Stürmertore sind bei der Wiener Austria derzeit Mangelware. Von den 14 im Frühjahr erzielten Pflichtspieltoren wurden nur zwei von einem Stürmer, nämlich Marko Kvasina... Kienast, Kamara & Co.: Torrausch statt Austria-Bank

Ola Kamara - FK Austria WienStürmertore sind bei der Wiener Austria derzeit Mangelware. Von den 14 im Frühjahr erzielten Pflichtspieltoren wurden nur zwei von einem Stürmer, nämlich Marko Kvasina beigesteuert. Gleich fünfmal trafen dafür Abwehrspieler. Dies ist eine kuriose Statistik, wenn man einen Blick auf den weiteren Saisonverlauf der Stürmer wirft, welche die Austria im Laufe der Saison freiwillig gehen ließ.

Mit acht Bundesligatoren in 13 Partien war der Israeli Omer Damari die Lebensversicherung der Austria im Herbst. Er war der einzige Angreifer, den die Veilchen nicht freiwillig ziehen ließen.

Kienast schießt Sturm in den Europacup

Roman Kienast kam im Herbst nur auf vier Bundesligaeinsätze, spielte zudem dreimal im ÖFB-Cup. Für den SK Sturm spielte der Routinier im Frühjahr elfmal, erzielte dabei sieben Tore, bereitete zwei direkt vor und leitete drei weitere ein. Kienast ist einer der unumstrittenen Garanten für den Höhenflug der Grazer. Einen Spieler wie den dreifachen Meister sucht man im aktuellen Kader der Austria vergeblich.

Kamara mit „Einserschnitt“ bei Molde BK

Eher verschmäht wurde Ola Kamara, der von den Fans recht schnell als Transferflop abgeschrieben wurde. Ende Jänner wurde der Norweger leihweise an Molde BK, den amtierenden norwegischen Meister verliehen. Die neue Saison im hohen Norden ist gerade mal vier Spiele alt und Kamara hält bereits bei vier Saisontoren und einem Assist. Zwei dieser vier Tore seht ihr hier:

Zur Verteidigung der Austria ist bei Kamara jedoch zu betonen, dass er ein Spieler sein dürfte, der seine Top-Leistungen – zumindest derzeit – nur in der heimischen Liga bringt. Für Strömsgodset war der 25-Jährige ein Topmann und wichtiger Bestandteil auf dem Weg zum Titel. Auch bei Molde dürfte er künftig eine tragende Rolle spielen. Im Ausland kam der Angreifer aber weder bei 1860 München, noch bei der Austria in Fahrt.

Der Stürmerversuch, der keiner war

Und dann wäre da noch Tamás Priskin. Den heute 28-jährigen Ungarn verpflichtete die Austria vor 15 Monaten ablösefrei von Alania Vladikavkaz, um gegen einen Abgang von Philipp Hosiner gewappnet zu sein. Für ein halbes Jahr wurde er an Maccabi Haifa verliehen, für die Austria kam er jedoch zu keinem Einsatz, weil sich die Verantwortlichen im Sommer 2014 einig waren, dass er aktuell nicht mehr ins Konzept passen würde.

Diese Politik wurde von den Fans zu Recht kritisiert, zumal man Priskin nicht einmal „ausprobierte“, obwohl er bei den Veilchen unter Vertrag stand. Der Angreifer wurde prompt im vergangenen Juli an den ungarischen Erstligisten Györ abgegeben. Bei den Grün-Weißen hält Priskin in der Saison 2014/15 bei neun Pflichtspieltoren und drei Assists. Für das schwächelnde Team des einstigen Cottbus-Profis Vasile Miriuta ist Priskin ein enorm wichtiger Spieler, der Györ mit seinen zumeist wichtigen Treffern einen drohenden Abstiegskampf ersparte.

Die bittere Akte Okotie

Am Bittersten ist für die Austria-Fans aber wohl die Entwicklung von Rubin Okotie, der im Sommer um nur 150.000 Euro an 1860 München abgegeben wurde und sich von dort aus nicht nur ins Nationalteam zurückspielte, sondern auch noch Chancen hat, den Schützentitel in der zweiten deutschen Bundesliga einzufahren. Seine wichtigen Treffer für das Nationalteam gegen Montenegro und Russland machen den Erz-Austrianer für seinen Herzensklub aber mittlerweile unerschwinglich.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen