Die 30. Runde der österreichischen Bundesliga steht auf dem Programm und damit rückt das Ende der Saison immer näher. Den Anfang macht am... Faktencheck zur 30. Bundesliga-Runde 2019/20

 

Die 30. Runde der österreichischen Bundesliga steht auf dem Programm und damit rückt das Ende der Saison immer näher. Den Anfang macht am Samstag die Qualifikationsgruppe, wo es im Abstiegskampf wieder rundgehen wird und u.a. Mattersburg auf die Admira trifft. Am Sonntag geht es dann mit der Meistergruppe weiter, wo im Spitzenspiel der LASK auf den WAC trifft.

SV Mattersburg – Admira Wacker

Samstag 17:00, Pappelstadion, Schiedsrichter: Julian Weinberger

Mit einem guten Gefühl geht der SV Mattersburg in diesen Abstiegskracher gegen die Admira hinein, denn aus den vergangenen beiden Partien holte man immerhin vier Zähler, womit man sich im Abstiegskampf etwas Luft verschaffen konnte. Speziell die Leistung beim 1:1 gegen die noch ungeschlagenen Altacher war gut und der Punkt letztlich nicht unverdient. Nun könnten die Burgenländer mit einem vollen Erfolg gegen die Admira den endgültigen Befreiungsschlag landen und gegen den Tabellenletzten sogar den Klassenerhalt fixieren.

Bei der Admira dagegen brennt als Tabellenletzter immer mehr der Hut, ist man doch auch seit mittlerweile vier Spielen ohne einen Sieg geblieben und damit ans Ende der Tabelle gerutscht. Gegen die Austria zeigte man zwar speziell gegen den Ball keine schlechte Leistung, allerdings war die Harmlosigkeit in der Offensive offensichtlich und man fragt sich langsam, wer eigentlich bei den Südstädtern die Tore schießen soll. Trainer Soldo versuchte dennoch Zuversicht auszustrahlen und ist fest vom Klassenerhalt überzeugt. Damit das gelingt, wäre ein Sieg in Mattersburg Gold Wert und ein erster Schritt.

– Der SV Mattersburg holte in dieser Saison 2 Siege gegen die Admira – mehr als gegen jedes andere Team.

– Die Admira hat in Auswärtsspielen in der Bundesliga gegen den SV Mattersburg eine positive Bilanz (8 S, 4 U, 7 N). Das gelang den Südstädtern gegen keinen anderen Klub bei mehr als 15 Auswärtsspielen.

– Die Admira ist seit 3 Auswärtsspielen in der Bundesliga gegen den SV Mattersburg ungeschlagen (1 Sieg, 2 Remis). Das gab es zuvor nur von 2013 bis 2016, damals wurden sogar 4 Auswärtsspiele in Serie gewonnen.

– Der SV Mattersburg traf in den letzten 6 Duellen gegen die Admira und erzielte dabei 11 Tore. In den 15 Duellen davor gelangen den Burgenländern nur 10 Tore gegen die Niederösterreicher.

– Sinan Bakis erzielte die letzten 3 Treffer der Admira im Pappelstadion.

Letztes Duell: Admira 0:2 Mattersburg
Direkter Vergleich seit 74/75: Spiele insgesamt: 39 (15 Siege Mattersburg, 8 Remis, 16 Siege Admira)
Verletzt/Angeschlagen: Starkl, Vorsager / Nemeth, Halper, Miesenböck, Hart
Gesperrt: Salomon / Toth
Gefährdet: Kuen, Malic, Miesenböck / Lukacevic, Maier
Nächstes Spiel: Mattersburg-WSG / Admira-St.Pölten

 

WSG Tirol – SCR Altach

Sonntag 17:00, Tivoli Neu, Schiedsrichter: Stefan Ebner

Im westlichsten Duell der Bundesliga geht es für die WSG Tirol langsam ans Eingemachte. Nur noch drei Spiele sind zu absolvieren und der Vorsprung zum Abstiegsplatz beträgt nur einen einzigen Zähler. Diesen einen Zähler konnte man unter der Woche in einem hart umkämpften Spiel in St. Pölten gerade noch erringen, wo man nach einem Rückstand noch das Unentschieden in der Schlussphase holte. Allerdings bringt auch dieser Punkt die Wattener nicht großartig weiter und nach drei sieglosen Spielen wird es langsam an der Zeit, wieder voll zu punkten.

