Einmal mehr steht beim SK Rapid ein Umbruch ins Haus. Während der Saison verließ Veton Berisha die Hütteldorfer und auch Andrei Ivan wird keine... Halber Kader im Fokus: Wie umfassend wird Rapids Umbruch?

Einmal mehr steht beim SK Rapid ein Umbruch ins Haus. Während der Saison verließ Veton Berisha die Hütteldorfer und auch Andrei Ivan wird keine zweite Saison in Grün-Weiß spielen. Aber wer wird die Wiener nun tatsächlich verlassen? Wir listen die möglichen Abgänge nach ihrer Wahrscheinlichkeit auf und wagen einen Ausblick, über welche Ablösesummen sich der SK Rapid voraussichtlich freuen darf.

Hohe Wechselwahrscheinlichkeit

Thomas Murg. Beim 24-jährigen Techniker pfeifen es die Spatzen bereits von den Dächern und auch Rapid hat bereits einen Nennwert bekanntgegeben. Werder Bremen gilt als wahrscheinlichster Abnehmer für den Steirer und Zoran Barisic könnte ab einer Ablösesumme von vier Millionen Euro schwach werden. Eine insgesamt passable, wenn auch nicht exorbitant hohe Summe für einen Spieler mit Murgs Anlagen.

Deni Alar. Der Sturm-Heimkehrer sah in der vergangenen Saison kein Land, passte überhaupt nicht ins Konzept, bekam Anfeindungen durch die Fans zu spüren. Der Vertrag des 29-Jährigen läuft noch drei Jahre und er kostete vor einem Jahr kolportierte 600.000 Euro. Der Transfer Alars ins Ausland um den Resttransferwert – das wären 450.000 Euro – gilt als wahrscheinlich. Aber auch kleinere finanzielle Abstriche sind denkbar, um Alar von der Gehaltsliste zu bekommen.

Mateo Barac. Der Kroate war in der vergangenen Saison wohl Rapids größtes Transfer-Missverständnis. Für den 24-Jährigen, der vergangenen Sommer etwa 1,3 Millionen Euro kostete, soll es Anfragen aus dem Osten geben. Sein Vertrag läuft allerdings nur noch zwei Jahre, weshalb selbst bei einem Verkauf in ein finanzstarkes Fußballland wie Russland oder Kasachstan, nicht mehr als 800.000 Euro drin sein werden. Und auch hier könnte es noch ein Entgegenkommen geben, um den Kaderplatz freizumachen.

Ivan Mocinic. Mit zwei Millionen Ablöse war Mocinic der zweitteuerste Rapid-Transfer der Geschichte – nur Árnor Ingvi Traustason war noch teurer. Für Rapid bestritt der Kroate aber nur 24 Spiele und war danach 2 ½ Jahre verletzt bzw. spielte nur für die Amateurmannschaft in der Regionalliga Ost. Hier ist es schlichtweg an der Zeit einen Schlussstrich zu ziehen, zumal ein sinnvolles Comeback nicht in Sichtweite ist.

Dejan Ljubicic. Bereits vor einem Jahr hieß es, dass Ljubicic „noch ein Jahr in Hütteldorf bleiben wolle“. Der Vertrag des umsichtigen Sechsers läuft noch zwei Jahre und speziell seine Teilnahme an der U21-Europameisterschaft könnte im diesjährigen Transfergeplänkel noch das Zünglein an der Waage sein. Allerdings spielte Ljubicic keine gute Saison, weshalb ein gut scoutender Interessent sicher versuchen würde, den Preis zu drücken. Wir tippen darauf, dass man für den 21-Jährigen derzeit maximal drei Millionen Euro lukrieren kann.

Mittlere Wechselwahrscheinlichkeit

Richard Strebinger. Der Torhüter der Hütteldorfer schwächelte im Frühjahr, spielte aber einen bärenstarken Herbst. Nachdem bereits der Name Christoph Riegler in den Medien auftauchte, scheint man sich bei Rapid für alle Fälle abzusichern und gegen einen möglichen Strebinger-Abgang zu wappnen. Der Familienmensch Strebinger wird aber sicher nicht das erstbeste Angebot annehmen; dass der 26-Jährige ab nächster Saison wieder im Ausland spielt, muss wirklich alles passen. Auch die Ablöse – denn ähnlich wie bei Murg, wird Rapid einem Strebinger-Abgang unter vier bzw. wohl sogar eher unter fünf Millionen Euro Entschädigung kaum zustimmen.

