Red Bull Salzburg verpflichtete mit dem brasilianischen Offensiv-Allrounder Cristiano da Silva den ersten neuen Kicker, der Ricardo Moniz helfen soll seine Mannschaft wieder auf... Neuverpflichtungen, Testpiloten und Zeitungsenten– Was tut sich bei den Titelfavoriten?

Red Bull Salzburg verpflichtete mit dem brasilianischen Offensiv-Allrounder Cristiano da Silva den ersten neuen Kicker, der Ricardo Moniz helfen soll seine Mannschaft wieder auf Platz 1 zu schießen. Ein größeres Kaliber wäre der Marokkaner Mounir El Hamdaou  gewesen, den zwei große österreichische Tageszeitungen ins Rennen warfen. Während die Wiener Austria den Australier James Holland testet, träumten die Fans von Barcelona-Flair in Favoriten, da die Verhandlungen mit Marti Riverola Bataller angeblich kurz vor dem Abschluss standen. Rapid Wien wiederum wird am Transfermarkt höchstens dann aktiv werden, wenn einer der Kaderspieler den Verein in der Winterpause verlässt.

Red Bull Salzburg machte es nun offiziell und verpflichtete den Brasilianer Cristiano da Silva, der schon seit geraumer Zeit beim Titelfavoriten mittrainierte. Der 24-Jährige ist also kein neuer Name und abseits.at stellte den Spieler bereits im November ausführlich vor. Zusammenfassend kann man sagen, dass Cristiano da Silva am liebsten zentral hinter den Spitzen im offensiven Mittelfeld spielt, beziehungsweise auch als hängende Spitze zum Zug kommen kann. Der robuste Neueinkauf bringt es bei einer Körpergröße von 1.82m auf 80 Kilo, ist aber dennoch dynamisch und schnell im Antritt. Wie es sich für einen Brasilianer gehört ist seine größte Stärke seine Ballbehandlung. Seine Statistiken in Brasilien zeigen, dass er sowohl ein guter Schütze, als auch Vorbereiter ist, denn der Offensiv-Allrounder erzielte in 95 Ligaspielen 23 Tore und 31 Assists.

Gegen den Neuzugang spricht, dass er bisher nur Einsätze in der dritt- und vierthöchsten Spielklasse Brasiliens vorweisen kann, wobei sein Manager behauptet, dass sein Schützling auch in die höchste Spielklasse wechseln hätte können. Wir werden sehen, ob Cristiano da Silva mit der österreichischen Liga zurechtkommen wird, seine Verspieltheit, die er manchmal in Brasilien an den Tag legte, wird er auf alle Fälle ablegen müssen. Ein weiteres großes Fragezeichen steht hinter seinen zahlreichen Vereinswechseln, denn der erst 24-jährige Spieler hatte in seiner jungen Karriere bereits neun verschiedene Arbeitgeber.

Die erste Ente – Mounir El Hamdaoui

Wesentlich bekannter als Cristiano da Silva ist der marokkanische Nationalspieler Mounir El Hamdaoui, der seine Karriere bei Excelsior Rotterdam begann (73 Spiele, 32 Tore), sich anschließend in England bei den Spurs nicht durchsetzen konnte und wieder zurück in die niederländische Liga wechselte, wo er über Willem II bei AZ Alkmaar landete. Bei AZ schaffte er in seiner zweiten Saison seinen endgültigen Durchbruch und zerschoss die Liga mit 23 Treffern in 31 Spielen. Diese Leistung machte ihn zum Torschützenkönig und seinen Verein zum Meister. Nach einer weiteren Saison, in der er 18 Tore erzielte, wechselte er für fünf Millionen Euro zu Ajax Amsterdam, wo er zunächst in 26 Spielen 13 Tore erzielte. In der heurigen Saison überwarf er sich jedoch mit Trainer Frank de Boer und spielte keine einzige Minute in der Meisterschaft. Der Spieler kann gehen, wird aber garantiert nicht bei Red Bull Salzburg landen. Einige Tageszeitungen brachten den prominenten Angreifer ins Spiel, da er in der Vergangenheit bereits bei Red Bull im Gespräch war und nun einen neuen Arbeitgeber sucht. Moniz dementierte jedoch und sagte gegenüber niederländischen Medien, dass er zwar schon gerne einen Spieler seines Kalibers hätte, Mounir El Hamdaoui aber höhere Ambitionen besitzt. Danny Blind, der technische Direktor des Vereins, sagte, dass eine gute Chance auf einen Transfer ins Ausland besteht, wobei die besten Chancen der AC Florenz, Olympique Marseille und Espanyol Barcelona haben. Der Marokkaner wird also garantiert nicht der Nachfolger von Roman Wallner werden, den Peter Pacult gerne bei RB Leipzig sehen würde.

Die zweite Ente –  Martí Riverola Bataller

Laut dem Kurier standen die Verhandlungen zwischen der Wiener Austria und dem offensiven Mittelfeldspieler Marti Riverola Bataller bereits vor dem Abschluss. Der 20-jährige Spanier stammt aus der FC-Barcelona-Nachwuchsschmiede und absolvierte neun Meisterschaftsspiele für die B-Mannschaft der Katalanen. Zuletzt spielte der junge Spieler leihweise bei S.B.V. Vitesse, wo er in 15 Einsätzen zwei Treffer erzielte. Die Meldung über den potentiellen Neuzugang ließ die Herzen der Fans in Favoriten höher schlagen. Sein Agent Diego Tavana verlautbarte jedoch, dass konkrete Anfragen vom FC Bologna, AC Chievo Verona  und FC Turin vorliegen. Zudem soll nun auch Lazio Rom Interesse an dem Kreativspieler haben. Es sieht also nicht danach aus, als ob der Spanier seine Zelte in Wien aufschlagen wird.