Der SCR Altach dagegen kann sich nach wie vor zwar den Nimbus als einzig ungeschlagene Mannschaft in der Qualifikationsgruppe anheften, wobei die letzten Ergebnisse für die Ansprüche der Vorarlberger eher nicht zufriedenstellend waren. Ganze drei Remis gab es hintereinander gegen Teams, wo man als Favorit in das Spiel ging. Dies wird auch gegen die WSG erneut der Fall sein und diesmal sollten es die Altacher besser machen, denn der Rückstand auf Tabellenführer Austria beträgt bereits vier Zähler.

– Der SCR Altach ist gegen die WSG Tirol in dieser Saison der Bundesliga ungeschlagen – wie gegen SKN St. Pölten.

– Der SCR Altach verlor nur ein Spiel in diesem Kalenderjahr – Bestwert (wie FK Austria Wien).

– Der SCR Altach ist weiterhin ohne Niederlage in dieser Phase– als einziges Team der Qualifikationsgruppe.

– Die WSG Tirol holte in diesem Kalenderjahr in der Bundesliga 3 Siege und 4 Remis. Damit punkteten die Tiroler häufiger als im Herbst (3 Siege, 3 Remis).

– Zlatko Dedic erzielte 5 Treffer gegen den SCR Altach – mehr als gegen jedes andere Team.

Letztes Duell: Altach 1:1 WSG
Direkter Vergleich seit 74/75: Spiele insgesamt: 3 (2 Siege Altach, 1 Remis)
Verletzt/Angeschlagen: Toplitsch, Grgic, Walch, Pranter / Wiss
Gesperrt: Bruno Soares / Niemand
Gefährdet: Rieder, Svoboda, Cabrera, Gugganig / Karic, Schmiedl
Nächstes Spiel: Mattersburg-WSG / Altach-Austria

FK Austria Wien – SKN St. Pölten

Samstag 17:00, Generali Arena, Schiedsrichter: Alexander Harkam, Live auf ORF1

Für den FK Austria Wien läuft es in den letzten Runden hervorragend und man ist ganz klar das Team der Stunde. In der Südstadt holte man unter der Woche gegen die Admira den vierten Sieg in Folge und untermauerte damit den Anspruch, die Qualifikationsgruppe zu gewinnen. Eine Hiobsbotschaft musste man dennoch hinnehmen, denn mit Dominik Fitz wird ein wichtiger Bestandteil der Offensive in den nächsten Monaten verletzungsbedingt ausfallen. In den verbleibenden drei Partien geht es für die Violetten nur noch darum, den ersten Platz abzusichern und damit das Heimspiel im Playoff zu ergattern.

Für den SKN St. Pölten geht es dagegen in dieser Phase um das blanke Überleben. Im Abstiegskrimi unter der Woche gegen die WSG Tirol, kam man trotz einer zwischenzeitlichen Führung und als lange Zeit bessere Mannschaft nicht über ein 1:1 Unentschieden hinaus. Ausschlaggebend war für die Niederösterreicher mal wieder die Unfähigkeit, eine Partie mit allen Akteuren am Feld und ohne einen Platzverweis zu beenden. Am Ende konnte man sogar von Glück sagen, nicht noch verloren zu haben und damit den Worst-Case Fall gegenüberzustehen. Nun muss man zum Tabellenführer der Qualifikationsgruppe Reisen, wo die Trauben natürlich höher hängen werden und ein Sieg eine große Überraschung wäre. Doch genau solche Momente braucht es, will man nicht den Gang in die zweite Liga antreten.

– Die bisherigen 3 Saisonduelle zwischen diesen beiden Teams endeten jeweils Unentschieden. 4 Remis in einer Spielzeit gegen ein Team gab es für den FK Austria Wien nur 2013/14 gegen Ried, für den SKN St. Pölten noch nie.

– Der FK Austria Wien ist seit 5 Heimspielen in der Bundesliga gegen den SKN St. Pölten ungeschlagen (3 Siege, 2 Remis). Das ist momentan die längste derartige Serie der Wiener gegen ein aktuelles Team der Bundesliga.

– Der SKN St. Pölten holte in der Bundesliga gegen Austria Wien 17 Punkte, mehr als gegen jedes andere Team.

– Der FK Austria Wien gewann 4 Ligaspiele in Folge – erstmals in dieser Saison und wie zuletzt im Herbst 2016.

– Der SKN St. Pölten erzielte 16 Tore gegen den FK Austria Wien – Höchstwert für die Niederösterreicher in der Bundesliga.