Boli Bolingoli. Am Linksverteidiger gab es auch in der Vergangenheit immer nur loses Interesse, konkrete Vereine mit Interesse am Belgier hörte man öffentlich selten. Aber Linksverteidiger sind sehr begehrte Spielertypen und werden im Zuge eines Transfersommers auch gegen Ende noch „spontan“ gebraucht. Bolingoli gilt als einer der Rapid-Spieler, die ihre Leistungen am besten und realistischsten reflektieren, weshalb er wohl weiß, dass ein weiteres Jahr in Hütteldorf ihm nicht schaden würde. Sein Vertrag läuft noch zwei Jahre und bei ihm wären wohl um die drei Millionen Euro die Schmerzgrenze, die sich aber je nach Zeitpunkt eines konkreten Interesses auch nach oben verschieben könnte.

Mert Müldür. Dem türkischen U21- und A-Nationalspieler werden im Laufe des Sommers wohl noch einige Vereine schöne Augen machen. Auch wenn er sich eher unauffällig mauserte und in Rapids erste Elf spielte, ist Müldür wohl die heißeste Transferaktie der Grün-Weißen und der Kaderspieler, bei dem ein Abgang am ehesten an den Wöber-Transfer herankommen könnte. Momentan weiß man nur vom Interesse von Besiktas, aber in den warmen Monaten könnte es um den 20-Jährigen durchaus noch lauter werden. Für Angebote unter sechs Millionen Euro sollte Rapid nicht mal den Hörer abheben. Aber: Es besteht ohnehin die Hoffnung, dass sich Müldür, der noch bis 2021 Vertrag hat, ein weiteres Jahr in Wien entwickeln möchte. Idealerweise sogar mit einer Vertragsverlängerung…

Geringe Wechselwahrscheinlichkeit

Stefan Schwab. Der Kapitän meinte nach der Playoff-Pleite gegen Sturm, dass „in der abgelaufenen Saison viel passiert ist und man sich alles anschauen und überlegen müsse“. Für den 28-Jährigen ist es wohl die letzte realistische Chance auf einen Auslandstransfer. Nur welcher wirklich interessante Klub soll den Mittelfeldspieler nach seiner schwachen Saison aus seinem noch ein Jahr dauernden Vertrag kaufen? Einzig ein kleiner Serie-A-Klub wäre für den Italien-Fan denkbar, aber es müssen viele Aspekte zusammenspielen, dass ein solcher Wechsel zustande kommen kann. Ablöse? Da Schwab nur noch ein Jahr Vertrag hat, müsste man ihn wohl im niedrigen siebenstelligen Bereich ziehen lassen.

Philipp Schobesberger. Der Flügelflitzer ist praktisch in jeder Transferzeit ein Thema bei anderen Klubs – zumindest sofern er nicht verletzt ist. Dies könnte auch heuer der Fall sein, aber ein Wechsel ist dennoch unwahrscheinlich. Schobesberger spielte eine schwache Saison, hatte weiterhin immer wieder Probleme sich selbst zu motivieren, fiel mit „schlecht durchdachten“ Eskapaden in der Öffentlichkeit auf. Von Fabelsummen wie sie etwa einst Brentford für Rapids 7er bot, kann heuer jedenfalls keine Rede mehr sein – auch wenn „Schobi“ noch bis 2022 Vertrag hat.

Andrija Pavlovic. Der Kauf von Aliou Badji war kein Vorteil für den Serben, der nun in der zweiten Reihe steht. Auch hört man, dass Kühbauer nicht vollends vom 25-Jährigen überzeugt ist. Pavlovic wäre zumindest ein Spieler, den man nicht als unverkäuflich kennzeichnen wird. Wenn ein gutes Angebot hineinflattert, das die im letzten Sommer bezahlte Ablösesumme von 1,3 Millionen Euro egalisieren oder leicht überschreiten würde, werden die Freunde Didi und Zoki sicher darüber nachdenken.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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