Dare Vrsic wahrscheinlich zu teuer

Zum Leidwesen der Austria-Fans ist es außerdem unwahrscheinlich geworden, dass der Slowene Dare Vrsic verpflichtet wird. Der Olimpija-Ljubljana-Star gilt im Verein als die heißeste Transferaktie, weshalb Sportdirektor Milenko Ačimović zwischen ein bis zwei Millionen Euro Ablöse für den Spieler möchte, was bei der Qualität des offensiven Mittelfeldspielers durchaus angemessen erscheint. Da Zlatko Junuzović aller Voraussicht nach erst im Sommer ablösefrei zum SV Werder Bremen wechseln wird, wird sich die Wiener Austria solche Summen nicht leisten können (und wollen). Die einzige denkbare Variante, wie dieser Transfer doch noch zu Stande kommen könnte, wäre, wenn Werder Bremen Marko Marin an Inter Mailand verkauft. Laut der deutschen Bild-Zeitung haben die Italiener Interesse an dem Regisseur. Ein möglicher Transfer hängt allerdings mit der Personalie Wesley Sneijder zusammen – geht der Inter-Star zu Manchester United, dann werden die Italiener garantiert am Transfermarkt aktiv werden. Marins Ablösesumme würde etwa 10 Millionen Euro betragen, man müsste aber abwarten, wie viel Werder Bremen in diesem Fall bereit wäre für Junuzović auszugeben – immerhin bekommen sie den österreichischen Nationalspieler im Sommer kostenlos (abgesehen vom möglichen Handgeld). Insgesamt stecken in diesem Absatz jedoch zu viele „wenns“, weshalb die Verpflichtung von Dare Vrsic äußerst unwahrscheinlich erscheint.

Australier James Holland als Testpilot in Wien

James Holland würde hingegen ohne Probleme in die finanziellen Möglichkeiten der Veilchen passen. Der 22-Jährige galt in Australien als eines der größten Talente und gewann mit den Newcastle United Jets in der Saison 2007/08 die australische Meisterschaft, wobei er sieben Einsätze hatte in denen er drei Treffer erzielte. Danach stand er noch elf Mal in der Startaufstellung des Vereins (kein Tor), bevor er zu AZ Alkmaar wechselte, wo er sich jedoch nicht gegen die starke Konkurrenz im zentralen Mittelfeld durchsetzen konnte. Er wechselte leihweise zu Sparta Rotterdam in die zweithöchste niederländische Spielklasse, wo er 14 Mal spielte und zwei Tore erzielte. Seit dem 29. April 2011 bestritt Holland jedoch kein Pflichtspiel mehr und darf bei AZ auch auf keine weiteren Einsätze hoffen. In erster Linie braucht Holland wieder viel Spielzeit, da er sich zurück ins australische Team kämpfen möchte. Für ihn spricht, dass er vielseitig einsetzbar ist – Holland kann einerseits im  zentralen und defensiven Mittelfeld zum Zug kommen, andererseits auch als rechter Außenverteidiger eingesetzt werden. Zudem wurde er bei den Newcastle United Jets auch in einem 4-1-3-2-System im offensiven rechten Mittelfeld eingesetzt. In der australischen Nationalmannschaft kam er bei der 0:2-Niederlage gegen Slowenien am 11. August 2010 in seinem bislang letzten Länderspiel in einer 4-2-3-1-Formation im offensiven Mittelfeld hinter Solospitze Bruce Djite zum Einsatz.

Nicht viel los in Hütteldorf

In Hütteldorf hält man sich in dieser Transferzeit zurück und wird höchstens dann aktiv, wenn Spieler die Mannschaft verlassen. Die meisten Gerüchte ranken sich momentan um Hamdi Salihi, der in die schottische Liga wechseln könnte. Während Celtic F.C. das Interesse offiziell bestätigte haben nun angeblich auch die Rangers Interesse am albanischen Nationalstürmer. Selbst im Falle eines Verkaufs ist es fraglich, ob Rapid Wien einen Ersatz für den Stürmer holen würde, da man auf dieser Position zumindest quantitativ gut aufgestellt ist und Salihi aufgrund seiner Spielweise bei Peter Schöttel, trotz seiner tollen Torquote, keine große Rolle mehr spielen wird. Ein Verkauf wäre sowohl für den Verein, als auch für den Spieler sicherlich die beste Option.

Neu im Kader der ersten Mannschaft sind lediglich Lukas Grozurek und Dominik Wydra, die von den Amateuren hochgezogen wurden. Der erst 17-jährige Wydra ist ein Mann fürs zentrale Mittelfeld, während Grozurek im Angriff sowohl als Mittel – als auch als Flügelstürmer einsetzbar ist. Eine ausführliche Beschreibung der beiden grün-weißen Hoffnungsträger findet ihr hier.

Stefan Karger, www.abseits.at


Stefan Karger

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