Letztes Duell: St. Pölten 1:1 Austria
Direkter Vergleich seit 74/75:
Spiele insgesamt: 37 (16 Siege Austria, 12 Remis, 9 Siege St. Pölten)
Verletzt/Angeschlagen: Fitz, Schoissengeyr, Poulsen, Lucic, Pichler / Alan, Pak, Ambichl, Luxbacher
Gesperrt: Niemand / Gorzel, Ingolitsch
Gefährdet: Monschein, Sarkaria / Niemand
Nächstes Spiel: Altach-Austria / Admira-St. Pölten

 

Red Bull Salzburg – TSV Hartberg

Sonntag 17:00, Red Bull Arena, Schiedsrichter: Andreas Heiß

Eine absolute Machtdemonstration lieferte Tabellenführer Red Bull Salzburg im Duell gegen den direkten Verfolger Rapid unter der Woche ab. Die Bullen führten die Wiener nach allen Regeln der Kunst vor und siegten mit einem Ergebnis von 7:2, womit keiner rechnete. Damit rehabilitierten sich die Salzburger für die zwei Remis zuletzt, die ihnen augenscheinlich wehtaten. Als Belohnung steht man nun vor dem Meisterstück, denn im Heimspiel gegen den TSV Hartberg könnte man mit einem Sieg den Titelgewinn fixieren und sich damit zum wiederholten Male zum Meister krönen.

Der TSV Hartberg dagegen musste zum wiederholten Male in dieser Meistergruppe eine deftige Klatsche verdauen, denn gegen den LASK verlor man mit 1:5 und prologierte damit den Negativlauf auf heimischen Boden. Doch das Ergebnis spiegelte nicht wirklich die Performance der Steirer wieder, denn speziell im ersten Durchgang war man sogar die bessere Mannschaft und spielte das Pressing der Linzer mehrmals auf beachtliche Art und Weise aus. Nun geht es für die Hartberger glücklicherweise wieder auswärts weiter, wo man sich bislang in der Meisterrunde makellos zeigte und alle Gastspiele für sich entschied.

– Der FC Red Bull Salzburg ist in der Bundesliga gegen den TSV Hartberg ungeschlagen (4 Siege, ein Remis) und gewann beide Heimspiele.

– Der FC Red Bull Salzburg erzielte in diesem Duell im Schnitt 4,2 Tore. Das ist der höchste Schnitt der Salzburger gegen Teams der Bundesliga, gegen die mindestens 4 Duelle bestritten wurden.

– Der TSV Hartberg gewann 3 Auswärtsspiele in Serie – wie im Herbst 2018. Mehr Auswärtssiege am Stück gelangen den Steirern in der Bundesliga noch nie.

– Der TSV Hartberg ist in den Auswärtsspielen der Gruppenphase ohne Punkteverlust – als einziges Team.

– Der FC Red Bull Salzburg hält bei 99 Saisontoren. Die 100er-Marke wurde zuvor nur vom SK Rapid Wien 1985/86 (101 Tore) und dem FC Red Bull Salzburg 2013/14 (110 Tore) geknackt.

Letztes Duell: Hartberg 0:6 Salzburg
Direkter Vergleich seit 74/75: Spiele insgesamt: 5 (4 Siege Salzburg, 1 Remis)
Verletzt/Angeschlagen: Bernede, Kristensen / Rakowitz, Lema, Ostrak, Heil
Gesperrt: Niemand / Ried
Gefährdet: Berisha / Huber, Kainz, Heil
Nächstes Spiel: Salzburg-Hartberg / LASK-WAC

LASK – Wolfsberger AC

Sonntag 17:00, Raiffaisen-Arena, Schiedsrichter: Christian-Petru Ciochirca, Live auf ORF1

Der LASK meldete sich nach dem Horrorstart zuletzt eindrucksvoll wieder zurück, denn aus den vergangenen drei Spielen holte man jeweils nur Siege und kehrte damit endlich zurück auf die Siegerstraße. Zur Belohnung katapultierte man sich mittlerweile wieder auf den zweiten Platz, wo man nach dem Sieg 5:1 Erfolg gegen den TSV Hartberg den Konkurrenten Rapid wieder überholen konnte. Nun hat man alles wieder in der eigenen Hand, diesen Rang auch nicht mehr herzugeben und trotz der Turbulenzen in den letzten Monaten die Vizemeisterschaft abzuschließen.

