger AC)
6 – David Stec (SKN St.Pölten)

5 – Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg)
5 – Andreas Lienhart (SC Rheindorf Altach)
5 – Joelinton (SK Rapid)

Die Einfädler-Wertung ist äußerst knapp, wird aber von Austrias Spielgestalter Raphael Holzhauser dominiert, der hier auch als einziger echter Verteiler bezeichnet werden kann. Neben dem besten Salzburger Offensivspieler Valon Berisha hält auch der polyvalente Valentino Lazaro, der im Frühling einen deutlichen Schritt nach vorne machte, bei acht Assist-Assists. Es folgen die besten Grazer, der beste Rapidler und Mattersburgs Mittelfeldmetronom Jano, der im Spitzenfeld noch am ehesten mit Holzhauser vergleichbar ist.

Interessant wird es danach: Konrad Laimer machte im Frühjahr einen weiteren Schritt nach vorne, der ihm einen neuen Vertrag in Leipzig einbringen dürfte. Mit Standfest, Stec und Lienhart finden sich zudem drei Spieler von Underdogs wieder, die allesamt die rechte Außenverteidigung oder das nicht zu offensive rechte Mittelfeld als ihr Naturell bezeichnen können. Ein kleines Indiz für eine Rechtslastigkeit in der Liga – die Linksverteidiger, aber auch die Linksaußen hatten 2016/17 über die gesamte Liga betrachtet, kein ideales Jahr.

Nun rechnen wir Assist-Assists und tatsächliche Torvorlagen zusammen. Die beiden Werte sind hierbei gleichberechtigt und werden lediglich addiert. Hier der Endstand:

20 – Valon Berisha (Red Bull Salzburg)

18 – Raphael Holzhauser (FK Austria Wien)

16 – Alexander Grünwald (FK Austria Wien)

14 – Valentino Lazaro (Red Bull Salzburg)

13 – Christoph Knasmüllner (Admira Wacker Mödling)

12 – Stefan Hierländer (SK Sturm Graz)
12 – Nikola Dovedan (SC Rheindorf Altach)
12 – Joelinton (SK Rapid)
12 – Stefan Schwab (SK Rapid)

11 – Wanderson (Red Bull Salzburg)
11 – Lucas Venuto (FK Austria Wien)
11 – Joachim Standfest (Wolfsberger AC)

10 – Stefan Lainer (Red Bull Salzburg)
10 – Andreas Ulmer (Red Bull Salzburg)
10 – Konrad Laimer (Red Bull Salzburg)
10 – Deni Alar (SK Sturm Graz)
10 – Thomas Ebner (Admira Wacker Mödling)

Die kumulierte Assist-Wertung geht knapp an Valon Berisha, der sich um zwei Punkte gegen den defensiveren Holzhauser durchsetzen könnte. Mit Lazaro liegt ein weiterer Salzburger auf Platz 4. Die mannschaftliche Stärke der Bullen spiegelt sich aber auf den hinteren Plätzen wider: Wanderson, Lainer, Ulmer und Lainer haben ebenfalls mehr als zehn Punkte – in Salzburg war 2016/17 das Team der Star.

Interessante Personalien im Spitzenfeld sind Joachim Standfest und Thomas Ebner. Obwohl Standfest keinen Saisontreffer erzielen konnte, war er sowohl im Einfädeln, als auch im direkten Vorbereiten ein enorm wichtiger Faktor im Spiel des WAC. Auch wenn der bis zuletzt älteste Bundesligaspieler am Ende nicht gerade wertgeschätzt wurde: Einen Routinier wie ihn muss Wolfsberg erst einmal ersetzen. Ebner ist deshalb außergewöhnlich, weil er in einem insgesamt guten Admira-Mittelfeld neben dem spielstärkeren Toth, der bessere Pressingspieler war und so zahlreiche Chancen und offensichtlich auch Tore einleiten konnte.

Torschützenkönig Olarenwaju Kayode hält in der kumulierten Assist-Wertung übrigens bei sieben Punkten.

Nun addieren wir auch noch die erzielten Treffer und kreieren so eine umfassende Scorerwertung, bestehend aus Toren, Assists und Assist-Assists – allesamt gleichgewichtet.

27 – Valon Berisha (Red Bull Salzburg)
27 – Alexander Grünwald (FK Austria Wien)

26 – Raphael Holzhauser (FK Austria Wien)
26 – Deni Alar (SK Sturm Graz)

24 – Olarenwaju Kayode (FK Austria Wien)

22 – Nikola Dovedan (SC Rheindorf Altach)

21 – Christoph Knasmüllner (Admira Wacker Mödling)

20 – Joelinton (SK Rapid)

19 – Christoph Monschein (Admira Wacker Mödling)

18 – Hee-chan Hwang (Red Bull Salzburg)
18 – Lucas Venuto (FK Austria Wien)

17 – Takumi Minamino (Red Bull Salzburg)
17 – Valentino Lazaro (Red Bull Salzburg)
17 – Stefan Hierländer (SK Sturm Graz)
17 – Stefan Schwab (SK Rapid)

16 – Stefan Lainer (Red Bull Salzburg)
16 – Dimitri Oberlin (SC Rheindorf Altach/Red Bull Salzburg)

15 – Jonatan Soriano (Red Bull Salzburg/Beijing Guoan)
15 – Ismael Tajouri (FK Austria Wien)

Die Gesamtwertung ist sogar noch knapper, als die beiden Assist-Wertungen. Diesmal gibt es zwei Ex-Aequo-Sieger: Salzburgs Assistkönig Valon Berisha liegt gleichauf mit Alexander Grünwald, der sehr gleichmäßige Statistiken aufweist. Nur einen Punkt dahinter liegen Holzhauser und Alar. Schützenkönig Kayode ist nur Fünfter.

Deutlich wird jedoch auch das Ausmaß der Katastrophensaison in Grün-Weiß. Vor dem besten Rapid-Spieler Joelinton, der hier Achter ist, liegen nicht nur drei (!) Austrianer mit besseren Werten, sondern mit Deni Alar auch noch sein Vorgänger als Rapid-Stürmer.

Unter den besten 19 Spielern dieser Wertung liegen am Ende nicht nur sieben Salzburger, sondern auch noch drei weitere Spieler, die früher bereits in Salzburgs Kampfmannschaft spielten. Bei den Bullen fischen zu gehen, zahlt sich also auch für andere Klubs aus. Dimitri Oberlin, der große Überraschungsmann des Herbsts, beendete die Saison mit 16 Punkten, machte allerdings 15 davon in Altach.

Der beste Verteidiger der offensiven Effizienzwertung ist ebenfalls ein Salzburger: Stefan Lainer fädelte zwar nur einen Treffer ein, bereitete aber neun direkt vor und erzielte zudem sechs Saisontreffer.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen