Der Wolfsberger AC verstärkt seine spanische Delegation um den 28-jährigen Offensivakteur David de Paula, der zuletzt in der dritten spanischen Liga bei UD Logroñés... Die Wolfsberger verstärken die spanische Fraktion – das ist David de Paula

Der Wolfsberger AC verstärkt seine spanische Delegation um den 28-jährigen Offensivakteur David de Paula, der zuletzt in der dritten spanischen Liga bei UD Logroñés kickte und in seiner Jugend bei Athletic Bilbao.

 

Name: David de Paula Gallardo
Nationalität: Spanisch
Geburtsdatum: 31. Mai 1985
Alter: 27
Hauptposition: Mittelfeld
Nebenpositionen: Sturm
Größe: 175cm
Gewicht: 70kg
Bisherige Vereine:
Athletic Bilbao, Alicante CF,  SD Lemona, SD Ponferradina, CF Palencia UD Logroñés

Ein Kind des Baskenlandes

David de Paula Gallardo wurde in Durango geboren. Die Gemeinde am linken Ufer des Ibaizabal ist eine Industriestadt und mit gut 26.000 Einwohnern in etwa so groß wie Wolfsberg, welches im Lavanttal eben auch an einem Fluss liegt. Die erste Spiele für eine Mannschaft absolvierte de Paula in der gut eine halbe Autostunde entfernten baskischen Hauptstadt Bilbao. In der Saison 2004/05 überzeugte er in der zweiten Mannschaft der Spanier. Er absolvierte 36 Spiele und konnte dabei sechs Tore erzielen, stand 22 Mal in der Startelf, wurde 14 Mal eingewechselt. In der Folgesaison durfte er zwei Mal in der ersten Mannschaft auflaufen, nämlich im UI-Cup gegen Cluj, einmal über 83, einmal über 74 Minuten. In der Segunda División B gehörte er wiederum zum Stamm, konnte in 35 Partien wieder sechs Tore erzielen.

Tapetenwechsel an die Südküste und zurück               

Von Bilbao ging es zur Saison 2006/07 an die Costa Blanca in den Süden des Landes. Von der Gruppe 2 der viergleisigen dritten Leistungsstufe und dem dortigen Abstiegskampf ging es zum Vorjahresdritten der Gruppe 3 des Jahres 2005/06. Mit Alicante CF wurde de Paula Meister in der dritten Liga. Allerdings absolvierte er nur 377 Spielminuten und begann nur zwei Mal. Für ein Jahr ging es in der Folge zum Mittelständler SC Lemona ins Baskenland zurück. Der Mittelfeldspieler fand zu alter Stärke zurück, machte sechs Tore und durfte sich mit 2460 Einsatzminuten über den bislang besten Wert seiner Karriere freuen. Lemone wurde siebter und er zog weiter.

Nächste Station: Kastilien

Bei SD Ponferradina erhoffte er sich mehr. Doch der Verein mit den Aufstiegsambitionen war eine Nummer zu groß für ihn, er absolvierte eine Saison, die ähnlich war wie in Alicante. Er blieb dennoch in Kastilien und wechselte weiter zu CF Palencia, die in der Vorsaison aufgestiegen waren. Der mittlerweile 24-Jährige blieb zwei Jahre in der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, wurde Dritter in der Gruppe 1 und scheiterte an der Qualifikation zur Segunda Division. Im Jahr darauf trat Palencia in der Gruppe 2 an, schaffte als Fünfter die Qualifikation zur Copa del Rey. De Paula absolvierte in den beiden Spielzeiten knapp 6.000 Einsatzminuten, machte elf Tore. Seine letzte Spielzeit, 2011/12, absolvierte er bei UD Logroñés an der Grenze zum Baskenland. Beim 2009 durch die Übersiedlung von CD Varea gegründeten Verein spielte er seine bis jetzt wohl stärkste Saison. Logroñés wurde schlussendlich Fünfter, in 2858 Minuten, oder 35 von 38 Spielen erzielte er, oftmals an vorderster Front eingesetzt, elf Tore.

Erläuterung zu den vielen Transfers

Die dritte spanische Liga ist mit 80 verschiedenen Klubs, darunter viele Zweitvertretungen der ersten und zweiten Spielklasse, ist ein durchaus hartes Pflaster. Viele junge Spieler absolvieren die Nachwuchsteams großer Vereine, nur wenige schaffen es wirklich in die finanziell attraktive erste Liga. Das Leben als Profi ist ein sehr unstetes, da machen ein paar hundert Euro mehr schon viel aus. Darum ergeht es vielen Spielern so wie de Paula. Die Vereine werden oft gewechselt, wirklich bergauf geht es nur selten mit der Karriere. Dadurch klammern sich viele Kicker an jeden Strohhalm den sie erlangen können. Hierbei ist die dritte Liga, zwar an Masse größer, nicht so anders als die Regionalligen in Österreich. Auch in unserem Heimatland gibt es viele Fußballer, die in Akademien waren und möglichst lange versuchen, als Profi möglichst lange über die Runden zu kommen.

Stärken und Schwächen

De Paula kann gut aus der Tiefe heraus agieren, kann im Mittelfeld alle Positionen spielen und auch an vorderster Front agieren. Er ist eher ein Leichtgewicht und versucht, über die feine Klinge zum Erfolg zu kommen. Der Centrocampista ist weder sonderlich schwer, noch sonderlich groß und bevorzugt demzufolge das technisch anspruchsvolle Spiel am Boden. Der 27-Jährige ist beidfüßig und kann so im eins gegen eins überzeugen.

Wohlfühlatmosphäre

Wirft man einen tieferen Blick auf die Biographie des Spielers, so wird augenscheinlich, dass er sich dann wohlfühlt und gute Leistungen erbringt, wenn das Umfeld passt. Wolfsberg könnte da wie die Faust aufs Auge passen, denn die Stadt ist so wie seine Heimat oder auch Lemona, Palencia oder Logrones nicht eine riesige Stadt. Mit Jose Antonio Solano und Ynclan Jacobo befinden sich darüber hinaus noch zwei weitere Spanier im Kader, die die Integration leichter machen können. Solano kommt allerdings aus dem Süden, Jacobo aus Madrid, die regionalen Unterschiede in Spanien sollten bewusst sein, weit weg von der Heimat sollten die drei Regionen Cadiz, Madrid und Baskenland aber integrativ zusammenarbeiten – zum Wohle von Nenad Bjelica.

Einsatz in Wolfsberg

De Paula ist eine weitere Option im Mittelfeld der Kärntner und könnte, wie viele weitere Spanier, entweder eine tragende Rolle wie Jacobo oder Inaki Bea in Innsbruck spielen, oder sich wie die iberische Abteilung in Ried, ins große Aufgebot einfügen. Ein Kernpunkt wird sein, dass die Kicker aus dem Land des regierenden Welt- und Europameisters schlichtweg keine Unsummen kosten und weder bei Ried, Innsbruck oder St. Pölten und natürlich dem WAC Geschichten über Exzesse zu vernehmen waren. Das ist auch ein Hauptgrund, warum die Spieler so beliebt sind – relativ billig, gut ausgebildet und Teamplayer.

Regionalliga, Bundesliga und Spanien

Spanier überall. Natürlich wechseln sich die Nationen, aus denen viele Legionäre kommen, immer wieder ab. Eine Zeit lang waren es Spieler aus dem Großraum Ex-Jugoslawiens, dann aus Tschechien und der Slowakei, nun eben die Spanier. Um den Kader mit zu ergänzen, bleibt den Verantwortlichen oft wenig anderes über. Die Antwort auf die Frage, warum dem so ist, findet sich in den Kadern ambitionierter Regionalligisten. Es gibt genau einen Grund, warum Spieler wie Matthias Dollinger (Austria Kärnten) oder Christian Prawda (VSV) lieber in der Regionalliga spielen, als in der Bundesliga. Dass viele Drittligisten besser zahlen als Erst- und Zweitligisten, ist nicht erst seit gestern bekannt und deshalb müssen sich Sportdirektoren eben in den Flieger nach Spanien setzen, um Kicker zu finden, die ins Gehaltsschema passen.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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