Auch der Wolfsberger AC war unter der Woche erfolgreich, denn im „Pack-Derby“ gegen den SK Sturm Graz behielt man souverän die Oberhand und feierte einen ungefährdeten 2:0 Sieg. Mit diesem Erfolg sicherte man mehr oder weniger den vierten Platz ab, womit man mit dem Europacup in der kommenden Saison definitiv planen kann. Nun wollen die Kärntner allerdings natürlich mehr und die letzte Chance nutzen, den dritten Rang doch noch irgendwie zu ergattern. Dafür bräuchte man allerdings gegen den LASK einen Sieg, da man vier Punkte hinter Rapid aktuell zurückliegt.

– Der LASK gewann 6 Duelle gegen den WAC in der Bundesliga und teilte 3-mal die Punkte. Die beiden Siege für den WAC gab es allerdings in Heimspielen der Linzer.

– Der LASK kassierte seit dem Wiederaufstieg in 6 Duellen mit dem WAC kein Gegentor – gegen kein Team häufiger.

– Der LASK gewann 20 Spiele in dieser Saison – als einziges Team. Das ist jetzt schon Klubrekord der Linzer in der Bundesliga.

– Der WAC gewann 13 Spiele in dieser Saison. Um den Klubrekord von 16 Siegen aus der Saison 2014/15 einzustellen (damals allerdings in 36 Saisonspielen!), benötigen die Kärntner 3 Siege aus den letzten 3 Runden.

– Michael Liendl erzielte 2 Saisontore gegen den LASK – gegen kein Team mehr. Allerdings lieferte der erfolgreichste Vorbereiter der Bundesliga 2019/20 keinen Assist gegen die Linzer ab – sonst gegen alle Teams der Meistergruppe.

Letztes Spiel: WAC 3:3 LASK
Bilanz seit 74/75: Spiele insgesamt: 11 (6 Siege LASK, 3 Remis, 2 Siege WAC)
Verletzt/Angeschlagen: Potzmann, Wostry, Goiginger / Schmid, Peric
Gesperrt:  Niemand
Gefährdet:  Holland / Niemand
Nächstes Spiel: Rapid-LASK / Hartberg-WAC

SK Sturm Graz – SK Rapid

Sonntag 19:30, Merkur Arena, Schiedsrichter: Markus Hameter

Beim SK Sturm Graz gab es unter der Woche einen mächtigen Paukenschlag, der doch überraschend kam. Nachdem man in der Meistergruppe eher die Rolle als Nachzügler und Punktelieferant gab und Trainer Nestor El Maestro mehr mit seinen Eskapaden, als mit der Entwicklung der Mannschaft auffiel, fasste die Vereinsführung den Entschluss sich vom Trainerteam zu trennen. Nun wagt man mit Interimscoach Thomas Hösele den Neustart und hofft kurzfristig, die Trendumkehr einleiten zu können, um zumindest den fünften Rang doch noch zu erringen. Dafür bräuchte es allerdings mindestens zwei Siege aus den verbleibenden Spielen und mit dem SK Rapid kommt eine Mannschaft angereist, welche schwer zu knacken sein wird.

Der SK Rapid dagegen spielt eigentlich eine gute Meisterrunde bislang, doch hatte unter der Woche einen mächtigen Dämpfer zu verdauen. Was zum Spiel der letzten Titelchance hätte werden können, endete in einem Desaster, denn gegen Salzburg fing man sich eine 2:7 Klatsche ein, die historische Ausmaße hatte. Vor allem bei Standards agierte man grob nachlässig und kassierte gleich mehrere Gegentreffer. Durch die Niederlage musste man darüber hinaus auch noch den zweiten Platz hergeben und fortan wieder den LASK jagen. Daher sind die Hütteldorfer in Graz unter Zugzwang und müssen das Spiel gewinnen, um sich vor dem direkten Duell gegen die Linzer in eine gute Ausgangsposition zu bringen.

Letztes Spiel: Rapid 4:0 Sturm
Direkter Vergleich seit 74/75: Spiele insgesamt: 203 (51 Siege Sturm, 52 Remis, 100 Siege Rapid)
Verletzt/Angeschlagen: Spendlhofer / Strebinger, Barac, Murg, Sonnleitner, Dibon, Szanto, Schobesberger, Arase
Gesperrt:  Niemand / Fountas
Gefährdet: Schrammel, Hierländer / Hofmann, Ullmann
Nächstes Spiel: Rapid-LASK / Salzburg-Sturm

Dalibor Babic